Rendite Turbo für Deine Riester Rente

Rendite Turbo für Deine Riester Rente

Stell Dir vor in Deutschland gäbe es ein neues Angebot zur Altersvorsorge. Und zwar leiht der Staat jedem interessierten Arbeitnehmer 30.000 Euro zu 0% Zinsen. Dieses Geld kannst Du dann z.B. in Aktien ETFs investieren. Das zinslose Darlehen kannst Du jederzeit zurückzuzahlen, die damit erwirtschafteten Gewinne gehören jedoch Dir. Und wenn Du zum Zeitpunkt der Rückzahlung 62 Jahre alt oder älter bist und mindestens 12 Jahre investiert hast, musst Du die Gewinne sogar nur zur Hälfte versteuern. Sollten in der Zwischenzeit Verluste statt Gewinne entstanden sein, dann ist das auch kein Problem, denn der Staat trägt zusätzlich auch noch das Verlustrisiko. Für Dich ist diese Anlage komplett risikolos, Du kannst nur gewinnen.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht denkst Du Dir jetzt, dass das ein wirklich tolles Angebot wäre, das jedoch leider nichts mit der Realität zu tun hat. Und insbesondere in einem Land wie Deutschland, das hinsichtlich der Altersvorsorge eher ein Entwicklungsland ist, ist ein solches Modell erst recht nicht vorstellbar….oder vielleicht doch?

Was wäre wenn ich Dir jetzt verrate, dass es dieses Angebot tatsächlich in Deutschland gibt, und Du einfach in der Form noch nichts davon gehört hast? Wie auch Du von diesem fantastischen zinslosen Darlehen ohne Verlustrisiko und mit nur zur Hälfte zu versteuernden Gewinnen profitieren kannst, werde ich Dir im Folgenden genau erklären.

Das Angebot ist zudem noch nicht mal neu, sondern existiert bereits viele Jahre, und hört auf den Namen Riester-Rente. Ja richtig gelesen, Riester Rente. Dieses Teil von dem man immer wieder liest, dass die Politik versagt hat, und man als Sparer von Versicherungen und Asset-Managern nur um seine Zulagen und Steuervorteile gebracht wird. Und diese Kritik ist auch weitestgehend berechtigt! Denn die meisten Anbieter vertreiben Produkte mit hohen, intransparenten Kosten, so dass es sich nicht lohnt diese abzuschließen. Es gibt jedoch einen Weg wie man die Riester Rente in ein attraktives Spar-Vehikel verwandeln kann, das einer klassischen Aktien-Anlage deutlich überlegen ist.

Rendite Turbo durch 0% Fremdkapitalkosten

Dieser Weg nennt sich schädliche Verwendung, was inhaltlich nichts anderes bedeutet als eine Kündigung vor Ende der Vertragslaufzeit. Denn hierbei gelten ganz spezielle Regelungen: grundsätzlich sind bei Kündigung eines Riester Vertrags die staatliche Zulagen und die gewährten Steuervorteile zurückzuzahlen. Die im Zeitablauf damit erwirtschafteten Gewinne darf der Sparer, genau wie die Gewinne aus selbst eingezahltem Kapital, jedoch behalten. Er muss diese lediglich gemeinsam mit den übrigen Gewinnen mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Hier bietet es sich bereits an diesen Weg zu einem Zeitpunkt zu gehen, zu dem der persönliche Steuersatz gering ist, z.B. während eines vorgezogenen Ruhestands. Aber es kommt noch besser! Wenn der Sparer zum Zeitpunkt der Vertragskündigung mindestens 62 Jahre alt ist und der Vertrag zu diesem Zeitpunkt auch mindestens seit 12 Jahre besteht, dann sind alle in dem Vertrag erwirtschafteten Gewinne nur zur Hälfte zu versteuern. Ja, Du hast es richtig verstanden, die Hälfte Deiner Gewinne, egal ob mit Zulagen, Steuervorteilen oder eigenem Kapital erwirtschaftet, kannst du komplett steuerfrei behalten! Die andere Hälfte wird wieder mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Das bedeutet also, dass Dir der Staat ein zinsloses Darlehen in Höhe der Dir gezahlten Zulagen und Steuervorteile gewährt. Wer jetzt denkt, dass das alles viel zu schön klingt um wahr zu sein, der schaut am besten selbst in das Einkommenssteuergesetz und liest dort unter § 22 Nr. 5 Satz 2 Buchstabe b i.V.m § 20 Abs. 1 Nr. 6. alles noch einmal in feinstem Juristendeutsch nach.

