Der optimale Einstieg nach dem Crash

Der optimale Einstieg nach dem Crash
  • Post comments:17 Kommentare

Eigentlich war dieser Artikel ganz anders geplant. Ursprünglich wollte ich darüber schreiben, ob man zum Allzeithoch noch in den Markt einsteigen soll und falls ja, wie man dies in optimaler Weise macht. Der Artikel war schon so gut wie fertig, aber dann kam Corona und die Story vom Allzeithoch war dahin. Ich habe mich entschieden die Veröffentlichung nicht bis zum nächsten Allzeithoch in vielleicht 1-2 Jahren hinauszuzögern. Stattdessen wenden wir meine historische Analyse auf die aktuelle Lage an und prüfen, wieso, weshalb, warum und wie man in der aktuellen Situation optimal in den Markt einsteigt. Falls du jetzt trotzdem gerne wissen möchtest wie das mit dem Allzeithoch funktioniert, kann ich dich beruhigen. Der Artikel wird auch diese Frage beantworten. Und noch eins vorab: die Frage, wie man richtig einsteigt, wurde schon oft bearbeitet und du hast vielleicht schon mehrere Artikel zu diesem Thema gelesen. Ich bin mir aber sehr sicher, dass du diese Antwort auf die Frage interessant finden wirst!

Wie rational kannst du entscheiden?

Bevor wir uns an die Details zum Thema Markteinstieg machen, erst ein paar Worte zum Thema rationales Entscheiden. Denn wir werden untersuchen, wie ein rational agierender Investor, der sich an Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerten orientiert, in den Markt einsteigt. Das rationale Entscheiden ist nämlich nicht immer so einfach, wie folgendes Beispiel zeigt:

Stell dir vor du bist Kandidat bei „Wer wird Millionär“. Stell dir darüber hinaus vor, dass du gerade die 125.000 Euro Frage korrekt beantwortet hast. Nun stehst du vor der 500.000 Euro Frage. Leider hast du keinen blassen Schimmer wie du diese Frage richtig beantworten sollst und alle Joker sind bereits verbraucht. An dieser Stelle hast du die Wahl zwischen:

Variante A) Zocken, d.h. in völliger Unkenntnis raten. Bei vier Antwortmöglichkeiten liegst du mit 25% Wahrscheinlichkeit richtig und gewinnst 500.000 Euro; mit 75% Wahrscheinlichkeit liegst du jedoch falsch und fällst zurück auf das Sicherheitsnetz bei 16.000 Euro. So waren zumindest die Regeln vor ein paar Jahren, als wir noch Zeit zum Fernsehen hatten und ab und zu die Show ansahen.

Variante B) du gehst auf Nummer sicher, hörst sofort auf und freust dich über deinen Gewinn i.H.v. 125.000 Euro.

Wie würdest du entscheiden?

Ich bin mir sicher, die allermeisten von uns würden Variante B wählen und sich über 125.000 Euro freuen.

Streng rational betrachtet wäre es aber viel besser zu raten! Warum? Weil diese Strategie einen höheren Erwartungswert hat als einfach aufzuhören und 125.000 Euro Gewinn mitzunehmen.

Wie hoch ist der Erwartungswert von Strategie A)? Der Erwartungswert entspricht der Summe der wahrscheinlichkeitsgewichteten Spiel-Ausgänge. Hier gibt es zwei Ausgänge / Gewinne mit den Wahrscheinlichkeiten 25% und 75%:

Erwartungswert = 25% * 500.000 + 75% * 16.000 = 137.000

Der Erwartungswert von Variante B) beträgt dagegen nur 125.000 (=100% * 125.000 Euro). Bei streng rationaler Betrachtung wäre es daher richtig zu raten. Denn diese Strategie hat einen höheren Erwartungswert.

