Gesetzliche Rente mit 63 ist immer die richtige Entscheidung

Gesetzliche Rente mit 63 ist immer die richtige Entscheidung
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An dieser Stelle möchte ich gleich zu Beginn eine spannende Entdeckung ankündigen, die für so gut wie alle Rentner und Privatiers in Deutschland relevant ist. Denn der heute vorgestellte Inhalt ist unabhängig davon anwendbar, ob man sich für einen regulären Renteneintritt (klassischer Rentner) oder einen vorgezogenen Ruhestand (Privatier) entscheidet. Jedes Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung kann von der hier gleich vorgestellten Methode profitieren. Wir werden uns ansehen wie man trotz des Abschlags auf die gesetzliche Rente, der sich durch den vorzeitigen Bezug ab 63 ergibt, eine in Summe um einige Hundert Euro pro Monat höhere Gesamt-Rente erzielen kann. Ganz einfach, ohne zusätzliches Kapital oder Risiko.

Es handelt sich um den Netto Hinzugewinn aller Entnahmen, der sich ergibt, wenn man die Rente schon mit 63 Jahren statt mit 67 Jahren bezieht. Dabei ist es unbedingt erforderlich die gesamthafte Asset-Allokation zu betrachten. Konkret geht es um ein simples Portfolio, bestehend aus 2 Vermögensgegenständen: einem gut diversifizierten Aktien ETF-Portfolio und einem Anspruch an die gesetzliche Rentenversicherung. Wir werden sehen, dass das zeitliche Vorziehen der gesetzlichen Rente auf Ebene des Gesamtportfolios (Summe aus Rentenanspruch und ETF-Portfolio) eine signifikante Risikoreduktion bewirkt, durch die sich die aus dem vorzeitigen Rentenbezug ergebenden Nachteile überkompensiert werden. Doch der Reihe nach.

Isoliert betrachtet führt ein vorzeitiger Rentenbezug zu einem Abschlag

Betrachtet man die gesetzliche Rentenversicherung isoliert, dann führt ein vorzeitiger Bezug zu einem Abschlag auf die Rentenhöhe. Die entsprechende Regelung ist den allermeisten Lesern bekannt. Ich erwähne der Vollständigkeit halber trotzdem kurz, dass der Abschlag 0,3% für jeden vorgezogenen Monat beträgt, und man den Beginn der Rente maximal 48 Monate vorverlegen kann. Bei einer Regelaltersgrenze von 67 Jahren, welche für alle ab 1964 geborenen Leser relevant ist, kann man den Rentenbeginn also bis auf das 63. Lebensjahr vorziehen. Der entsprechende lebenslange Abschlag auf den bis dahin erworbenen Rentenanspruch beträgt dann 48 x 0,3% = 14,4%. In einem früheren Artikel haben wir die Auswirkungen des Abschlags auf die Rendite in Abhängigkeit vom erreichten Lebensalter untersucht. Das Ergebnis ist, dass man mindestens 87 Jahre alt werden müsste, damit ein vorzeitiger Bezug der Rente ab 63 aus Perspektive der Rendite langsam weniger vorteilhaft erscheint.

Da das gemäß der Analyse zu erreichende Lebensalter sowohl die statistische Lebenserwartung von Männern als auch von Frauen übersteigt, sprechen bereits diese Ergebnisse für den vorgezogenen Rentenbezug mit 63. Doch damals wurde die gesetzliche Rente nur isoliert betrachtet. Bezieht man auch noch eine Aktien-basierte Entnahmestrategie mit ein, dann ergeben sich darüber hinaus zusätzliche Diversifikationseffekte, die ganz klar für einen vorzeitigen Rentenbezug sprechen. Wieso das so ist und wie hoch die Effekte ausfallen werden wir uns nun im Folgenden detailliert ansehen.

Auf Portfolio-Ebene steigt die gesamte Entnahme durch die vorgezogene Rente

Die vorgezogene Rente hat einen risikomindernden Effekt auf die Entnahme aus dem ETF-Portfolio. Denn durch die vorgezogene Rente wird das Aktienvermögen weitere 4 Jahre teilweise geschont. Dadurch kann sich das Vermögen in normalen Zeiten weiter vermehren, anstatt konsumiert zu werden.

Der jedoch viel bedeutsamere Effekt stellt sich in Krisenzeiten ein. Also dann, wenn das Vermögen im ETF-Portfolio nicht weiterwächst, sondern durch einen Kurseinbruch dezimiert wird. Denn in genau diesem Szenario besteht durch das Sequence of Return Risk eine erhöhte Pleitegefahr während der Entnahmephase. Nach einem Kurseinbruch sollte das Vermögen besser geschont werden, damit es Zeit hat, sich wieder zu erholen. Insbesondere in den ersten Monaten und Jahren nach dem Crash fallen die Renditen besonders hoch aus. Es ergeben sich langfristig negative Konsequenzen, wenn man in dieser Zeit nicht maximal investiert ist. Und genau diesen Effekt erreichen wir durch das Vorziehen der gesetzlichen Rente. Sollte es in diesen 4 Jahren ab einem Alter von 63 zum Crash an den Aktienmärkten kommen, dann profitiert das ETF-Portfolio langfristig von den reduzierten Entnahmen. Denn ein Teil des benötigten Budgets wird bereits durch die gesetzliche Rente gedeckt.

