Entnahmestrategien optimieren: Die Renaissance der Cash-Puffer-Strategie

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Durch die Arbeit am Blog und in der Finanzberatung wird immer wieder deutlich, wie unterschiedlich die individuellen Anforderungen an eine Finanzplanung ausfallen können. Die Gruppe derjenigen, die plant zukünftig ein Einkommen aus dem Aktien-Depot zu beziehen unterteilt sich in das große Lager der passiven Dividendensparer und das bedeutend kleinere Lager der aktive Entsparer. Der Grund, weshalb sich viele Investoren für eine Dividendenstrategie entscheiden, ist der psychologische Vorteil beim Umgang mit Kursverlusten. Insbesondere zu Beginn der Investorenkarriere ist der Umgang mit Kursverlusten noch nicht ausreichend oft geübt und wird daher als besonders schmerzhaft empfunden. Der Erhalt einer Dividendenzahlung wird eher als alternatives Erfolgserlebnis erlebt, welches die negativen Börsen-Emotionen kompensieren kann.

Die aktive Entnahmestrategie bietet dagegen aus ökonomischer Sicht Vorteile, d.h. bei gleichem Startkapital kann ein höherer Netto-Cash-Flow generiert werden. Dieser ist zudem im Zeitablauf stabil und inflationsindexiert. Darüber hinaus können mit der aktiven Entnahmestrategie zusätzliche Cash-Flows wie z.B. durch Verkaufserlöse oder der Beginn der gesetzlichen Rente sinnvoll integriert werden. Denn die Höhe der Depot-Entnahmen ist bei dieser Strategie selbstbestimmt, so dass eine gleichmäßige Planung über den gesamten Entnahmezeitraum unter Berücksichtigung sämtlicher Vermögenswerte möglich ist.

Der „Preis“ den man für diese Vorteile zahlt: Man wird genötigt auch in schlechten Zeiten ins Depot zu schauen und Verluste womöglich sogar zu realisieren. Nicht jedem gefällt das. Dem dividendenorientierten Depot ist es dagegen egal ob man sich mit ihm befasst, die Dividende kommt trotzdem.

Mit der Cash-Puffer-Strategie können Kurseinbrüche leichter verkraftet werden

Die Welt ist jedoch zum Glück nicht schwarz-weiß, und so gibt es erfreulicherweise auch innerhalb der Gruppe der Entnahmestrategien Wege Kursverluste leichter zu verkraften. Die meiner Erfahrung nach zu diesem Zweck populärste Entnahmestrategie ist die Cash-Puffer-Strategie.

Bei der Cash-Puffer-Strategie wird ein Teil des Vermögens als Barbestand gehalten, der Rest fließt in den Aktienmarkt. Sollte es an den Aktienmärkten zu Kursverlusten kommen, wird bei dieser Strategie anstatt aus dem Depot aus dem Barbestand entnommen. Veräußerungen mit Verlust werden begrenzt, und das Depot in schlechten Zeiten somit geschont. Die Gewissheit über eine alternative Entnahmequelle zu verfügen, wirkt beruhigend.

In der Vergangenheit konnte mit dem Cash-Bestand leider keine relevante Rendite erwirtschaftet werden, so dass die positiven Effekte der Strategie auf eine geringfügige Reduktion des Renditereihenfolgerisikos begrenzt waren. Doch inzwischen hat sich die Lage geändert. Kurzlaufende Staatsanleihen liefern wieder attraktive Zinsen, und auch die Banken beginnen sich langsam unter dem Konkurrenzdruck zu bewegen. Mit Rückkehr der Zinsen gewinnt die Cash-Puffer-Strategie daher an Bedeutung. Es ist höchste Zeit das Thema Cash-Puffer-Strategie noch einmal gründlich zu beleuchten, und dabei auch die eine oder andere Verbesserung in die Strategie einfließen zu lassen.