Ab jetzt sollte langsam so etwas wie Begeisterung aufkommen – und ich lege sogar noch einmal nach: man kann die Vertragsauflösung auch über mehrere Jahre strecken und auf diesem Weg weitere Steueroptimierung betreiben, indem man nur so viel auflöst wie man selbst zum Leben braucht und so vermeidet in die höheren Steuerklassen zu gelangen. Die Zeit von 62 bis 67 lässt sich so durch das „Schlachten“ eines Riester-Vertrags sehr gut überbrücken, vorausgesetzt der Vertrag ist einigermaßen „fett“. Und das ist realistisch, denn wer ab einem Alter von 25 Jahren bis 62 jeden Monat 96,25 Euro einzahlt, der darf zum Zeitpunkt der schädlichen Verwendung mit einem Vertragswert von ca. 320.000  Euro rechnen (6,2% jährliche Rendite nach Kosten auf Eigenbeitrag, Zulagen und Steuererstattung). Und von diesem Vermögen sollte es sehr gut möglich sein sich selbst und vielleicht auch noch andere für einige Jahre über Wasser zu halten, und die Zeit bis zum Bezug der gesetzlichen Rente zu überbrücken.

Wer viel Steuern zahlt profitiert am meisten

Wie vorteilhaft der Riester ETF-Sparplan gegenüber einem klassischen ETF-Sparplan ist, hängt im Wesentlichen von 2 Parametern ab. Diese sind zum einen der persönliche Steuersatz und zum anderen die Kosten des Sparplans.

1) persönlicher Steuersatz:

Wer mehr verdient zahlt in der Regel auch mehr Steuern. Und da beim Riester die eigenen Einzahlungen steuerlich geltend gemacht werden können, erhält man umso mehr zurück umso höher der eigene Steuersatz ist. Das in den Riester-Vertrag eingezahlte Kapital bleibt davon aber unberührt, so dass mit höherem Steuersatz der Beitragsanteil der vom Staat gesponsert wird höher ausfällt als bei niedrigem Steuersatz. Besser-Verdiener erhalten also mehr Gratis-Fremdkapital vom Staat. Ein Beispiel: Grundsätzlich gilt, dass der vom Staat maximal geförderte Jahresbeitrag bei 2.100 Euro liegt. Diesen kann man im Folgejahr von der Steuer absetzen. Jemand der 40% Steuern zahlt erhält dann 840 Euro vom Staat zurück, jemand der 30% Steuern zahlt dagegen nur 630 Euro. Beide Sparer haben brutto den gleichen Betrag eingezahlt, netto hat der Sparer mit 40% Steuersatz jedoch 210 Euro weniger aus der eigenen Tasche beigesteuert. Die Steuererstattung wirkt dabei wie ein Gratis-Darlehen durch den Staat an den Sparer.

