Welchen Einfluss hat die gesetzliche Rente auf die sichere Entnahmerate?

Welchen Einfluss hat die gesetzliche Rente auf die sichere Entnahmerate?
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Stellen wir uns einen frisch gebackenen, 47-jährigen Privatier mit einem Depot von 1 Mio. Euro vor. Er hat für sich entschieden die 3,6%-Regel zu befolgen, und entnimmt dementsprechend 36.000 Euro pro Jahr = 3.000 Euro pro Monat aus seinem Depot. Der aktuelle Rentenbescheid teilt ihm außerdem mit, dass er in 20 Jahren ab einem Alter von 67 eine jährliche Rente i.H.v. 1.000 Euro pro Monat (ca. 29,4 Rentenpunkte) erwarten darf.

Isoliert betrachtet würde sich sein monatliches Budget in 20 Jahren also sprunghaft um 1.000 Euro pro Monat erhöhen. Das ist schön. Besser wäre aber ein geglättetes Profil. Sein Gefühl sagt ihm zudem, dass der in 20 Jahren wirksame Rentenanspruch bereits heute einen Effekt haben sollte. Doch wie kann er das Depot und den gesetzlichen Rentenanspruch sauber unter einen Hut bringen? Konkret: kann er schon heute einen höheren Betrag entnehmen, oder würde auch ein geringeres Depot seinen Ansprüchen genügen?

Welche Auswirkungen hat die Zukunft auf die Gegenwart?

Heute starten wir eine neue Serie kürzerer Artikel zu einem besonders wichtigen Thema für die Deutsche FI-Community: welchen Einfluss hat die vorhandene Altersvorsorge auf die finanzielle Unabhängigkeit?

Ich kenne niemanden dessen Vermögen ausschließlich aus einem Aktienportfolio besteht. In der Praxis existiert neben dem selbst verwalteten Depot noch ein Sammelsurium weiterer Geldanlagen, die irgendwann einmal zusätzliche Zahlungsströme generieren. Populäre Produkte zur Absicherung im Alter sind z.B. eine Rürup- oder Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge oder eine kapitalbildende Lebensversicherung. Und natürlich nicht zu vergessen die gesetzliche Rente, bei der jeder, der mindestens 5 Jahre einzahlt, einen lebenslangen Anspruch erwirbt.

Es stellt sich die Frage, wie die Höhe der Entnahmen beeinflusst wird, wenn ich bereits heute in die Entnahmephase starte, obwohl die zusätzlichen Zahlungsströme aus den Rentenprodukten erst in 10, 20, 30 oder noch mehr Jahren fließen. Im heuten Artikel befassen wir uns zuerst mit der Form der Altersvorsorge, die die meisten von uns betrifft: die gesetzliche Rente.

Der Barwert der Rente ist der Schlüssel zum Erfolg

Eigentlich könnte alles ganz einfach sein. In einer Welt mit maximaler Kapitalflexibilität könnte der Privatier einfach seine staatlichen Rentenansprüche heute verkaufen, und den Verkaufserlös anschließend seinem Depot hinzufügen. Das monatliche Budget würde sich sofort entsprechend erhöhen.

Beispiel: gemäß meinen Berechnungen in diesem Artikel beträgt der Barwert von 29,4 Rentenpunkten für einen 47-jährigen Mann derzeit ca. 247.000 Euro. In einem effizienten Markt entspräche dies gleichzeitig auch dem Verkaufspreis. Unser Privatier könnte sein Depot durch den Verkauf seiner Rentenansprüche für 247.00 Euro also auf insg. 1.247.000 Euro aufstocken. Sein Entnahmebetrag würde sich dadurch auf 3,6% * 1.247.000 = 44.892 Euro pro Jahr bzw. 3.741 Euro pro Monat erhöhen (zuvor: 3.000 Euro).

So würde zumindest ein professioneller Teilnehmer am Kapitalmarkt kalkulieren. Doch leider gibt es einen Haken: es gibt keinen Markt für Privatpersonen zum Verkauf ihrer staatlichen Rentenansprüche. Ergo lässt sich auch kein Verkaufserlös erzielen der anschließend in Aktien investiert werden könnte. Denn die Tatsache, dass die noch nicht entnommenen Gelder in der Zwischenzeit in den Aktienmarkt investiert sind, ist für den Erfolg einer Entnahmestrategie gemäß der 3,6%-Regel entscheidend. Die Kalkulation oben ist also rein theoretischer Natur.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten

Wenn wir schon nicht unsere Rentenansprüche verkaufen und den Verkaufserlös anschließend in Aktien investieren können, dann müssen wir ersatzweise rückwärts rechnen.