Im Gegenzug ist in den darauffolgenden Jahren, ab einem Alter von 67, durch den Abschlag auf die gesetzliche Rente eine entsprechend höhere Entnahme aus dem ETF-Portfolio notwendig. Die nun geringere gesetzliche Rente erzeugt eine Lücke, die mit dem ETF-Portfolio geschlossen werden muss. Rein betragstechnisch handelt es sich hierbei um ein Nullsummenspiel. Wir reduzieren die frühen Entnahmen und erhöhen im Gegenzug die Entnahmen ab 67. Insofern macht eine zeitliche Verlagerung der Entnahmen aus dem ETF-Portfolio betragstechnisch zwar keinen großen Unterschied. Bezogen auf das Risiko ergibt sich daraus jedoch ein bedeutender Unterschied.

Je später aus dem ETF-Portfolio entnommen wird, desto besser

Die Magie entsteht durch die zeitliche Umverteilung, denn das Sequence of Return Risk ist insbesondere zu Beginn der Entnahmephase gefährlich. Je später man auf Entnahmen aus dem Aktien-Portfolio angewiesen ist, desto geringer das Risiko. Durch die Reduktion des Sequence of Return Risk ist uns eine insgesamt höhere Entnahme aus dem ETF-Portfolio gestattet. Die Erhöhung der möglichen Entnahmen auf Ebene des ETF-Portfolios fällt dabei so hoch aus, dass diese den Abschlag der gesetzlichen Rentenversicherung überkompensiert.

Das bedeutet, obwohl wir bei der einen Komponente unseres Vermögens einen Abschlag hinnehmen, gewinnen wir auf der Ebene des gesamten Vermögens hinzu. Bei gleichem Risiko ist so ohne zusätzliches Kapital eine höhere Gesamtentnahme möglich. Eine wichtige Entdeckung, von der jeder profitieren kann, der einen Rentenanspruch besitzt und den Beginn der Rentenzahlungen selbst bestimmen kann.

Die Frage nach dem Beginn der gesetzlichen Rente ist bereits mit 40 Jahren relevant

Doch wie hoch fällt der daraus resultierende Effekt konkret aus? Um diese Frage zu beantworten habe ich eine umfangreiche Untersuchung für verschiedene Altersgruppen von 40 bis 60 Jahren durchgeführt. Der resultierende Effekt ist aber nicht nur von Alter und Beginn der Entnahmephase abhängig, sondern auch von der Höhe des Rentenanspruchs. Und dieser korreliert bekanntlich mit dem Alter, weshalb ich die Höhe der Rentenpunkte mit folgender Formel bestimme: Anzahl Rentenpunkte = (Alter – 25) * 1,5. Ein 50-Jähriger hat gemäß dieser Formel also (50 – 25) * 1,5 P = 37,5 Rentenpunkte. Das mag für den einen zu hoch sein und für den anderen zu niedrig. In jedem Fall ein im nationalen Vergleich überdurchschnittlicher Wert. Für die Zukunft nehme ich an, dass der Wert der Rente langfristig real um 0,5% pro Jahr wächst, was der durchschnittlichen Entwicklung der letzten 15 Jahre in Westdeutschland entspricht.

Die Höhe des Rentenanspruchs muss in Relation zum restlichen Vermögen, dem ETF-Portfolio, gesetzt werden. Um so größer das Aktien-Vermögen, desto weniger Einfluss hat ein gegebener Rentenanspruch auf die Höhe der Entnahmerate. Für die hier vorliegende Analyse nehme ich ein ETF-Vermögen von 500.000 Euro an, unabhängig vom Alter.

Als letzte Modellannahme ist noch der Planungshorizont zu nennen. Dieser beträgt hier immer 100 Jahre. Bei einem 40-jährigen Privatier beträgt die Dauer der Entnahmephase dementsprechend 60 Jahre, für einen 50 Jahre alten Privatier 50 Jahre usw. Die folgende Grafik zeigt die Ergebnisse:

Jeder Balken steht für eine Entnahmerate mit 2,5% Pleitewahrscheinlichkeit und setzt sich aus den folgenden drei Komponenten zusammen:

1) Sichere Entnahmerate nur ETF-Portfolio: Ein heute 50-jähriger Privatier beginnt die Entnahmephase. Ohne Berücksichtigung weitere Vermögensgegenstände (Rentenansprüche) dürfte er bei 2,5% Pleitewahrscheinlichkeit 50 Jahre lang reale 3,56% p.a. von seinem ETF-Portfolio entnehmen (blauer Balken). Das entspricht mit einem Vermögen von 500.000 Euro einem jährlichen Budget i.H.v. 17.800 Euro.