 

Aber mal ehrlich, wer kann bei diesen Beträgen noch streng rational entscheiden? Wie ärgerlich wäre es doch von 125.000 Euro auf 16.000 Euro zurückzufallen! Sind wir wirklich bereit das Risiko einzugehen die 109.000 Euro zu verlieren, nur um einen erwarteten Mehrertrag von 12.000 Euro zu vereinnahmen? Ja, es wäre rational, aber wir können trotzdem oft aufgrund der individuellen Risikoneigung nicht nach so strengen rationalen Prinzipien entscheiden.

Genauso ist es auch mit dem optimalen Markteinstieg. Wir werden im Folgenden untersuchen, wie der optimale Einstieg aus Sicht eines rationalen Investors aussieht. Dieser orientiert sich bei der Auswahl seiner Strategie, wie oben erläutert, lediglich an Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerten.

Die klassische Frage: alles auf einmal oder besser zeitlich verteilt?

Für den Einstieg gibt es wie im Schwimmbad grundsätzlich zwei Alternativen: entweder der Sprung ins kalte Wasser, was so viel bedeutet wie alles auf einmal zu investieren, oder der kontrollierte, schrittweise Einstieg. Dabei wird das zu investierende Vermögen in regelmäßigen Abständen, z.B. über 2 Jahre in 24 monatlichen Tranchen gleicher Höhe, in den Markt investiert.

Mittels historischer Simulation habe ich untersucht, wie sich unterschiedliche Eintrittsstrategien auf die durchschnittliche reale Rendite langfristig nach 20 Jahren auswirken. Das Ergebnis ist in folgendem Chart dargestellt:

Auf der horizontalen Achse sind unterschiedliche Längen von Markteintritten in Monaten abgebildet. 1 Monat bedeutet, dass die gesamte Summe auf einen Schlag investiert wird. Die 60 Monate ganz rechts bedeuten, dass über einen Zeitraum von 5 Jahren jeden Monat jeweils 1/60 des Kapitals investiert werden. Anschließend wird ermittelt, welche durchschnittliche Rendite p.a. über einen 20-jährigen Zeithorizont (inklusive der Anlagephase) im Schnitt erreicht wurde (blaue Linie) und wie stark die durchschnittliche Rendite schwankt (rote Linie). Beide Kennzahlen zueinander ins Verhältnis gesetzt (Rendite / Vola) ergibt das Chance-Risiko Verhältnis der einzelnen Eintrittsstrategien (grüne Linie). Desto höher die grüne Linie, desto sicherer wird eine bestimmte Rendite erreicht. Die folgende Tabelle zeigt die genauen Werte, die dem Chart zugrunde liegen:

Das Ergebnis ist eindeutig und für einige auch nicht wirklich neu: je länger der Zeitraum über den die Anlage gestreckt wird, desto schlechter das Chance / Risiko Verhältnis. Dies liegt primär daran, dass die Rendite durch den schrittweisen Markteintritt relativ stärker fällt als die Rendite Volatilität. Dass die durchschnittliche Rendite bei einem verzögerten Markteintritt im Vergleich zu einem sofortigen Markteintritt geringer ausfällt ist logisch, da die Aktienmärkte eine positiv erwartete Rendite haben. Jede Verzögerung beim Markteintritt muss sich also logischerweise im Durchschnitt negativ auf die Rendite auswirken. Auch das Abfallen der Volatilität war zu erwarten, denn durch die zeitliche Verteilung sind extreme Rendite-Ereignisse deutlich unwahrscheinlicher. Entscheidend ist jedoch, dass der Rendite-Verlust die Reduktion des Risikos überkompensiert. Zeitliche Verzögerungen beim Markteinstieg sind daher ohne Hinzunahme weiterer Informationen streng rational betrachtet abzulehnen. Aber hatte ich anfangs nicht eine neue, überraschende Erkenntnis in Aussicht gestellt?

Wie sieht das Ergebnis aus, wenn zusätzlich auch noch die Marktbewertung herangezogen wird?