Die optimale Ausgestaltung der Cash-Puffer-Strategie ist komplex

Im Gegenzug zu der klassischen x%-Regel ist die Ausgestaltung der Cash-Puffer-Strategie deutlich komplizierter, denn es ist eine Vielzahl an Variablen zu berücksichtigen. Konkret handelt es sich um die folgenden Aspekte:

1. Länge der Entnahmephase: Für wie viele Jahre soll das Vermögen mindestens reichen?

2. Initiale Asset-Allokation: Welcher Teil des Vermögens soll in Aktien investiert werden, und welcher Teil wird dem Barbestand zugeordnet?

3. Cash-Rendite: Wie hoch fällt die Rendite auf den Cash-Puffer aus?

4. Laufzeit Cash-Puffer: Wie viele Jahre wird der Cash-Puffer maximal aufrechterhalten?

5. Schwellenwert für Cash-Entnahme: Ab welchem Kursverlust wird aus dem Cash-Puffer anstatt aus dem Depot entnommen?

6. Cash-Entnahmerate: Wie hoch ist die Entnahmerate bei der Entnahme aus dem Barbestand?

Und als ob dies noch nicht komplex genug wäre, kommt erschwerend hinzu, dass sich sämtliche Variablen auch gegenseitig beeinflussen. Ich habe daher zahlreiche Simulationen durchgeführt, um die Auswirkungen der unterschiedlichen Konstellationen auf die sichere Entnahmerate zu untersuchen.

Durch die Cash-Puffer-Strategie steigt die sichere Entnahmerate deutlich an

Werfen wir zuerst einen Blick auf die optimale Asset-Allokation, dem wichtigsten Parameter dieser Entnahmestrategie. Die folgende Tabelle stellt die sichere Entnahmerate für einen insgesamt 40 Jahre lang andauernden Entnahmeplan in Abhängigkeit von der Cash-Entnahmerate dar:

Die Überschrift der Tabelle fasst die Ausprägung der oben dargestellten Parameter zusammen: Die Länge der Entnahmephase beträgt 40 Jahre. Trigger = 80% meint, sobald der Aktienmarkt mehr als 20% unter das Niveau bei Start der Entnahmen fällt, wird das Depot geschont und der Cash-Puffer entspart. Sollten die Märkte nicht einbrechen, dann wird der Cash-Puffer spätestens nach Ablauf von 3 Jahren trotzdem verbraucht (Exit). Die für diesen Zeitraum erzielbare Cash-Rendite wird mit 3% angenommen – dies sind die festgezurrten „unfreien“ Parameter.

Die zwei verfügbaren Dimensionen der Tabelle nutzen wir, um den Einfluss der übrigen Variablen auf die sichere Entnahmerate besser zu verdeutlichen:

Mit der waagerechten Achse der Tabelle wird die initiale Aktienquote variiert, d.h. der Anteil des Vermögens der zu Beginn der Entnahmephase in einen gut diversifizierten Aktien-ETF investiert wird. Der verbleibende Teil dient als Cash-Puffer für schwierige Zeiten.

Die senkrechte Achse der Tabelle bildet die Cash-Entnahmerate ab. Diese bezieht sich auf das gesamte Vermögen zu Beginn der Entnahmephase, also Aktien-Depot plus Barbestand. Sie zeigt an wieviel pro Jahr aus dem Cash-Bestand entnommen wird, sollte dies erforderlich sein.

Die Werte innerhalb der Tabelle stellen letztendlich die aus einer bestimmten Parameterkonstellation resultierende sichere Entnahmerate für das Aktiendepot dar. Diese bezieht sich analog zur Cash-Entnahmerate ebenfalls auf das gesamte Vermögen zu Beginn der Entnahmephase.

An dieser Stelle ein Beispiel: Albert besitzt zu Beginn der Entnahmephase 1 Million Euro Vermögen. Er teilt sein Vermögen in 70% Aktien und 30% Festverzinsliches auf (mittlere Spalte). Falls aus dem Cash-Puffer entnommen wird, entweder weil der Markt um mehr als 20% eingebrochen ist oder 3 Jahre ohne signifikanten Kurseinbruch, dann plant Albert eine Cash-Entnahmerate von 3%, gerechnet auf seine 1 Million ursprünglichem Gesamtvermögen, also 30.000 Euro pro Jahr, zu entnehmen (oberste Zeile der Tabelle). Daraus folgt, dass Albert 3,92% also 39.200 Euro pro Jahr aus dem Aktien-Depot entnehmen darf, ohne die vorzeitige Depot-Pleite zu riskieren.