Die konkrete Frage des Privatiers aus dem Beispiel lautet: welchen Betrag müsste ich heute in Aktien investieren, um in 20 Jahren ein Vermögen in Höhe meiner Rentenzahlungen zu besitzen?

Das kann niemand wissen, denn die zukünftige Entwicklung der Aktienmärkte ist unvorhersehbar.

An dieser Stelle muss man sich Folgendes in Erinnerung rufen: die Berechnung der sicheren Entnahmerate basiert auf einer historischen Simulation, d.h. auf Daten der Vergangenheit. Und vom Standpunkt der Vergangenheit aus ist die Entwicklung der Rendite bekannt. Es gilt in diesem Zusammenhang folgende goldene Regel:

Geht man rückblickend so vor, dass man jede zukünftige Rentenzahlung mit der individuellen Aktienmarktrendite abzinst, und abschließend die Summe aller abgezinsten zukünftigen Zahlungen ins Verhältnis zum Depotwert setzt, dann entspricht das Ergebnis exakt der prozentualen Steigerung der Entnahmerate.

Klingt beim ersten Mal Lesen garantiert verwirrend und nicht sofort einleuchtend. Das Ganze ist am Ende aber wirklich simpel in der Anwendung und das Ergebnis von enormer Bedeutung für die persönliche Finanzplanung. Ich werde gleich in einem Beispiel detailliert erklären, wie du die Auswirkungen deiner gesetzlichen Rente auf die sichere Entnahmerate ganz einfach selbst berechnen kannst. Doch vorher noch ein letztes wichtiges Detail.

Gestern war „das Heute“ morgen

Was sich rückblickend unter Kenntnis aller Daten leicht zeigen lässt, gilt natürlich nicht für die Zukunft. Hier gilt nur die Theorie, die wir bei Unkenntnis der zukünftigen Marktentwicklung anwenden müssen. Wollen wir den Barwert unserer Rentenansprüche mittels der Rendite des Aktienmarktes bestimmen, dann müssen wir eine Annahme zu treffen. Und an dieser Stelle kommt wieder die Unsicherheit ins Spiel, genau wie bei der Bestimmung der individuellen Entnahmerate. Zwischen 2% und 5,5% kann man sich bei der Wahl der eigenen Entnahmerate je nach eigenem Gusto bewegen, wobei ich persönlich in Abhängigkeit vom Alter bei Renteneintritt eine Entnahmerate zwischen 3,5% – 4% empfehle.

Was die Annahme der zukünftigen Aktienmarktrendite betrifft, so gilt: je höher diese Ausfällt, desto geringer der Barwert der Rente, und desto geringer auch der Aufschlag auf die sichere Entnahmerate. Eine hohe Aktienmarktrendite ist in diesem Zusammenhang also konservativ.

Es macht aber keinen Sinn, sowohl bei der Entnahmerate als auch bei der Annahme für die Aktienmarktrendite konservativ zu sein. Wer sich für eine geringe Entnahmerate entscheidet, der geht auch von einer zukünftig geringen Aktienmarktrendite aus und umgekehrt. Eine konservative Entnahmerate erlaubt daher auch die Anwendung einer geringen Aktienmarktrendite bei der Bestimmung des Barwertes der Rente. Folgende Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen der Entnahmerate und der durchschnittlichen realen jährlichen Rendite des Aktienmarktes über den gesamten Entnahmezeitraum (30 vs. 60 Jahre).

Die positive Korrelation zwischen sicherer Entnahmerate und zukünftiger realer Aktienmarktrendite ist gut zu erkennen, insbesondere für den 30-jährigen Zeitraum. Hier ist die Korrelation deutlich stärker, denn unser Schicksal wird insbesondere durch das Marktgeschehen in den ersten Jahren der Entnahmephase beeinflusst. Folgender Zusammenhang: desto geringer die gewählte Entnahmerate, desto geringer sollte auch die Annahme über die zukünftige Aktienmarktrendite ausfallen. Wer beispielsweise mit einer Entnahmerate von 4% p.a. plant, der sollte dementsprechend mit maximal 7% Aktienmarktrendite p.a. planen.