Anschließend ist auch der Steuersatz in der „Rentenphase“, also zu der Zeit zu der man plant sich die Investments in dem Sparplan auszahlen zu lassen, relevant. Dieser sollte natürlich unabhängig vom Vertragstyp möglichst niedrig sein, klar. Für die relative Vorteilhaftigkeit ist jedoch ein Steuersatz von 25% optimal. Bei individuellen Steuersätzen über 25% profitiert der klassische ETF-Sparplan von der Abgeltungssteuer, denn die Hälfte der Gewinne aus dem gekündigten Riester-Sparplan sind mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz gemäß Einkommenssteuergesetz zu versteuern, während dieser bei Kapitalerträgen (noch) bei 25% gedeckelt ist. Unterhalb von 25% ist das Bild etwas komplizierter. Die relative Vorteilhaftigkeit des Riester-ETF Sparplans nimmt auch hier immer weiter ab, je mehr man sich von einem Steuersatz von 25% entfernt. Dies ist nicht ganz intuitiv wie ich finde, liegt aber daran, dass der Vorteil der hälftigen Besteuerung nur noch weniger stark ausgespielt werden kann. Am Extrempunkt eines individuellen Steuersatzes von 0% wird z.B. schnell klar, dass es unerheblich ist ob man die Gewinne vollständig oder nur zur Hälfte versteuern muss. An dieser Stelle ein kurzer Blick auf die Zahlen, das TER (Total Expense Ratio = laufende Sparplankosten) ist hier einheitlich auf 0,2% gesetzt, damit die Tabellen nur von den Steuereffekten beeinflusst sind:

2) Kosten des Sparplans (TER)

Für die relative Vorteilhaftigkeit spielen natürlich auch die Kosten eine große Rolle. Während ETF-Sparpläne heutzutage locker für 0,2% Kostenquote pro Jahr darstellbar sind, sind Riester-Verträge oft sehr teuer.

Die meisten Anbieter bereichern sich auf Kosten Deiner Altersvorsorge

Üblich sind Kosten von deutlich über 2%, auch mehr als 5% genehmigt sich der eine oder andere Anbieter. Diese horrenden Kosten sind natürlich gut versteckt, in Form von Depotgebühren, Ausgabeaufschlägen, Performance Fees, Maintenance Fees usw. Der Phantasie der Anbieter sind hier keine Grenzen gesetzt, und alles wird natürlich so gestaltet, dass der Kunde möglichst wenig versteht und keinen Durchblick hat. Das hat jetzt endlich auch der Gesetzgeber erkannt, weshalb seit diesem Jahr jeder Kunde einmal jährlich eine detaillierte Kostenübersicht gemäß §7a AltZertG erhält. Ich bin mir sicher, dass diese neue Information dem einen oder anderen die Augen öffnen, und auch noch für einiges an Bewegung im Riester-Markt sorgen wird.

Es gibt aber inzwischen auch einen Anbieter der ETF-basiertes Riestersparen anbietet, und mit einer Kostenquote von ca. 0,8% wirbt. Hierbei handelt es sich aus meiner Sicht um das mit Abstand beste Riester-Produkt das gegenwärtig am Markt verfügbar ist. Ich habe selbst meine eigene Riester-Rente auch dort. Für meinen Vergleich nehme ich deshalb ein TER von 0,8% für den Riester-ETF und 0,2% für den klassischen ETF an. Das nun vollständige Bild siehst Du in der folgenden Tabelle:

Wie sehr Dir eine hohe Kostenquote Deinen Riestersparplan kaputt machen kann siehst Du im direkten Vergleich in der nächsten Tabelle. Hier habe ich ein TER von 2,5% angenommen, was dem TER der meisten Riester-Produkte von Fondsgesellschaften entspricht. Versicherungen verlangen häufiger noch mehr. Der gesamte Netto-Gewinn am Ende der Laufzeit ist dadurch ca. 100.000 Euro geringer als beim ETF-Riester (!) Diese landen dann anstatt in Deiner Tasche im Ertrag des Anbieters, was ich persönlich für eine riesen Sauerei halte, denn hier geht es um die Altersvorsorge. Und in Zeiten von drohender Altersarmut halte ich es für verwerflich Kunden mit verschleierten Gebühren auszubeuten, damit einige wenige sich die Taschen vollmachen können. Hier hat die Politik aus meiner Sicht ganz klar versagt. Die folgende Tabelle zeigt, dass bei den üblichen Gebühren eine Riester Rente im Vergleich zu einem klassischen ETF-Sparplan so gut wie immer schlechter abschneidet:

Ein Anbieterwechsel lohnt sich doppelt

Der eine oder andere mit bestehendem Vertrag ist vielleicht schon aufgewacht und hat festgestellt, dass der eigene Vertrag sehr hohe Kosten verursacht und alles andere als optimal ist. Doch das bedeutet nicht, dass es jetzt zu spät ist auf den richtigen Riesterzug aufzuspringen. Ganz im Gegenteil, das kann unter Umständen sogar sehr viel Sinn machen. Denn beim Riester ist es ja bekanntlich so, dass die eingezahlten Beiträge garantiert sind. Ist am Ende der Laufzeit weniger im Topf, muss der Anbieter nachschießen. Diese Garantie gilt im Falle eines Anbieterwechsels auch für die bis dahin angelaufenen Gewinne! Wenn Du z.B. bisher 10.000 Euro in Deinen Vertrag eingezahlt hast, und im Zeitablauf auch noch 5.000 Euro Gewinne dazugekommen sind, dann garantiert Dir Dein aktueller Anbieter lediglich die 10.000 Euro Einzahlungen. Wechselst Du jetzt zu einem neuen, kostengünstigeren Anbieter, dann werden die gesamten 15.000 Euro auf diesen übertragen und auch für die Zukunft garantiert. Das bedeutet also, dass Du durch einen Anbieterwechsel deine bisherigen Gewinne fest einbuchst. Neben der Kostenoptimierung und damit langfristig wesentlich besseren Performance ist dies ein weiterer wesentlicher Vorteil eines Anbieterwechsels.

Verrentung des Kapitals ist suboptimal

Zum Abschluss will ich Dir noch einen weiteren wichtigen Grund nennen, der aus meiner Sicht für die schädliche Verwendung spricht. Wie bereits oben dargestellt, bedeutet schädliche Verwendung nichts anderes als eine vorzeitige Vertragskündigung. Denn der Riester ist eigentlich so aufgebaut, dass die Ansparphase unmittelbar in eine Verrentungsphase übergeht. Das ist dann die Zeit während der Du die eigentliche Riester Rente erhältst. Während der Verrentungsphase wird Dir in Abhängigkeit von Deinem Kapitalstock zum Ende der Ansparphase bis zum Lebensende jeden Monat eine Rente in einer bestimmten Höhe ausgezahlt. Der durchschnittliche Riester-Kunde darf sich dann ab einem Alter von 67 Jahren gemäß Lebenserwartung auf ca. 20 Jahre Riester-Rente freuen. 20 Jahre, das wären 5% des Kapitals pro Jahr. Dein Riester Anbieter wird Dir jedoch lediglich einen Rentenfaktor von ca. 30 anbieten (wenn er gut ist). Das bedeutet, dass Du für jede 10.000 Euro angespartes Kapital 30 Euro Rente pro Monat erhalten wirst. Das sind 360 Euro pro Jahr, oder 3,6% auf das eingezahlte Kapital. Dazu kommt, dass diese Rente nicht an die Inflation angepasst wird, d.h. der reale Gegenwert sinkt im Zeitablauf ständig. Vielleicht hast Du schon mal von der 4% Regel gehört? Ich will jetzt nicht detailliert darauf eingehen, aber diese besagt, dass Du Dir über einen Zeitraum von 30 Jahren jedes Jahr 4% von Deinem Kapital entnehmen kannst, und die jährliche Entnahme wird sogar noch jedes Jahr um die Inflation erhöht. Also wozu dann der Rentenfaktor? Da ist es doch wesentlich besser das Geld in Eigenregie zu investieren und zu entsparen. Dazu kommt noch, dass selbst verwaltetes Kapital viel flexibler ist: Du kannst Dir bei Bedarf auch mal mehr auszahlen wenn z.B. eine größere Anschaffung oder Reparatur notwendig ist. Und Du kannst das Kapital ganz normal vererben, d.h. Deiner Familie geht nichts verloren falls Du frühzeitig den Löffel abgibst.