Anhand der vertikalen Achse „Cash-Rate“ erkennt man gut die kompensatorische Beziehung zwischen Cash- und Aktien-Entnahmerate. Wer weniger aus dem Cash-Puffer entnimmt, darf großzügiger in den Aktientopf greifen und umgekehrt. Die Cash-Puffer-Strategie kann daher auch als Flexibilitätsstrategie eingesetzt werden, bei der man in schlechten Zeiten weniger entnimmt.

Ich persönlich bevorzuge den geglätteten Übergang. Hierbei verursacht der Wechsel zwischen Entnahme aus dem Depot und Entnahme aus dem Barbestand idealerweise keinen spürbaren Budget-Unterschied. Die Höhe der Cash-Entnahmerate gleicht der Depot-Entnahmerate. Die Parameter-Konstellationen, bei denen dieser Zustand bestmöglich erreicht ist, sind in der Tabelle oben grün eingefärbt. Das optimale Ergebnis erzielt man demnach mit einer initialen 70/30 Aufteilung und einer globalen Entnahmerate von 3,6% (ceteris paribus).

Das ist auf jeden Fall eine ordentliche Verbesserung der Entnahmeplanung, sowohl was die emotionalen Aspekte betrifft als auch die Ökonomischen. Denn ohne den Cash-Puffer und stattdessen mit 100% Aktienquote liegt die sichere Entnahmerate für den 40-jährigen Zeitraum nur bei 2,95%.

Die folgenden beiden Tabellen zeigen die Ergebnisse der gleichen Untersuchung, jedoch für den 30-jährigen (links) bzw. 50-jährigen (rechts) Entnahmezeitraum:

Wer nur 30 Jahre lang sicher entnehmen möchte, der kann mit der Cash-Puffer-Strategie gemäß der linken Tabelle im Optimum sogar stolze 3,8% pro Jahr entnehmen (klassisch wären nur 3,07% pro Jahr möglich). Die rechte Seite steht für den 50-jährigen Zeitraum, die sichere Entnahmerate fällt hier aufgrund des längeren Entnahmezeitraums entsprechend geringer aus. Der Verlust hält sich aber in Grenzen, im ausgeglichenen Zustand sind immerhin noch zwischen 3,4% und 3,5% Entnahmerate pro Jahr möglich (klassisch mit 100% Aktien: 2,85% pro Jahr). Die Cash-Puffer-Strategie leistet offensichtlich wertvolle Dienste!

Je höher die Verzinsung des Barbestands, desto höher die Entnahmerate

Im nächsten Schritt werfen wir einen genauen Blick auf den Einfluss der Verzinsung des Cash-Puffers. Bisher sind wir von konstant 3% nominaler Verzinsung ausgegangen. Doch wie verändert sich das Bild, wenn die Zinsen steigen bzw. fallen? Die folgende Tabelle stellt die 40-jährige Variante für verschieden hohe Renditen auf den Barbestand dar.

Die initiale Aktienquote entspricht hier in allen Fällen dem zuvor identifizierte Optimum von 70%. Man erkennt deutlich, wie die sichere Entnahmerate mit zunehmender Verzinsung steigt. Die Zunahme der sicheren Entnahmerate entspricht im Mittel ca. 0,1%-Punkte pro 1%-Punkt zusätzlicher Cash-Verzinsung.

Das Problem: es ist aus heutiger Sicht nicht bekannt, wie sich die Verzinsung des Barbestands in den kommenden Jahren entwickeln wird. Wer 30% des Vermögens in Cash investiert, und mit einer Entnahmerate von z.B. 3% kalkuliert, dessen Cash-Bestand, Inflationsanpassungen außen vorgelassen, reicht für 10 Jahre Entnahmen. In der Praxis liegt die Entnahmerate zwar etwas höher und es finden jährliche Inflationsanpassungen statt, so dass der Cash-Puffer schneller verbraucht wird. Trotzdem müssen Zinsen für mehrere Jahre geplant werden.