2) Sichere Entnahmerate ETF-Portfolio + Rente ab 67: Unser Privatier besitzt daneben annahmegemäß auch 37,5 Rentenpunkte, und damit (Stand 2021) einen Rentenanspruch i.H.v. ca. 1.280 Euro pro Monat bei Rentenbezug ab 67. Wird der Rentenanspruch bei der Bestimmung der Entnahmerate berücksichtigt, dann steigt diese auf 4,56% p.a. an (roter Balken). Das jährliche Budget beträgt jetzt 22.800 Euro. Und zwar ab 50, obwohl die Rente erst mit 67, also in 17 Jahren, fließt. Wie man als Privatier schon heute von zukünftigen Zahlungen profitieren kann, erkläre ich hier an dieser Stelle ausführlich. Es handelt sich um einen Effekt, der mit zunehmendem Alter exponentiell zunimmt, was man anhand der Grafik auch sehr gut erkennen kann.

3) Sichere Entnahmerate ETF-Portfolio + Rente ab 63: Doch damit nicht genug. Das Highlight des Artikels sind die grünen Balken. Hierbei handelt es sich um den Netto-Aufschlag auf die Entnahmerate, der sich durch die zuvor bereits detailliert beschriebene Risikoreduktion ergibt. In dem hier vorliegenden Beispiel steigt die Entnahmerate durch das Vorziehen der gesetzlichen Rente um 4 Jahre von 4,56% auf 4,84% an. Es handelt sich um einen risikolosen weiteren Aufschlag i.H.v. 0,28%. Bezogen auf das 500.000 Euro schwere ETF-Portfolio ergibt sich eine absolute Verbesserung der Rente von 1.400 Euro pro Jahr, was einer Steigerung um 6% entspricht. Und das, obwohl die gesetzliche Rente aufgrund des vorzeitigen Bezugs für sich allein betrachtet mit einem Abschlag von 14,4% versehen wird. Mehr Rente ohne Risiko oder zusätzliche Mittel! Allein durch eine im Zeitablauf verbesserte Asset-Allokation. Ein echter sogenannter Free-lunch durch Diversifikation, wie man ihn sonst nur selten findet.

Keine Risikotransformation, sondern ein echter Hinzugewinn ohne Nebenwirkungen

Bei anderen Maßnahmen zur Risikoreduktion, wie z.B. bei einem Glidepath, erkauft man sich diese üblicherweise auf Kosten des Endvermögens. Die negativen Effekte einer möglichen adversen Entwicklung der Kapitalmärkte werden auf Kosten von ebenso möglichen guten Verläufen reduziert. Es handelt sich in diesen Fällen also um eine Risikotransformation, und nicht um einen bedingungslosen Hinzugewinn, so wie es hier bei der Rente ab 63 der Fall ist.

Dass der Hinzugewinn an Wohlstand durch eine vorgezogene Rente mit 63 immer gegeben ist, zeigt die folgende Grafik. Diese stellt die Entwicklung des Aufschlags durch die vorgezogene Rente auf die sichere Entnahmerate im Zeitablauf dar:

Das Wichtigste zuerst: Zu keiner Zeit war der Aufschlag (blaue Linie) negativ. Das bedeutet, es gab in den letzten 120 Jahren kein einziges Szenario, bei dem ein vorgezogener Start der Rente einen Nachteil erbracht hätte. Die Höhe des Vorteils war zwar nicht in jedem Szenario konstant, aber stets positiv. Und das ist wahrlich bedeutsam! Denn dadurch ist bewiesen, dass es sich um einen echten Hinzugewinn handelt.

Der durchschnittliche Vorteil durch die Rente mit 63 liegt für einen 60-jährigen Frührentner mit 500.000 Euro Privatvermögen bei 0,44% p.a. Aufschlag auf die Entnahmerate. Zusätzlich ist auf der rechten Achse der reale S&P 500 Total Return Index abgetragen. So lassen sich Zusammenhänge zwischen Marktentwicklung und Höhe des Aufschlags leichter ausmachen. Mir fallen sofort die inflationären 70er Jahre auf. Hier wirkt sich die Annahme eines jährlichen Rentenwachstums in Höhe der Inflation + 0,5% besonders positiv auf die Höhe des Aufschlags durch die vorgezogene Rente aus.

Fazit

Es handelt sich bei dem hier vorgestellten Zusammenhang um eine bedeutsame Erkenntnis im Bereich persönliche Finanzen. Die Rente mit 63 ist im Portfoliokontext demnach ein No-Brainer. Wer die gesetzliche Rente vor Erreichen der Regelaltersgrenze beziehen will, muss einen Abschlag i.H.v. 0,3% pro Monat hinnehmen. Und trotzdem wirkt sich diese Maßnahme im Gesamtkontext positiv aus. Das ist ein faszinierendes Wohlstandsgeschenk von dem viele profitieren können, weshalb es sich lohnt dieses Wissen möglichst weit zu verbreiten. Die Vorteilhaftigkeit ist jedoch abstrakt und nicht spontan zu greifen. Ich hoffe trotzdem, dass es mir und vielen Lesern gelingt, diese wichtige Botschaft mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Auf dass es uns allen besser geht!