Stets muss die Praxis auf guter Theorie beruhen (Leonardo da Vinci)

Für unseren Beispiel-Privatier steigt die Entnahmerate von 3,6% auf 3,75%! Denn mit einer Entnahmerate von 3,6% nehmen wir gemäß der Grafik oben eine zukünftige Aktienmarktrendite von 7% p.a. zur Berechnung des renditeadjustierten Barwerts an. Unser Privatier ist heute 47 Jahre alt, die nächsten 19 Jahre passiert also nichts. Doch dann beginnt ab dem 20 Jahr der Entnahmephase die gesetzliche Rente zu sprudeln. Jeden Monat erhält er vom Staat nun 1.000 Euro. Der Barwert der ersten Rentenzahlung entspricht dabei 12.000 Euro dividiert durch 1,07^20, also 3.101,03 Euro. Diese Berechnung setzten wir nun für die noch folgenden geplanten Entnahmejahre fort. Anschließend summierend wir die einzelnen Barwerte auf und setzen die Summe ins Verhältnis zum aktuellen Depotwert i.H.v. 1 Mio. Euro. Das Ergebnis ist unser Anpassungsfaktor, mit dem wir die Entnahmerate hochskalieren. In einer Tabelle stellt sich die Situation für unseren Privatier wie folgt dar:

Die linke Spalte stellt die aktuelle Situation dar, die rechte Tabelle ein alternatives Szenario (siehe unten). Der Planungshorizont soll volle 100 Jahre betragen, es werden also ab einem Alter von 67 für 34 Jahre Renten bezogen. Die Summe der Barwerte der einzelnen Rentenzahlungen beträgt 42.650 Euro, das entspricht rund 4,27% vom Depotwert i.H.v. 1 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der zukünftigen Rentenzahlungen beträgt die neue sichere Entnahmerate somit (1+4,27%) * 3,6% = 3,75%. Der neue sichere monatliche Entnahmebetrag liegt demgemäß bei 3.000 * 1,0427 = 3.128,10 Euro.

Auf der rechten Seite eine Variante: wäre unser Privatier heute nicht 47 Jahre, sondern bereits 57 Jahre alt, dann betrüge der Barwert der erwarteten 34 Jahre an Rentenzahlungen bereits 83.919,34 Euro. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die gesetzliche Rente hier schon in 10 Jahren statt wie zuvor erst in 20 Jahren beginnt. Die Entnahmerate steigt demensprechend auf 3,90% an, was 3.250 Euro Entnahmebetrag pro Monat entspricht.

Der noch ausstehende Zeitraum bis zum Bezug der Rente hat also einen großen Einfluss auf den Barwert derselben, und somit auch auf die mögliche Entnahmerate. Spannend ist an der Stelle auch zu beobachten, dass eine 33% höhere Rente ab einem Alter von 67 (4.000 Euro vs. 3.000 Euro) 20 bzw. 10 Jahre zuvor nur eine Steigerung der Entnahmerate um 4,27% bzw. 8,39% erlaubt.

An dieser Stelle fragt sich bestimmt der eine oder andere Leser: kann man wirklich so wie hier beschrieben vorgehen? Die Antwort lautet: ja, das Problem ist nur, dass wir heute nicht wissen welche Entnahmerate sicher und welche reale Aktienmarktrendite sich zukünftig einstellen wird. Deshalb müssen wir mit konservativen Annahmen arbeiten. Eine Entnahmerate von 3,5% – 4% in Kombination mit einer angenommenen Aktienmarktrendite i.H.v. 7% zu Berechnung des Barwerts der Rente erscheinen mir dabei ausreichend vorsichtig.

Wer alles ganz genau nachvollziehen will, für den habe ich an dieser Stelle noch ein Excel Modell zur Überprüfung der oben genannten goldenen Regel verlinkt, viel Spaß beim Tüfteln.

UPDATE: zu diesem Artikel gibt es eine Fortsetzung in der dieser Ansatz weiter entwickelt wird.

Zum Schluss: die Tabellen für einfaches Ablesen

Wer keine Lust hat selbst zu rechnen, der kann auch einfach die folgenden drei Tabellen nutzen. Jede Tabelle steht für einen eigenen Depotwert (500k, 1 Mio. und 2 Mio. Euro). Auf der waagerechten Achse sind die Anzahl der Rentenpunkte, und auf der senkrechten Achse das Alter, jeweils zu Beginn der Entnahmephase, abgetragen. Die einzelnen Zellen enthalten die sichere Entnahmerate, wobei die Werte in der linken Spalte ohne Rentenpunkte („0“) von mir selbst in Abhängigkeit vom Alter vorgegeben wurden. Der oben verlinkte Excel-Rechner enthält auf einem zweiten Arbeitsblatt auch ein Tool zur Erstellung dieser Tabellen, sollte an der einen oder anderen Stelle Anpassungsbedarf bestehen.