Alles in allem halte ich also eine günstige Riester-Rente, die ab einem Alter von 62 schädlich verwendet / gekündigt wird für eine prima Sache. Leider ist der geförderte Beitrag bei 2.100 Euro pro Jahr begrenzt. Ich hoffe der Artikel ist für Dich im Rahmen des Vermögensaufbaus hilfreich. Wenn du Interesse an meinem Berechnungstool hast, dann schreib mich bitte kurz an. Wenn Du wissen willst bei welchem Anbieter ich meine ETF Riester Rente mit 0,8% TER habe, dann schreibe mich ebenfalls an, denn eine öffentliche Produktwerbung lehne ich an dieser Stelle ab.

P.S. Zum Abschluss des Artikels noch ein wichtiger Tipp: Viele Anbieter reduzieren gegen Ende der Ansparphase die Aktienquote. Aufgrund der deutlich besseren Rendite-Chancen sollte die Aktienquote aber möglichst lange bei 100% liegen. Ich empfehle Dir deshalb Dein Renteneintrittsalter auf das gesetzliche Maximum von 84 Jahren zu setzen, damit Du möglichst lange in Aktien investiert bist.

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Joerg
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Joerg

Ganz witzig, Georg.
Hast du daran gedacht, dass (meines Wissens, vielleicht ist es inzwi. anders) der Riester-Anbieter (vermutlich FAIRR.de?)
schon mit 50J oder so (kannst ja noch genaues Verfahren nachliefern) stark Richtung Renten-ETFs umschichtet? Dadurch liegen die letzten 10-15 Jahre vor deiner schaedlichen Aufloesung die absolute Geld-Mehrheit (dann ist das Depot am fettesten) unverzinst der Inflation zum Frass vorgeworfen herum! Rechne deshalb vielleicht lieber nicht mit 6% Rendite sondern wertgewichtet ueber die Zeit mit 3% (vor Inflation)? Also 10 Jahre mit 6% (bis 50J fuer 40% des Geldes), danach 5 Jahre mit 3% (bis 55J fuer 60% des Geldes) dann noch 7 Jahre mit 1% (62J fuer 100% des Geldes).
Ausserdem braucht man ein sehr hohes Staatsvertrauen (du warst ja lange wech, oder?), dass dir nicht kurz vor Tor-Schluss:
– verboten wird das Kapital auszuzahlen (Verrentungszwang)
– noch ein Zusatz-Sozialbeitrag/-Steuer zwecks „Gutes-Solidaritaets-Gesetz“ erhoben wird
– und so weiter und sofort (also ich bin weniger optimistisch, Gesetze werden fast ueberall nach Kassenlage gemacht)
Riester macht nur eine Minderheit in D, das wird noch ein paar mal umgeworfen werden (keine Lobby wie fuer 401K oder IRA-ROTH)
Trotzdem, hoffentlich geht alles gut bei Euch!
LG Joerg

Joerg
Gast
Joerg

Moin Georg,

in der Tat, das klingt gut!

Da bleibt bis auf das Vertrauen darauf, dass kein neg. staatl. Winkelzug bis zur Aufloesung kommt, wenig zu maekeln.

Noch zwei drei Spitzfindigkeiten:
– Ist es ein „Netto-Tarif“ (ueber Honorarberater) oder ein normaler Tarif ueber die Fairr-Webseite?
– hast du schon Abrechnungen bekommen? Sind die Kosten/Gebuehren tatsaechlich nur 0,8% p.a.?
– Welche ETFs besparst du?
– koennen auch Thesaurierer bespart werden?