Bis zu diesem Punkt haben wir nur eine allgemeine Aussage für den Gesamtmarkt extrahiert. Im nächsten Schritt untersuchen wir, ob sich das Ergebnis unter Berücksichtigung der Marktbewertung ändert. Ob ein Markt teuer oder billig ist, beurteile ich mit dem CAPE Ratio. Zur Erinnerung: ein CAPE Ratio zwischen 5-10 steht für einen sehr günstigen Markt. Einen solchen Wert würde man beispielsweise nach einem starken Crash beobachten. Ein CAPE Ratio über 30 beschreibt einen teuren, hoch bewerteten Markt. Kurz vor dem Platzen der Dotcom Blase Anfang 2000 lag das CAPE Ratio sogar über 40! Allgemein besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem aktuellen Wert des CAPE Ratios und der durchschnittlichen Rendite in den darauffolgenden 10 Jahren:

Je höher das CAPE Ratio heute, desto geringer die erwartete Rendite in den kommenden 10 Jahren und umgekehrt. Diesen Zusammenhang haben wir auch schon zur Herleitung einer verbesserten Entnahmestrategie und zur Bildung von Rendite Erwartungen nach dem Corona Crash benutzt. Es stellt sich die Frage ob, dieser Zusammenhang nicht für das hier untersuchte Problem von Bedeutung sein könnte. Ich habe deshalb die oben beschriebene Vorgehensweise für einzelne CAPE Regimes wiederholt. Die folgenden 4 Charts zeigen welche Markteintrittsstrategie in unterschiedlichen Bewertungs-Regimes am erfolgversprechendsten ist:

Das Ergebnis ist äußerst interessant. Aufgrund der Datenverfügbarkeit habe ich für ein CAPE Ratio zwischen 10 und 30 vier verschiedene Bewertungs-Regimes untersucht. CAPE Werte unter 10 oder über 30 kamen in den letzten 120 Jahren nur so selten vor, dass sich daraus keine validen Schlüsse ziehen lassen. Es erscheint mir aber logisch, dass die Aussage für ein CAPE Ratio von 25-30 auch für CAPE Werte größer als 30 gilt. Analog sollten sich auch die Ergebnisse für ein CAPE Ratio zwischen 10-15 auch auf CAPE Werte kleiner als 10 übertragen lassen.

Was zeigen die Charts? Maßgeblich für die Wahl der richtigen Eintrittsstrategie ist der Verlauf der grünen Linie, welche das Chance-Risiko Profil der verschiedenen Strategien beschreibt. Diese sollte möglichst weit oben liegen. Man erkennt deutlich, dass die grüne Linie für ein CAPE Ratio unter 20 eine negative Steigung hat. Demnach wäre es bei geringer Marktbewertung im Durchschnitt vorteilhafter sofort in einem einzigen Einmalbetrag zu investieren.

Bei einer Marktbewertung CAPE größer 25 hat die grüne Linie eine positive Steigung. Bei hoher Marktbewertung ist es durchschnittlich betrachtet also besser schrittweise in den Markt einzusteigen. Dies wäre nicht nur vor dem aktuellen Crash die rationale Strategie gewesen, sondern wie wir heute wissen, war es auch rückblickend der richtige Weg. Es hätte aber auch anders kommen können, der Zufall war hier auf unserer Seite!

Die Zone CAPE zwischen 20 und 25 scheint den Übergangsbereich zu bilden. Eine klare Handlungsempfehlung lässt sich nicht erkennen. Beide Eintrittsstrategien sind gleich erfolgsversprechend.

Insgesamt finde ich die Ergebnisse plausibel.

Die heutige, aus statistischer Sicht richtige Handlungsempfehlung lautet: Da das globale CAPE Ratio sich derzeit unterhalb von 20 befindet, der Soforteinstieg. Also das direkte All-In. Aber eben nur aus Sicht der statistischen Erwartungen. Denn eine Garantie dafür, dass diese Vorgehensweise auch später in der Rückschau richtig sein wird, gibt es nicht. Es ist nur wahrscheinlich, aber niemals garantiert.