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Christoph
Christoph
4 Tage zuvor

Geniales Timing zum 1. Mai !
😋

So aufbereitet hab ich das noch nie gesehen.
Glückwunsch, das halte ich wirklich für wegweisend.

Du hast hier genau das gezeigt, was ich tief unten im Bauchgefühl zwischendurch empfunden habe, als ich mir sie Sache im Versorgungswerk-Bereich angesehen habe.
Dann müsste essinngemäß auch für VW-Mitglieder gelten,
insbesondere wenn weitergearbeitet werden kann?
Aus Risikosicht habe ich das noch nie konkret durchgespielt …
Starker Blogbeitrag, Georg!

Bin sehr auf die Diskussion gespannt
👍🏻

Last edited 4 Tage zuvor by Christoph
Stefan
Stefan
3 Tage zuvor

Hallo Georg, danke für den interessanten Beitrag, der mich allerdings auch etwas skeptisch zurück lässt. Daher eine Nachfrage: Du zeigst das beeindruckende und nachvollziehbare Beispiel des Privatiers, verallgemeinerst in der Einleitung aber – sofern ich richtig verstanden habe – auf fast alle, die die gesetzliche Rente regulär angehen wollen/müssen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass in einer Konstellation, wo der Wille und die Möglichkeit zur Arbeit bis 67 da ist und bis dahin durch Arbeitslohn keine Entnahme aus dem ETF-Portfolio erfolgen muss, am Ende in Summe mehr herauskommt als bei einer vorgezogenen Rente mit 63. Oder habe ich Deine Ausführungen falsch verstanden? Danke & Gruß Stefan

Achim
Achim
Reply to  Georg
1 Stunde zuvor

> Ich hatte vor kurzem einen Mandanten, der vor der Wahl stand:
> Entweder bis 65 arbeiten mit voller Rente aufgrund von 45
> Beitragsjahren oder Rente ab 63 mit 14,4% Abschlag. Also
> voller Abschlag für nur 2 Jahre vorziehen. Diese Lücke konnte
> durch den Diversifikationseffekt vollständig geschlossen
> werden, die 2 extra Jahre wären voll umsonst gewesen.

Das glaube ich nicht. 

Wer 2 Jahre weiter voll arbeitet, verdient erstmal zwei volle Jahresgehälter und zahlt dazu weiter in die Rente ein. Bei angenommenen 1,5 Entgeltpunkten pro Jahr sind das 3 Entgeltpunkte (oder 100 Euro Rente) mehr über den Abschlag hinaus. Dieser Mensch muß freilich in seinem 64. und 65. Lebensjahr wie ehedem Tag für Tag ins Büro gehen, statt als Rentner auf der Parkbank zu sitzen, aber finanziell stellt sich der Werktätige dennoch besser als der Rentner. 

Du argumentierst immer mit der “sicheren Entnahme” und sagst richtig: Bei einer höheren Entnahme steigt die Pleitewahrscheinlichkeit. 

Der Rentner mit 63 bestreitet sein Budget aus der Rente und einer Entnahme aus seinem Portfolio. 

Der Rentner mit 65 bestreitet mit 63 und 64 seinen Lebensunterhalt aus seinem Erwerbseinkommen und schont sein Portfolio maximal, weil er nichts entnimmt, sondern im Gegenteil vielleicht sogar noch dazuspart. Erst ab 65 bekommt er eine nennenswert höhere Rente als mit 63, was bedeutet, daß er fürs gleiche Budget sogar noch weniger entnehmen muß, als er bei Rentenbeginn 63 entnehmen müßte. Somit sinkt entweder die Pleitewahrscheinlichkeit oder er kann sogar noch mehr entnehmen als vorher geplant (also sein Budget erhöhen).

Ich kann mir nicht vorstellen, daß es für diesen Menschen finanziell günstiger ist, mit 63 in den Ruhestand zu gehen. Erklärst Du mir meinen Denkfehler? 

Gordon Gekko
Gordon Gekko
3 Tage zuvor

Hallo Georg,

wie immer super analysiert.

Wenn man nun alle Logik zusammennimmt, wird aber die GRV in der heutigen Konstellation wohl nicht mehr finanzierbar sein. Ich persönlich rechne hier noch mit signifikanten Anpassungen. Aber man kann für so eine Analyse natürlich nur den Status Quo anwenden.