Bleibt als kleiner Malus die geringere Rendite durch den Fairr-Mantel und die Aufeinmal-Kursgewinnrealisierung mit zB 62J (die braeuchte man nicht erleiden bei priv. ETF-Sparplan, da geht’s allmaehlich bis zum Tode)?
vgl. https://frugalisten.de/steuern-kapitalertraege-privatier-optimieren/

Fasse zusammen:
~ 22x 840EUR/a Steuerersparnis + Zinseszins auf die Steuerersparnis: macht ca. 36k Bonus
stehen gegenueber:
– 10k „weniger Rendite“ (~90k Depot bis 62) durch Fairr-Mantel (1% weniger Rendite p.a., sonst 103k).
Naja, ist kein sauberes Argument, ohne Access gaebe es keine Steuerersparnis, ich weiss …
– 5k Steuer mit 62J (45k Kursgewinn, Haelfte 22k zu versteuern)

Bleibt also ein Potential von >20k Plus fuer die Aktion. Nicht schlecht!

Hoffentlich klappt es fuer Euch!
LG Joerg

Robin
Gast
Robin

Also ich sehe das ganze so:
Erstmal vorneweg die Annahmen, damit wir auch sicher über das selbe reden.
Höchstbeitrag Riester 2100 €.
Single ohne Kinder.
Steuerersparnis = Grenzsteuer * 2100 € (Durchschnittsverdiener 3000 € brutto = 34 %, maximal 45 %), wir nehmen den Grenzsteuersatz für die kompletten 2100 €.
Eigene Einzahlung Durchschnitt: 115,50 € / Monat (714 € vom Staat p.a.)
Eigene Einzahlung Minimum: 96,25 € / Monat (ab 22.110 € mtl. Brutto) (945 € vom Staat p.a.)
Einzahlung 25 – 62 = 37 Jahre
Vertragskosten: 0,8 % vom Vertragsvermögen
Zusätzliche laufende Kosten: 36 € p.a. (aus dem aktuellen Prospekt von fairr).
Auszahlungen sind nur für ungeförderte Beiträge (alles was über 2.100 € pro Jahr hinaus geht) möglich, ansonsten nur 30 % beim Renteneintritt oder komplette Kündigung (gesetzliche Vorgaben).
Halbeinkünfteverfahren sollte auch bei Kündigung nach dem 62. Lebensjahr (also mit 63) gelten.
ETF-Entwicklung: 7 % p.a.