An der Börse gibt es keine Garantien, nur die Unsicherheit ist garantiert

Zurück zum rationalen Entscheiden und „Wer wird Millionär“. Wir wissen jetzt, dass es rational ist bei einer niedrigen Marktbewertung direkt voll einzusteigen. Trotzdem besteht ein erhebliches Verlustrisiko, denn in der „Wer wird Millionär“ Situation ist ja nur eine Entscheidung zu treffen: welche Antwort wähle ich?

Der Investor hingegen trifft zwei Entscheidungen: wann steige ich ein? Und wie? Dies verdeutlicht folgendes Beispiel:

Ein Markt war vor der Krise bei 100% bewertet (Balken links). Was wir heute noch nicht wissen ist, dass der Tiefpunkt der Krise bei einem Verlust von 90% liegen wird (Balken rechts, Achtung nochmal: nur ein Beispiel, keine Prognose!) analog zur großen Weltwirtschaftskrise in 1929. Als dann der Markt auf 50% des ursprünglichen Wertes eingebrochen war (Balken 2) glaubten wir, dass das Schlimmste jetzt hinter uns liegt und wir daher relativ sicher einsteigen können. Tatsächlich fiel der Markt anschließend jedoch leider weiter, und zwar bis nur noch 10% des ursprünglichen Portfoliowerts übrig waren. Für jeden, der bei einem Kursverlust von 50% eingestiegen wäre, bedeutete dies immerhin noch einen Verlust von 80%! Noch mal langsam: ein Investor, der zum Hoch eingestiegen war, machte in der Spitze 90% Verlust. Jeder, der nach einem Kursverlust von 50% eingestiegen war, machte in diesem Beispiel in der Spitze trotzdem noch 80% Verlust. Beide Male Vollkatastrophe! Ich kann mir gut vorstellen, dass so manch einer jetzt verunsichert ist.

Die Unsicherheit bleibt trotz Abwarten und rational durchdachtem Einstieg: ja, statistisch betrachtet wäre es vernünftig nach 50% Kursverlust voll einzusteigen. Aber es kann auch anders laufen. Die Entscheidung wann und ob du einsteigst kann dir keine Analyse abnehmen. Es bleibt allein deine persönliche Einschätzung der Lage. Aber bei der Frage wie du einsteigst kehren wir zurück zur Ausgangsfrage: wie rational entscheidest du?

Der Bauch entscheidet bei mir persönlich am Ende mit

Der streng rationale Investor liegt im Schnitt richtig, aber eben nicht immer. Wir treffen nämlich zwei Entscheidungen:

1. Zu welchem Zeitpunkt steige ich ein?

Meine subjektive Meinung zum richtigen Einstieg im Crash: der richtige Moment ist immer dann gekommen, wenn man gerade meint, dass er nicht da ist. In den letzten Wochen haben wir alle viele Schläge abbekommen und kaum jemand kann sich daher vorstellen, in dieser Verfassung in den Ring zurück zu kehren. Aber gerade wenn du dich so fühlst ist der richtige Moment gekommen, dann ist der Markt wirklich am Boden. So war es zumindest bei mir häufig in der Vergangenheit der Fall. An diesem Bauchgefühl orientiere ich mich persönlich, wenn es um den Einstiegszeitpunkt geht. Vielleicht funktioniert diese Strategie auch für dich. Eine rationale Entscheidung über den richtigen Einstiegszeitpunkt ist nicht möglich.

2. Wie steige ich ein?

Schrittweise oder All-In? Diese Frage ist streng rational zu beantworten, wie die Analyse in diesem Artikel zeigt.

In diesem Sinne happy hunting und bleibt gesund!