Eine Überlegung noch – viele Privatiers spielen ja mit den Gedanken den verfrühten Abschied in Privatleben mit einem Wechsel von der privaten- zur gesetzlichen Krankenversicherung zu verbinden. Der wichtige Aspekt bzgl. der Krankenversicherung der Rentner (KdR) könnte hier noch interessant sein. Wenn man in seiner zweiten Lebensarbeitshälfte mind. 90% in der GKV war, hat man Anspruch auf die KdR. Hier könnte es evtl. noch vorteilhaft sein, den Rentenbeginn etwas nach hinten zu verschieben – die Einsparmöglichkeiten in der Krankenversicherung sollten enorm sein. Was denkst Du zu dieser Thematik?

Gordon Gekko
Gordon Gekko
Reply to  Georg
3 Tage zuvor

Das wäre echt spannend.

Zumal man ja derzeit auch als freiwillig Versicherter oder auch privat Versicherter einen Zuschuss von der Rentenkasse bekommt – allerdings nur auf Antrag.

Henning
Henning
3 Tage zuvor

Im Vergleich mit einer Rente ab 65 ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren sagt mir mein Bauchgefühl das sich eine Rente mit 63 und 14,4% Abschlag nicht lohnt. Kann ich diese Konstellation in einer Grafik ablesen?

Niklas
Niklas
Reply to  Georg
3 Tage zuvor

Hallo Georg
Ein sehr interessanter Artikel, der mich in meinem Bauchgefühl und bisherigen Glaubenssätzen auch heftig durcheinanderwirbelt.
In meiner Situation war ohne es analytischer zu betrachten klar, dass ich die Rente abschlagsfrei mit 65 Plane. Wegen 3 Kernpunkten:

1. Erreichung des Status „besonders langjähriger Versicherter“ (45 Beitragsjahre) vor 65 => 4 Jahre Abzüge für 2 früherer Bezug
2. Zuschuss der KvdR zur PKV => höhere Bruttorente von Vorteil.
3. Habe ich wegen frühem Berufsstart deutlich höhere Rentenpunkte als dein Beispielakademiker => 54 vs. 37 als 50 Jähriger

Darüber hinaus ergeben sich i.d.Z. weitere Fragen zu Überlegungen aus früheren Beiträgen deiner Rentenserie, wie:

1. Inwieweit hat das Einfluß auf freiwillige Beitragszahlungen?
2. Auf die Überlegung doch noch in die GKV zu wechseln trotz Entfall der KvdR und wie bei mir einem zusätzlichen Beitragsentlastungstarif ab 65
3. Wie wirken in diesem Kontext weitere beruflich- und private Rentenzahlungen, die schon ab 60 kommen und ja auch schon das SoRR senken?

Fragen über Fragen, die du da bei mir angestoßen hast 😁

Niklas
Niklas
Reply to  Georg
1 Tag zuvor

Hallo Georg
Ist die Anzahl der Rentenpunkte dann linear in deiner Rechnung zu sehen?
Gleiches auch auch für den Zuschuss zur privaten KV, die ja dann auch 2 bzw. 4 Jahre früher fließen würde.

Niklas
Niklas
Reply to  Georg
1 Tag zuvor

Danke für die Antwort Georg. Mit linear meine ich wenn man die Varialbe verändert. Bspw. 2 anstatt 1,5. oder minus 20 anstatt 25…

Niklas
Niklas
Reply to  Georg
1 Tag zuvor

Ja, denke 63 wäre ein schlüssiges Alter

Hans-Jürgen
Hans-Jürgen
3 Tage zuvor

Guten Morgen! Lieber Georg, ich bin totaler Fan Deines Blogs und Deiner Berechnungen und hoffe, mit meinem Kommentar etwas beitragen zu können. Denn – leider – kann die Annahme, die Du triffst leicht missverstanden werden. Vielleicht kannst Du nochmal drauf Schauen?
Hintergrund: Wenn Du nur auf die bisher erreichten Rentenpunkte schaust müsste Deine Rechnung richtig sein und aufgehen – ganz sicher bin ich da nicht. Hintergrund: Es gibt ZWEI Arten von Abschlägen: Wenn man auf das schaut, was laut Rentenbescheid mit 67 raus kommen soll und dann einen Abschlag von 14,4 % anwendet kommt man zu einem falschen Ergebnis bzw zu hohem Rentenbetrag. Der Abschlag von 14,4 % für den früheren Rentenbezug unterstellt immer noch Rentenbeiträge, die man bis zum 67. Lebensjahr leistet (obwohl man schon seit 63 in Rente ist). Der Hintergrund ist, dass die Abzüge von 14,4 % lediglich den früheren Renteneintritt ausgleichen. Denn wer vier Jahre früher in Rente geht, erhält im statistischen Mittel auch vier Jahre länger Rente. Damit er jedoch insgesamt nicht mehr bekommt als andere, die bis 67 arbeiten, wird die Summe gestreckt, indem pro Monat weniger ausbezahlt wird, bei vier Jahren 14,4 Prozent weniger. Die Abzüge gleichen jedoch nicht die nicht gezahlten Beiträge aus, also das Geld, das zwischen 63 und 67 nicht einbezahlt wurde. Hier kommt es zu einem zusätzlichen Abschlag. Das erklärt der Rentenbescheid leider nicht. Vielleicht schaust Du nochmal da drauf? LG Hans-Jürgen