Beispiel: ein 40-jähriger Privatier mit 30 Rentenpunkten und einem Depotvolumen von 1 Mio. Euro wendet unter Berücksichtigung der Rente eine Entnahmerate von 3,59% p.a. auf sein Depot an. Das sind beinahe 3.000 Euro pro Monat.

500.000 Euro Depotwert

1.000.000 Depotwert

2.000.000 Depotwert

 


Beitragsbild: JohnsonMartin, pixabay.com

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Thomas Engel
Thomas Engel
1 Monat zuvor

Hallo Georg,
wie immer, hervorragender Artikel.

Eine weitere Fragestellung in diesem Kontext wäre wie die Entnahmestrategie aussieht, wenn die Entnahmen inkl. Rente über die gesamte Zeit (erst Privatier, dann Rentner) konstant ist.
Z. B. ab 50 Jahre Entnahme als Privatier x% jährlich aus Depot und als Rentner (67 Jahre mit 1000€ Rente) mit einer reduzierten Entnahme = Depotentnahme – Rentenhöhe. Dies wäre doch realitätsnäher. Konsequenz: In der ersten Phase wäre die Entnahme höher als in der zweiten Phase –> höheres Sequence of Return Risiko. Inwieweit kann die Entnahme hierdurch erhöht werden?

Zweite Frage:
Lassen sich nach Deiner o. g. Methodik auch zeitlich begrenzte Rentenzahlungen (ab 60 Lebensjahr, 12 konstante Jahresauszahlungen) so betrachten?

Danke, Dir.
Gruß Thomas

Jenni
1 Monat zuvor

Hi,
den Artikel muss ich wohl zwei oder drei Mal lesen, bis ich ihn verstehen werde.
Welche Annahmen triffst du denn hier bezüglich Geldwert eines Rentenpunkts und Inflationsausgleich/Rentenerhöhungen? Da habe ich irgendwie noch einen Konten im Kopf.
Viele Grüße
Jenni

Marius
Marius
1 Monat zuvor

Ich überlege was du gerechnet hast. Du rechnest mit 7% p.a. reale Aktienmarkrendite? Also rund 9% nominal?
Bei der Rente steht expliziet „reale Rente“.

Felix
Felix
1 Monat zuvor

Vielen Dank für den Artikel. Ich muss sagen, mir gefallen die komplexeren Artikel tasächlich besser–> mehr Erkenntnisgewinn. Einsteigerartikel und Blogs gibt es doch recht viele. Auch hinsichtlich des späteren durchstöberns, Kommentare lesens, etc. ist weniger mehr (Eher wie ein Lexikon). Natürlich ist mir bewusst, dass Reichweite etc.pp. darunter leiden.

Joerg
Joerg
1 Monat zuvor

Danke, Georg fuer den interessanten Beitrag!

Im Prinzip ist es ja die Uebung, eine Zeit der Kapitalmarktunsicherheit (die 20 Jahre ab 47J; oder kleineren: die 10 Jahre ab 57J) mit Entnahmen aus dem Kapitalstock zu ueberbruecken, bis mit Renteneintritt die Abhaengigkeit vom Kapitalverzehr geringer wird.
Voellig logisch, jemand mit Rentenanwartschaft, kann IM MITTEL sich durchgaengig mehr Entnahme erlauben, als ohne Rentenanwartschaft.
Ausser, ausser er beruecksichtigt zB nicht die Abstaende seines Depotwertes von mittelfristigen Durchschnitten und startet ignorant auf einer Bubble mit 47J mit 4% Startentnahme, oder?

Hast du diesmal anstatt historische S&P500 Daten zu verwenden, einfach Renditen zwischen Start (47J) und Rentenbeginn (67J) ANGENOMMEN (5%/5%/5%/8%/5%/-10%/… usw)?

Das kann man natuerlich als Vereinfachung machen. Allerdings sind die realen „Spruenge“ in Indices wesentlich groesser (idR sehr haeufig zweistellig).
Warum bist du hier von der Methode, historische Extrema zu untersuchen (Start 1929, 1966, …, 2000, 2007, etc), um das Worst-Case-Szenario mit zu bestimmen, abgewichen?