0 0 vote
Artikel bewerten
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
17 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
RoMario
RoMario
3 Monate zuvor

Hallo Georg,
vielen Dank für den gewohnt interessanten Artikel!
Meinen Einstieg vor etwas über zwei Jahren habe ich nicht genau berechnet, die Umsetzung war aber halbwegs rational und ähnlich Deinen CAPE-Überlegungen. Zwischenzeitlich habe ich mich etwas geärgert, dass ich nicht stärker eingestiegen bin… Heute freue ich mich natürlich.
Wenn man live dabei ist, ist es immer schwierig: die Stimmungen schwanken in kürzester Zeit vom einen ins andere Extrem und es sprechen immer genau so viele Argumente für wie gegen einen Einstieg.
Mittlerweile habe ich das Geld, das ich investieren möchte, nahezu investiert. Wenn es noch weiter runtergehen sollte, würde ich etwas überkompensieren und meinen Cash-Anteil voll investieren. Mal sehen wie es weitergeht. Ich bleibe gelassen und sehe die Situation ökonomisch eher als Chance zum günstigen Nachkaufen bzw. als einen günstigen Einstieg.
Viele Grüße
Mario

Familien Finanzen im Griff
3 Monate zuvor

Hallo Marco,

ich finde deinen Beitrag wirklich gut zu lesen und finde den Vergleich mit Wer wird Millionär gut erklärt.
ich bin ungefähr seit 5 Jahren an der Börse aktiv und hab es bisher immer so handgehabt , das ich größere Korrekturen oder so wie jetzt den Crash nutze als Einstieg. Ich teile mein Cash auf und investiere in abstand von mehreren Wochen. Wenn es dann mal nicht klappt, weil der Kurs schon wieder zu sehr gestiegen ist, ärgere ich mich nicht drüber und warte einfach auf den nächsten Moment.

Im Endeffekt, man wird nie den richtigen Einstiegpunkt finden. Wenn der Preis den man zahlen muss für ein Unternehmen das einem gefällt passt, dann sollte man zugreifen und wenn man halt in Etappen investiert nicht darüber ärgern, falls man nicht alles investiert hat. Es gibt immer wieder gute Gelegenheiten, man muss sie nur nutzen.

Gruß Stefan

Gambler
Gambler
3 Monate zuvor

Interessanter Artikel, jedoch halte ich die Daten für nicht repräsentativ auf die aktuelle Krise. Die Besonderheit dieser Krise ist ja zweifelsohne, dass der Staat durch den Lockdown gewissermaßen das Wirtschaften über einen größeren Zeitraum verbietet und den Personenverkehr einschränkt. Und das passiert praktisch auf der ganzen Welt! Und dieser Zustand kann in den nächsten 1-2 Jahren in unterschiedlicher Dosierung immer wieder auftreten.
Insofern tue ich mich schwer diese Krise durch einen Datenpool aus „normalen“ Wirtschaftskrisen repräsentieren zu lassen (shit in shit out sozusagen).
Ich würde sagen wir haben keine vergleichbaren Daten, am ehesten Kriege oder die spanische Grippe, wobei diese Ereignisse um ein vielfaches heftiger waren. Wenn man meiner Argumentation folgt, wäre ein stufenweiser Einstieg schlauer.

Cheers Felix

Gambler
Gambler
Reply to  Georg
3 Monate zuvor

„Daher verlasse ich mich persönlich auf den wahrscheinlichsten Verlauf“
Das würde ich auch machen, wenn mir die Eingangsdaten des Schätzers für den „wahrscheinlichsten“ Verlauf schlüssig erscheinen würden. Dein Datencluster basiert nur auf dem CAPE -Ratio und zur Zeit sind wir in der 2. Clusterklasse 15<CAPE <20, zu der 311 Einstiegszeitpunkte gehören. Auf den 1. Blick zweifel ich daher, ob die Daten für die momentane Situation repräsentativ sind. Ich denke aber nochmal drüber nach. Nur eine kurze Nachfrage:
Ich nehme an ein Punkt spiegelt einen Monat im S&P 500 wieder in, der vergangenen 80 Jahren?
Cheers

WurstHorst
WurstHorst
3 Monate zuvor

Hi Georg,

wieder mal ein spannender Artikel. Ich gehe mit deinen Erkenntnissen voll mit, dass man in einer Krise All-In gehen sollte. Aber das ist leichter gesagt als getan.
Ich bin heute mit dem letzten Fünftel meines zur Verfügung stehenden Budgets eingestiegen und ärgere mich fast, dass das zu spät war ;o)
Mein Gesamtdepot ist jedenfalls schon wieder im Plus (ich habe nichts verkauft).