Last edited 3 Tage zuvor by Hans-Jürgen
Niklas
Niklas
Reply to  Hans-Jürgen
3 Tage zuvor

Hallo Hans-Jürgen
Da es hier im Blog um ein grundlegenden früheren Ruhestand geht werden die fehlenden Beiträge wohl nicht explizit erwähnt.
Man könnte natürlich die Zeit bis 67 nutzen um nach dem Erwerbsleben freiwillige Beiträge zu zahlen.
Soweit ich weiß würde das sogar noch parallel zum früheren Rentenbezug gehen.

Jens
Jens
3 Tage zuvor

Hallo,
Toller Beitrag. Einen wichtigen Aspekt hast du aber meiner Meinung nach vergessen. Nämlich dass viele Privatiers die Rente ab 63 gar nicht in Anspruch nehmen können, falls sie schon mit 40 oder 50 aufgehört haben zu arbeiten. Denn die wenigsten werden hier die benötigten 35 Beitragsjahre haben um mit 63 in Rente gehen zu dürfen, ausser man hat weiter einen Nebenjob, also nicht richtig Privatier.

Deswegen kann ich deine Modellrechnung mit einem 40jährigen Privatier nicht ganz nachvollziehen.

Jenni
Reply to  Jens
3 Tage zuvor

Ja, das ist in der Tat ein wichtiger Einwand. Bei der Rente für langjährig Versicherte zählen meines Verständnis nach zwar auch Zeiten der Ausbildung, aber das heißt dann trotzdem, dass man mindestens bis zum Alter von 53 durchgängig gearbeitet oder anderweitig Rentenpunkte erworben haben muss.

Niklas
Niklas
Reply to  Jens
3 Tage zuvor

Hi Jens, für den 40 jährigen trifft das wohl wirklich zu. Soweit ich weiß sind freiwillige Beiträge und damit entsprechende Anrechnungsjahre erst ab 50 über das „Flexirenten-Gesetz“ möglich.

Jens
Jens
Reply to  Niklas
3 Tage zuvor

Ja aber auch da ist es dann die Frage ob es sich lohnt mit 50 nochmal min 3 Jahre freiwillig einzuzahlen, oder länger falls man irgendwelche Lücken hatte.

Niklas
Niklas
Reply to  Jens
3 Tage zuvor

Für die freiwillige Einzahlung genügen ja die Mindestbeiträge von irgendwas um 87€ im Monat, die dann auch noch steuermindernd wirken. Ich denke das ist nicht das Thema.
…und by the way… den 40 jährigen FIRE Kandidat der dann gar nix mehr macht kenne ich nur in der Theorie.

Achim
Achim
Reply to  Georg
1 Stunde zuvor

Für den 40jährigen kommt noch etwas dazu.
Prognosen sind immer schwierig, vor allem dann, wenn sie die Zukunft betreffen.
Wir reden hier über Gestaltungsmöglichkeiten der gesetzlichen Rente. Ich würde mich (wenn ich heute 40 wäre) nicht darauf verlassen, daß die heutigen Bedingungen in 25 oder 27 oder 30 Jahren immer noch so gelten wie heute.
(Und auch vom Lebensjahr 50 bis zum Rentenbeginn 63 oder 67 ist es eine lange Zeit, in der unser werter Gesetzgeber eine Menge Änderungen vornehmen kann, die dem Privatier nicht genehm sind).

Andrea Meier
Andrea Meier
3 Tage zuvor

Hallo Georg,
bestärkt mich in meinem Plan die Rente mit 63 mit dem Abschlag von 14,4% aus dem Ausland dann zu beantragen.

Habe noch 2 Fragen dazu:

  • Bei freiwilliger Einzahlung zur Steueroptimierung bei Auszahlung einer Abfindung: Was kostet mich der Abschlag der GRV um diese 14,4% auszugleichen bei der Ziel maximum EP?
  • Bei der Auszahlung der Rente im Ausland spielt dann auch die noch geringere Besteuerung eine Rolle (keine Steuern auf das Portfolio aber als beschränkt Steuerpflchtiger gibt es keinen Grundfreibetrag mehr somit höhere Steuer auf die Rente und durch den späteren Renteneintritt reduziert sich auch noch der Rentenfreibetrag). In anderen Worten weniger Bruttorente mehr Nettorente spricht auch für Rente mit 63?

Somit steuerlich sinnvoll jetzt einzuzahlen dann ergibt sich aber später eine höhere Besteuerung bei er Auszahlung? Weniger Auszahlung führt zur geringeren Besteuerung und mehr Geld im Portfolio?