Also rechne ich das ganze hoch ( https://www.zinsen-berechnen.de/fondsrechner.php?paramid=n5vydqcdiw ) und erhalte 281.098,28 € davon sind 203.398,28 € Gewinn und 26.418 € (max. 34.965) vom Staat. Nach Abzug habe ich also 254.680,28 € (oder 246.133,28 €) übrig. Davon muss ich den oben genannten Gewinn im Halbeinkünfteverfahren versteuern (ich bekomme zwar die ganze Summe ausgezahlt, kann sie aber über 5 Jahre versteuern). Jetzt kommt es hier natürlich darauf an, wie ich das Geld verwende.
Will ich die zwischen 62 und 67 nicht arbeiten gehen, zahle ich 44.045 € an Steuern (pro Jahr 40.679,66 € zu versteuern), d.h. ich habe 210.635,28 € (oder 202.088,28 €) insgesamt ausgezahlt bekommen. Hierbei ist zu beachten, dass ich während der Zeit nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahle und mir bis 67 die Rentenpunkte für 5 Jahre fehlen, außerdem muss ich mich freiwillig gesetzlich in der Krankenversicherung versichern lassen, was mit noch einmal 5.939,23 € (14,6 % man übernimmt den Arbeitgeberanteil) zu Buche schlägt. Macht ein Jahresnetto von 25.931,43 € oder im Monat 2.160,95 €. Ist schon ein hübsches Sümmchen und nahe an den durchschnittlichen 1.951,10 €.
Will ich es in der Rente verwenden, macht es eventuell Sinn es erst mit 67 auszuzahlen (wir bedenken, dass der Anbieter spätestens ab 63 beginnt von Fonds in Anleihen umzuschichten, bei Rentenbeginn mit 83, bei 67 schon mit 47 Jahren – bei normalen Vorgehen also schon nach etwas über 50 % der Laufzeit). Denn auch mit einem Durchschnittseinkommen läuft man damit in den Spitzensteuersatz (= 81.120 € Steuern oder max. 91.530 €). Während bei der Rente nur 67.720 € (36.000 € * 0,43 % Rentenniveau zusätzlich gesetzliche Rente) anfallen oder max. 80.950 € (82.800 € BBG * 0,43 %).
Die nächste Frage die sich stellt ist, über wie viele Jahre zahle ich mir das aus? Sicher hat man aktuell im Durchschnitt noch 20 Jahre nach Renteneintritt (also bis 87). Nur kennt jeder auch eine Omi, die doch einige Jahre darüber geschafft hat. Über 20 Jahre gibt mir das eine Rente von 651 € pro Monat (3,899 % Zinsen p.a. und 1,8 % Inflationsausgleich – entsprechend dem Ausgleich beim Anbieter und der 4 % Regel). Was wenn ich mit 87 noch rüstig bin und klar denken kann, will ich dann meinen Lebensstandard von heute auf morgen um 651 € senken? Bin ich jemand, der im Alter nicht mein komplettes Netto ausnutzt (bin ich heute schon jemand, der am Ende vom Monat noch Geld übrig hat – und zwar ca. 30 %? Und hier geht es nicht darum, dass ich am Anfang vom Monat schon Geld weglege, sondern darum, dass ich nicht alles Geld nutze, was mir zur Verfügung steht.) Und wenn ich dann also für mich feststelle, dass ich nicht garantieren kann, dass ich mit 87 umfalle und auch nicht plötzlich auf 30 % vom Lebensstandard verzichten kann, dann stellt sich die Frage, auf wie viele Jahre berechne ich das Geld? Ziele ich mal auf 100, dann sind es 424 € im Monat. Bis 120 sind es 293 €. Wie lang lebe ich also? Der Anbieter bietet einen Rentenfaktor von 27,36 für einen 30jährigen, der mit 67 in Rente gehen will (damit die Spardauer gleich bleibt), d.h. 565,33 € monatlich (nach Steuern). Das entspricht dann einer geplanten Lebensdauer von 89,5 Jahren. Und wir haben angenommen, dass wir eine Anlage finden, die kontinuierlich 3,9 % Rendite p.a. liefert, ohne Abschlusskosten, ohne laufende Kosten. Bei nur 2 % ist der Breakeven schon bei 19,4 Jahren nach Rentenbeginn.
Die Antwort auf die Frage, ob jetzt Vertrag vorher auflösen oder Rente auszahlen, liegt also ganz darin, wie lange ich denke, dass ich leben werde.

Die nächste Frage, die sich stellt ist, wie es sich im Vergleich zu anderen Produkten schlägt. Wenn ich eine moderne fondgebundene Rentenversicherung wähle, dann erhalte ich schon bei 6 % 580 € (nach Steuern) Rente lebenslang heraus (die rechnen ja leider nur 3, 6, 9 %). Bei 7 % liege ich schon überschlagen bei 750 €. Breakeven zu deinem Modell wäre schon mit 83.

Schauen wir uns ganz normale Fonds an, z.B. einen ETF auf den DAX mit 0,09 % Kostenquote, keine sonstigen Gebühren, hier sind wir nach den 37 Jahren bei 179.658,43 € nach Steuern (die zahlen wir ja, weil wir jetzt umschichten). Wieder die selbe Anlage, wie das gute Riestergeld. Hier kommen wir auf einen Breakeven von 93 Jahren.