PS: Das ist meine erste Krise, ich bin noch nicht so lange dabei (seit 2017 aber eher zurückhaltend). Ich habe bei mir festgestellt, dass ich mit einem „roten“ Depot, also -30% glaube ich waren es mal fast zwischendurch, locker klar gekommen bin. Mich hat es viel mehr gewurmt, dass ich manchmal zu lange gezögert habe nachzukaufen. Jetzt habe ich im Kopf: Ich bin voll investiert und muss mich nicht mehr damit herumplagen, wann ich wieder nachkaufen muss. Und kann einfach abwarten. Und sollte es nochmal runtergehen, ist es auch nicht so dramatisch. Irgendwann geht es wieder hoch 🙂

Viele Grüße
Florian

WurstHorst
WurstHorst
Reply to  Georg
3 Monate zuvor

Hi Georg,

wo ich gerade so darüber nachdenke, müsste man deine Überlegungen doch eigentlich auch im umgekehrten Fall annehmen können oder? Also CAPE-Ratio > 30 dann „All-Out“. Natürlich haut dann die Abgeltungssteuer ordentlich rein und man betreibt ein Stück weit Markettiming. Wie war denn im Februar 2020 bei CAPE-Ratio? Bzw. wo kann man die CAPE-Ratio einsehen?

Viele Grüße
Florian

RoMario
RoMario
Reply to  Georg
3 Monate zuvor

Ich gehe in einem bzw. dem Börsen-Crash nach dem nachfolgenden Plan vor:
1) Gekaufte Aktien-ETFs werden erst verkauft, wenn das Geld benötigt wird (B&H). Zur Entnahme müssen jedoch mindestens 20% Cash im Depot sein.
2) In Zeiten mit positiver Börsenentwicklung halte ich meinen Cash-Anteil oder versuche diesen aufzubauen.
3) In Crash-Zeiten teile ich mein Cash in 5 Teile auf und investiere 1/5 nach 20% Verlust, 2/5 nach 35% Verlust und 2/5 nach über 50% Verlust.

Ich persönlich bin überzeugter passiver Investor und der Meinung, dass Market-Timing nicht funktioniert. Meine Strategie hilft mir aber dabei, Krisen und Crashs dank der günstigen Kaufkurse etwas Positives abzugewinnen und damit meine Strategie langfristig durchzuziehen.

LG und jedem/jeder die Börsenentwicklung, die er/sie/es wünscht. Und gute Gesundheit (-:

RoMario
RoMario
Reply to  Georg
3 Monate zuvor

Ich finde die Krise bis dato auch sehr lehrreich. Da mein „gewünschter“ Renteneintritt vorraussichtlich mehr als 20 Jahre in der Zukunft liegt, werde ich von der aktuellen Krise wohl eher profieren.
Ich freue mich auf weitere spannende Artikel und wünsche Dir gesundheitlich und finanziell alles Gute!

Uwe
Uwe
2 Monate zuvor

Hallo Georg,
also ich mache „buy and hold“ .. und kaufe beizeiten nach … und generell zum Verkauf … die Frage kaufen oder verkaufen stellt sich bei langfristigen Aktionären nicht … sie bleiben dem Unternehmen verbunden … auch in schlechten Zeiten … wer verkauft hat seine Hausaufgaben vorher nicht gemacht …. Aktien für immer … Krisen passieren … dazu ist die Welt insgesamt mittlerweile zu sehr miteinander verwoben und dementsprechend „dünnhäutig“ …fragil …. da helfen nur solide Informationen wie beispielsweise die langfristige Entwicklung von Dividenden Z.B beim DAX … das hilft bei der (vorherigen) Einschätzung einer Aktie …
Schöne Grüße
Uwe