Eine Möglichkeit das Problem zu adressieren ist es den Teil des Cash-Puffers, der mit hoher Wahrscheinlichkeit erst in mehreren Jahren benötigt werden wird, in Staatsanleihen mit passender Laufzeit zu investieren. Sollten die Zinsen in der Zwischenzeit fallen, dann können bei Bedarf Anteile mit Kursgewinn verkauft werden. Wenn die Zinsen steigen, können auslaufende Tranchen zu attraktiveren Konditionen prolongiert werden. Bei der Verwaltung des Cash-Bestands ist etwas „aktives Management“ erforderlich.

Was sonst noch gut zu wissen ist

Bezüglich der beiden verbleibenden Parameter „Laufzeit Cash-Puffer“ und „Schwellenwert Cash-Entnahme“ habe ich ebenfalls diverse Simulationen durchgeführt. Die beiden Parameter haben innerhalb gewisser Grenzen nur einen geringfügigen Einfluss auf die optimale Ausgestaltung der Strategie.

Gemäß historischer Simulation sollte der Exit aus dem Barbestand spätestens nach fünf Jahren erfolgen. Alles, was darüber hinausgeht schadet nur noch der Gesamt-Rendite bei ausbleibender Reduktion der Volatilität, und reduziert damit auch die sichere Entnahmerate. Innerhalb dieses Zeitfensters kann der Ausstieg nach eigenem Gusto gewählt werden, ich habe mich in den Rechnungen oben pauschal für die Mitte von drei Jahren entschieden. Wichtig: das Erreichen dieses Exit-Zeitpunktes bedeutet nicht, dass dann der komplette Barbestand auf einmal umgeschichtet wird. Stattdessen wird zu diesem Zeitpunkt in jedem Fall mit der Cash-Entnahme begonnen, auch wenn die Aktienmärkte bis dahin weiter gestiegen sind.

Ähnliches gilt für den Schwellenwert. Es ist unerheblich, ob man diesen bei 80%, 90%, 100% oder sogar 110% festlegt. Wichtig ist, dass der Barbestand in die Entnahmen früher oder später einbezogen wird. Wer dagegen plant einen ewigen Cash-Puffer vorzuhalten, der muss sich dies leisten können. Denn effektiv bedeutet dies bei einer Aktienquote von 70% eine Reduktion der sicheren Entnahmerate von 30%. Wer diesen Weg für gangbar hält, der kann sich vermutlich auch eine Dividendenstrategie leisten.

Fazit

Wer die Cash-Puffer-Strategie verinnerlicht hat, der erkennt die Ähnlichkeit zum Glidepath. Analog zum Glidepath wird zu Beginn der Entnahmephase ein Teil des Vermögens in Festverzinsliches investiert. Und beide Strategien münden mittelfristig in einer 100%igen Aktienquote. Doch der Weg dorthin unterscheidet sich, sowohl praktisch als auch gefühlt.

Denn anders als beim Glidepath hält der Barbestand bei der Cash-Puffer-Strategie wesentlich länger vor, was üblicherweise als positiv empfunden wird. Darüber hinaus bleibt das Depot während der Cash-Entnahme gänzlich unberührt, denn der Cash-Puffer ist der sichere Hafen und einziger Quell für Entnahmen in Krisenzeiten. Auch die praktische Umsetzung der Cash-Puffer-Strategie funktioniert für viele intuitiv, die Komplexität ist vergleichsweise gering. Die Umsetzung erfordert keine aufwändigen Berechnungen. Die Popularität dieser Strategie verwundert daher nicht.

Aber auch dieser Strategie sind Grenzen gesetzt. Im Extremfall sind Krisen vorstellbar, mit länger andauernder Markterholung als der Cash-Puffer groß ist. In diesen Fällen müssen auch hier womöglich Anteile mit Verlust verkauft werden. Dieses Risiko lässt sich niemals vollständig ausschließen. Kann man es nicht akzeptieren hilft nur mehr Vermögen.