Wird mit deiner (wertvollen) Faustregel-Rechnung (mit angenommenen statt historischen Renditen) also nicht das SoRR unterschaetzt?
Also Bsp: wenn ich laut Tabelle 500k mit der Annahme einer 4%-Entnahme (47J, 30RP) starte und in eines der historischen Negativszenarien gerate, ist mit Renteneintritt einfach zu wenig Kapital da, damit die mildernde Rentenzahlung noch einen „ruhigen“ Ruhestand ermoeglicht?

Ist es wirklich korrekt zu sagen: „3,6% sind ja der historische Floor und jetzt packe ich nur noch x% drauf, dafuer dass ich nach 20J noch eine Rentenanwartschaft habe“?
Ist es nicht anders, wenn man die ganze Rechnung, von 47J bis 100 in die zwei Regime unterschiedlicher SoRR-Wirkung aufteilt (bis und ab Rente)?
Koennte man sich die 5 schlimmsten 20-Jahres-Kohorten (also Kapital-Minima nach 20J Entnahme) aus den S&P500-Daten herausziehen und dann vom Worst-Case her rechnen?

Oder habe ich das falsch verstanden und du hast hier doch die uebliche Simulation mit historischen Daten gemacht?

LG Joerg

Joerg
Joerg
Reply to  Georg
1 Monat zuvor

Danke Georg, das ist ein tolles Tool, um Groessenordnungen abzuschaetzen.

In der Realitaet faengt wohl jeder mal an und wenn’s gut laeuft etwas mehr ausgeben und wenn’s an der Boerse schlechter laeuft, etwas auf die Bremse treten 😉

Wie beim Baden: erst mal die anderen fragen, dann mit der Hand fuehlen, dann mit den Fuessen rein, dann Oberschenkel und Oberarme benetzen … brrrrr 15°C und schliesslich Bauch und schwimmmm

LG Joerg

Matthias
Matthias
1 Monat zuvor

Hallo Georg,

danke für den Artikel. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, wie spätere Rentenzahlungen heute schon „gleichmäßig“ genutzt werden können, habe aber keine Lösung gefunden und hatte mir nun eine Lösung in deinem Artikel erhofft.

Aber mit Blick auf das SoRR kam ich nicht weiter und deine Erkenntnis/dein Ergebnis auch in den Tabellen irritiert mich nun etwas.

Das SoRR ist besonders in den ersten Jahren der Entnahmephase relevant (hast du ja an anderer Stelle auch selbst gezeigt). Es gibt verschiedene Varianten, um das SoRR zu reduzieren, z.B. eine geringere Entnahmerate festzulegen. Wenn man nun aber die Entnahmerate höher ansetzt, weil man in 20 Jahren eine Rente erwartet, ist das rechnerisch sicherlich richtig, man spielt damit aber wieder dem SoRR in die Hände. Wenn das SoRR dann z.B. in den ersten 3 Jahren der Entnahmephase zuschlägt, ist es vermutlich egal, dass man in 20 Jahren eine Rente bekommt. Es wird möglicherweise nicht mehr reichen. So richtig schlau werde ich daher nicht aus dem Ergebnis.

Vielleicht gibt es nur einen Weg, indem man einen Teil des Kapitals „risikolos“ anlegt und verbraucht, weil man später „risikoloses“ Geld in Form einer Rente wieder reinbekommt?!

Viele Grüße Matthias

Teilaussteiger
Teilaussteiger
14 Tage zuvor

Ich habe gestern Deinen Blog entdeckt und lese mich gerade durch. Ich fürchte meine mathematischen Fähigkeiten sind zu begrenzt um alles zu verstehen, aber es macht trotzdem Spass.
Was ich bisher nie verstanden habe: Warum rechnen immer alle Leute, die finanzielle Freiheit erreichen wollen, dass sie mit 67 die gesetzliche Rente in Anspruch nehmen? Man kann doch schon mit 63 die GRV bekommen (Stand heute), zwar mit 14,4 % Abzügen bis ans Lebensende, dafür beziehe ich sie aber schon 4 Jahre früher. Das heißt 4 Jahre früher nur noch die Hälfte der KV und PV bezahlen, vor allem aber 4 Jahre länger die (reduzierte) Rente beziehen und ein kleiner Vorteil – etwas weniger Steuern, wenn man das als Vorteil betrachten will.
Es dauert doch mindestens 25 Jahre, bis man diese Vorteile wieder durch die höhere Rente mit 67 kompensiert hat. Das haben jedenfalls meine dilettantischen Berechnungen ergeben.
Oder habe ich einen entscheidenden Denkfehler gemacht?

Viele Grüße