Andrea Meier
Andrea Meier
Reply to  Georg
3 Tage zuvor

Danke, braucht sicherlich eine individuelle Planung zur zusätzlichen Steueroptimierung. 35 Jahre bekomme ich zusammen 40 nur mit Nachzahlung.

Schönen Sonntag!

Last edited 3 Tage zuvor by Andrea Meier
Felix
Felix
3 Tage zuvor

1 Jahr extra Rentenanwartschaft gefällig ?
Um Rente mit Abschlag zu bekommen braucht es mindestens 35 Jahre Anwartschaftszeiten. Ab dem 17. Geburtstag zählt Schule zur Anrechnungszeit. Jeder unter 45 kann jedoch die Zeit zwischen 16. Und 17. Geburtstag nachversichern lassen und sich so ein Extra Jahr in der GRV sichern.

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Azubis-Studierende-und-Berufseinsteiger/Schueler/schueler_node.html#:~:text=Bis%20zu%20acht%20Jahren,nicht%20automatisch%20in%20Ihr%20Rentenkonto.

Christian
Christian
3 Tage zuvor

Danke Georg für diesen klaren und logischen Artikel.
Also wenn ich es richtig verstehe bietet die Rente mit 63 in meiner Situation nur Vorteile.
Meine Situation: ich habe Mieteinkünfte aus 4 Eigentumswohnungen, ein Aktiendepot und die 35 Jahre Rentenbeitragszeit in der gesetzlichen Rente voll.
Höhere Gesamtentnahme – siehe dieser Artikel von Georg, und niedrigere Kosten bei der Krankenkasse, da in den 4 Jahren von 63-67 in der Rentenversicherung der Rentner Beiträge nur auf die gesetzliche Renten anfallen.
Klar die 4 Jahre frühere Rente bezahlen ich durch eine niedrigere Gesamtrente, da ich die fehlenden 4 Beitragsjahre nicht ausgleichen kann. Aber hey, wenn es irgendwie finanziell darstellbar ist – go for it!
Dann hoffe ich doch mal, dass es diese Option noch gibt, wenn es bei mir soweit ist.

Christian
Christian
Reply to  Georg
3 Tage zuvor

Hi Georg,
danke für die Einschätzung.
Mit der Einsparung bei der KK meinte ich: wenn ich als Privatier, statt Rente mit 63 zu beziehen, die 4 Jahre weiterhin freiwillig in der GKV versichert bliebe, würde sich mein KK-Beitrag auf Basis aller meiner Einnahmen (=Kapitalerträge + Mieteinnahmen) berechnen. Wenn ich alternativ mit 63 schon in die Krankenvers. der Rentner wechsle, berechnet sich mein Beitrag nur auf Basis der gesetzl. Rente. Die anderen Einnahmen bleiben von diesem Abschlag verschont.
Ob das aber wirklich einen relevanten Unterschied macht? Wohl ehr nicht.

Hans
Hans
Reply to  Christian
3 Tage zuvor

Guten Tag beisammen.
Die Idee ist faszinierend, sollten sich auch angehende Pensionäre hierfür interessieren ?

Gruß Hans

Achim
Achim
Reply to  Christian
1 Stunde zuvor

Es macht für die Betreffenden ggf. einen erheblichen Unterschied, ob sie 
Einnahmen neben der gesetzlichen Rente verbeitragen müssen oder nicht (und natürlich auch, ob sie darauf einen “vollen” Beitrag zahlen müssen oder “nur” einen “halben”). Das vor dem Hintergrund, daß bei der gesetzlichen kranken Kasse einem Mehr an Beitrag ja kein Mehr an Leistung gegenübersteht, das Mehr an Beitrag also nach Ansicht vieler “verloren” ist.

Aktuell gibt es die Vorstellung vom braven Werktätigen, gesetzlich Pflichtversicherten, der allenfalls ein paar “Spargroschen” (wie man das gern so nennt) im “Sparstrumpf” hat. Die Politik ist gedanklich oft noch in der Vergangenheit verhaftet, hier in einer Zeit, in der es noch einen Zins gab. Da wollte man dem braven Werktätigen von den schmalen Früchten seiner ehrlichen Zinseinnahmen nicht noch etwas wegverbeitragen. 

O wie anders ist da der böse Aktionär, der Kapitalist, der Selbständige! Der hat (weil er nichts oder nur wenig “eingezahlt” hat) nur eine schmale gesetzliche Rente und darüber reichlich “leistungsloses Einkommen”, das per Beitragszahlung zu schmälern manchem Politiker geradezu eine vaterländische Pflicht ist. 

Dieser Unterschied wird sich auf Dauer nicht halten lassen. Und weil die staatlichen Sozial”versicherungen” immer knapp bei Kasse sein werden, nehmen sie zusätzliches Geld immer gern. Sobald sie finanziell etwas besser gestellt sind, findet die Politik schnell neue Sozialwohltaten und hilft somit dem politisch unerträglichen Zustand der vollen Kassen schnell wieder ab. 