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Flip
Flip
1 Jahr zuvor

Cool, dass du wieder einen Artikel geschrieben hast! Die vorgestellte Strategie sieht man auch gelegentlich in anderen Medien. Allerdings müsste man im Vorfeld wissen, welche Verzinsung der Cashbestand auf den Zeitraum bis zum Aufbrauchen des Puffers liefert, oder? Ober man geht entsprechend konservativ vor.
Die erste Tabelle stellt übrigens nicht das dar, was im Text beschrieben wird. Ich habe übrigens mit einer Kombination aus Aktien und Gold in der Simulation ähnliche Ergebnisse erzeilt und das ganz ohne Puffer und veränderlicher Aktienquote, sondern einfach mit einer festen 80/20 Aufteilung plus Korrektur auf den bisherigen Depothöchstwert. Vielleicht versuchst du das auch mal. Das kann man im Gegensatz zu diesen Strategien mit veränderlicher Aktienquote sogar progressiv gestalten.

Joerg
Joerg
1 Jahr zuvor

Moin Georg,

danke fuer den schoenen Artikel!
Ein Cash-Zelt ist momentan meine bevorzugte Strategie, vermutlich aber nicht 30% sondern weniger. Ausserdem waere ich bereit, bei tieferen Einbruechen (Welt-AG minus 30, 40, 50%) in den ersten Entnahmejahren den Cash-Puffer vorzeitig zu investieren (aufzuloesen) und frueher „nur“ aus dem Depot zu entnehmen (zB GPO-Methodik).

zu „Die Gruppe derjenigen, die plant zukünftig ein Einkommen aus dem Aktien-Depot zu beziehen unterteilt sich in das große Lager der passiven Dividendensparer und das bedeutend kleinere Lager der aktive Entsparer.

Wieso denkst du, dass mehr Leute nach Dividendenstrategie ansparen/Altersvorsorge planen als in normale Welt-AG-Strategien?

Wenn man einfach die Volumina von gehandelten Aktien oder AUM von ETFs anschaut, scheint es eine deutliche Minderheit zu sein, die va auf Divid. setzt?
Hoechstens bei Finanzblogroll/Youtube/Podcast oder so koennte man meinen, dass es mehr Beitraege zur Dividendenstrategien geben koennte?
Das kann aber vielleicht mit der bes. Persoenlichkeitsstruktur zusammenhaengen? So quasi: die Normalos (ohne spez. Divi.-Focus) sind still und unberuehrt, die Divis muessen staendig darueber bloggen/reden, weil da iwie ein tiefes Mangelgefuehl besteht (Verarbeitung/Negierung ihrer pers. Verlustaversion)? Also ein Bestaetigungs-Bias-Problem?😉

Naja, da kann ich eigentl. nicht mitreden als Fast-Asperger 🤷‍♂️😂

zu „Doch inzwischen hat sich die Lage geändert. Kurzlaufende Staatsanleihen liefern wieder attraktive Zinsen

Ist nicht die Realrendite entscheidend? Die ist doch jetzt noch negativer als zB vor ein paar Jahren? Dh die Opportunitaetskosten eines Cash-Puffers sind gestiegen, nicht gefallen?

Typos:
und der Cash-Puffer einspart“ entspart?

Mir scheint, du hast Tabelle 3 einfach auch an die Stelle von Tabelle 1 kopiert, aber da gehoert eine andere Art Tabelle (so wie Tabelle 2) hin?

Gordon Gekko
Gordon Gekko
1 Jahr zuvor

Hallo Georg,

wie schön nach längerer Abstinenz wieder von Dir zu lesen. Guter Beitrag.

Zwei Fragen dazu:

1) Für die Vorsichts-Fetischisten wie ich einer bin – wie wäre es denn mit einem „Autopiloten“ bei der Entnahme – sprich einer dynamischen Asset Allocation.

Man startet z.B. mit 70:30 – nach einem Jahr sind die Aktien super gelaufen und man hat ein Verhältnis von 80:20 – dann entnimmt man 80% der Entnahme aus Aktienvermögen und 20% aus dem Cashtopf. Im nächsten Jahr haben wir einen Crash. Verhältnis Aktie zu Cash 40:60 – also entnehme ich dann 60% aus dem Cashtopf und nur 40% aus Aktienverkäufen.

2) Was hältst Du denn von einem ETF auf kurzfristige deutsche Staatsanleihen als Alternative zum Tagesgeld?

Danke vorab für Deine Gedanken.

Jürgen
Jürgen
1 Jahr zuvor

Hallo Georg,

bin diesmal etwas verwirrt, da ich nicht verstehe, warum noch negativere Realzinsen als in der Vergangenheit den Cash-Puffer attraktiver werden lassen. M.E. kann das von Dir beleuchtete Szenario nur funktionieren, wenn Du unterstellst, dass die Inflation UNTER die Anleihekurs fällt?! In allen anderen Szenarien müsste der Cash Puffer „schlechter“ funktionieren als in der Vergangenheit… ?! Was übersehe ich?

Grüße
Jürgen

Uwe
Uwe
10 Monate zuvor

Super Beitrag, vielen Dank! Die Simulationen sind mit 0% Pleitewahrscheinlichkeit gerechnet, richtig?

Ich habe übrigens Deinen Newsletter abonniert aber aus der Erinnerung für diesen Post keine Email erhalten?! Vielleicht ging es anderen genauso? Ich wundere mich nur über die geringe Anzahl an Kommentaren, für mich ist dies einer der besten Posts, die Du jemals erstellt hast.

Als Anregung auch nochmal eine Ergänzung zu dieser Strategie: Man kann möglicherweise eine höhere Entnahme erzielen, wenn man ein Cash Tent von 20/30 Prozent mit einem Wertpapierkredit kombiniert. Insbesondere für adverse Verläufe wie Entnahmebeginn 1968 oder 2000 wäre dies sicherlich ein zusätzlicher Vorteil. Wenn man direkt mit einer Krise startet, die sehr lange andauert würde man dann entsprechend im Jahr 1-5 das Cash Tent verbrauchen. Für die Krisenjahre 5-10 würde man die monatliche Entnahmen über einen Wertpapierkredit darstellen. So müsste man im worst case erst nach 10 Jahren die ersten Aktien aus dem Depot verkaufen und würde entsprechend extreme Niedrigkurse vermeiden.

karl
karl
9 Monate zuvor

Ob man nun 10% oder 30% cash (ultrakurzlaufende Staatsanleihen) ansetzt ist einfach von der Annahmen abhängig, wie lange man in Crash nicht auf den stark minimieren Risikoanteil zugreifen will.

Bei einem sehr starken Einbruch macht es dann sogar Sinn rebalancing zu betreiben. Also erst mal die Entnahmen nur aus dem Cash machen. Wenn man dann noch weit von der geplanten Aufteilung entfernt ist auch noch Cash in Risikoanteil umzuwandeln. In der Hoffnung, dass es im nächsten den Crash folgenden Bullenmarkt überdurchschnittlich gewinnt.

Ich denke, mehr als die Pi mal Daumen Regel macht keinen Sinn.

Einzig aus der Vergangenheit erwiesen scheint, dass anders als in der Vermögensaufbauphase es ungünstig ist auf 100% Risikoanteil zu setzen. 25% in risikoarmen Staatsanleihen und cash mit Rebalancing wirft in den Montecarlo Simulationen ein besseres Ergebnis aus.

Oli
Oli
6 Monate zuvor

Moin Georg,

gibt es eigentlich eine Gegenüberstellung der recht ähnlichen Strategien wie Cash Puffer, Glidepath und Gold Puffer, insbesondere auf die zu erwartenden Performance/mögliche sicher Entnahmerate? Ich beziehe mich hier auf die hervorragenden Blog Posts von Dir..
Danke im Vorraus!

OliS
OliS
6 Monate zuvor

Wird der Rest vom Cashpuffer in 100% Aktien umgewandelt. Nach wieviel Jahren geschieht das? Der Puffer würde in dem Bsp ja für 10 Jahre reichen..Welche Aktienquote ist zu empfehlen, wenn man mit 40 nur 800€ Erwerbsminderungsrente hat und 180.000 € Rücklagen
Ich überlege 120.000 in einen Geldmarkt ETF zu stecken

Last edited 6 Monate zuvor by OliS
OliS
OliS
Reply to  OliS
6 Monate zuvor

Zb. Xtrackers Overnight ETF(an ESTR Zins gekoppelt)
Wohne zur Miete, Mietkosten 480€