Ich rechne damit, daß auf lange Sicht dürften alle Einkommensarten dem Sozialversicherungsabzug unterworfen werden, egal ob das Mitglied der kranken Kassen nun “gesetzlich” oder “freiwillig” versichert ist. 

Die braven Werktätigen sollten sich somit nicht blind darauf verlassen, daß sie ihre “Spargroschen” dauerhaft nicht verbeitragen müssen. 

kuri
kuri
2 Tage zuvor

Hallo Georg, 
toller Blog den Du schreibst ! Ich freue mich schon auf das erste Buch von Dir 😉

Zu Deinem Artikel habe ich zwei Anmerkungen bzw Anregungen. 

1) Wie schon von einigen anderen geschrieben sind neben den 14,4 % Abschlag bei Rente mit 63 statt 67 auch noch die entgangenen Entgeltpunkte zu berücksichtigen. Bei einem Gutverdiener mit rund 2 Entgeltpunkten p.a. könnte die Rechnung so aussehen:
Rente mit 67: 68 Entgeltpunkte *100% Rente = 68
Rente mit 63: 60 Entgeltpunkte *85,6% Rente = 51,4
Der Unterschied bei der monatlichen Rente sind rund 24,5 %. Dem steht natürlich eine um 4 Jahre verlängerte Rentenbezugsdauer entgegen.

2) Bei einem Renteneintritt um 4 Jahre früher wir m.E. das Vermögen nicht geschont, sondern die Entnahmephase beginnt 4 Jahre früher. Das liegt daran, dass die Rente in der Regel nur 50% des letzten Einkommens beträgt. Um den gleichen Lebensstandard wie zu Arbeitnehmerzeiten zu erhalten, müsste die andere Hälfte muss aus dem Vermögen aufgestockt werden. Evtl könnte man argumentieren, dass die Vermögensentnahme etwas geringer ausfällt falls aus dem Arbeitnehmereinkommen auch eine Sparrate finanziert wurde. Die Entnahme könnte dann geringer ausfallen und gleichzeitig entfiele die Sparrate im Zeitraum 63 bis 67. 

Viele Grüße
Kuri

Achim
Achim
Reply to  Georg
1 Stunde zuvor

> Ich gehe in meiner Analyse jedoch davon aus, dass
> man sich spätestens mit 60 bereits in der
> Entnahmephase befindet.

Im Artikel steht, daß Deine Überlegungen für alle Rentner relevant seien. Und das sehe ich einfach nicht.

Auch dem Titel
Die Rente mit 63 ist immer die richtige Entscheidung
kann ich nicht zustimmen. Es gibt Szenarien, da ist ein Rentenauszahlungsbeginn mit 63 Jahren sinnvoll, aber meines Erachtens sind die in der Minderzahl. Alle sind es sicher nicht.

Thomas B.
Thomas B.
1 Tag zuvor

Hallo Georg,

sehr interessante Berechnungen, vielen Dank dafür.

Wie Du sagst, hast Du ja die Sozialversicherungsbeiträge in Deinen Berechnungen nicht berücksichtigt. Ich fürchte jedoch, dass die einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Modell haben. Nämlich in dem, sicherlich nicht selten vorkommenden Fall, des freiwillig, gesetzlich krankenversicherten Privatiers, der diesen Status auch als Rentner behält, weil er die Voraussetzungen für die Aufnahme in die KVdR nicht erfüllt.

Bis zum Rentenbezug ermöglichen Grundfreibetrag und Mindestbemessungsgrenze eine steuerfreie und unverbeitragte Realisierung von Buchgewinnen aus Spekulationsgeschäften. Wird die Rente vorgezogen, werden die Freigrenzen dadurch überschritten und die Kapitaleinkünfte werden von der GKV voll verbeitragt.

Ebenfalls nicht unerheblich ist die hälftige Übernahme des KV-Beitrags auf die gesetzliche Rente durch die RV. An dem KV-Beitrag auf Kapitalerträge beteiligt sich die RV hingegen nicht. Das spricht eher dafür, den Anteil der Rente am Gesamteinkommen des Privatiers hoch zu gestalten, denn dadurch erhöht sich gleichzeitig auch die Unterstützung durch die RV. Wird das Einkommen stärker durch die Kapitalerträge bestimmt, muss der Privatier den daraus resultierenden KV-Beitrag alleine stemmen.

Sehe ich das richtig? Wird der Vorteil durch die vorgezogene Rente (grüne Balken) nicht durch diese Umstände geschmälert, wenn nicht sogar zunichte gemacht?

Viele Grüße,
Thomas

Thomas B.
Thomas B.
Reply to  Georg
9 Stunden zuvor

Danke für die Antwort. Nur um sicher zu gehen, meine Fragen erfolgten vor dem Hintergrund, dass die KVdR eben keine Rolle spielt.

Wie dem auch sei, ich bin gespannt auf Deine weiteren Analysen.