Hier noch mal die Zahlen:

Rendite Turbo Riesterkonzept:
281.000 € im Vertrag, max. ausgezahlt 187.000 €
mtl. Auszahlung 650 € – 300 €

ETF sparen:
225.000 € im Vertrag, ausgezahlt 180.000 €
mtl. Auszahlung äquivalent

Normales Riester:
mtl. Auszahlung 570 €

Fondsgebundene Rentenversicherung:
215.000 € im Vertrag, ausgezahlt 192.000 €
mtl. Auszahlung 750 €

Zusammengefasst:
Interessantes Konzept, was eventuell ein selbstbetreutes Depot schlagen kann. Zu bedenken ist natürlich, dass man keinerlei Einfluss auf die Geldanlage hat und somit gerade kurz vor der Rente ein nicht umgeschichtetes Depot etwas riskanter ist. Im Gegenzug dafür bietet natürlich ein Fondsdepot bei der Umschichtung nahezu unbegrenzte Möglichkeiten Geld für Steuern zu verbrennen. Beides kann, sofern man lebenslang Geld in der Rente haben möchte, sowohl in der Höhe als auch in der kontinuierlichen Zahlung eine Rentenversicherung schlagen (Pro-Tipp: einfach mal ein paar 60jährige fragen, ob sie lieber 125.000 € auf die Hand hätten mit Rentenbeginn oder 500 € jeden Monat mehr auf’s Konto – die Chancen sind groß, dass man in dem Alter ähnlich denkt). Auch fällt auf, dass die beschriebene Riester-Rente trotz staatlichen Zulagen, Abschlussgebührenfreiheit und geringen Kosten von einer modernen fondsgebundenen Rentenversicherung geschlagen wird. Ich will das Konzept Riester nicht schlecht machen, es hat viele Vorteile, z.B. dass es Hartz 4 sicher ist, oder dass sich eine vielköpfige Familie für 5 € im Monat 80 € oder mehr vom Staat schenken lassen kann. Es kommt halt immer drauf an, was man erreichen will. Auch ein ETF ist eine tolle Sache, wenn ich jetzt schon Geld für ein bestimmtes Ziel in 15 Jahren sparen möchte.

Letzte Frage:
wo finde ich eine Geldanlage, von der ich 3,9 % Rendite bekomme, bei der ich mich aber nicht um die Auszahlung kümmern muss, weil ich ja mit 90 im Altersheim evtl. das Geld auf dem Konto haben will auch wenn ich nicht mehr so ganz genau raffe, was um mich herum passiert?

Joerg
Gast
Joerg

Moin, moin,
meine Bedenken gehen eher in Richtung „Garantieversprechen“ auf die eingez. Beitraege und staatl. Zulagen.
Hatte kurz bei Sutor und Fairr geguckt: meiner Meinung nach (bitte korrigieren) ist das Versprechen, 100% Aktien bis 62J zu fahren, bei Vertragslaufzeit bis 83J nix Wert (nur Marketing)!
Es ist weder legal bindend noch wahrscheinlich, das durch alle Markt-Schwankungen auf ein paar Jahrzehnte hin durchzuhalten.
Ich hatte pers. eine Union Invest (R&V) Riester-Rente und bin wegen der Stiftung-Warentest Empfehlung (100% Aktien und so) 2004? darauf reingefallen:
Im Crash 2007-2009 wurden alle Aktien- in Renten-Fonds umgeschichtet. So musste ich Buy-High, Sell-Low erleiden.
Hier aufgeschrieben: https://www.finanzwesir.com/blog/was-spricht-gegen-riesterrente#1434034862

Dasselbe muesste auch Sutor tun. Wenn zuviele Vertraege unter Wasser liegen, muss jemand das mit Eigenkapital unterlegen (Bilanz!). Also wuerden die auch die Reissleine ziehen und in „sichere“ Anlagen umschichten.
Deshalb hat man als Fairr-Kunde auch keine Handhabe auf die konkrete ETF-Wahl und Steuerung („macht im Detail die Sutor-Bank“, gesetzl. geregelt, Schuld: Garantieversprechen).

Das Steuersparmodell geht nur gut aus, falls kein Crash kommt, der die Menge der Fairr-Vertraege ins Minus laufen laesst. Sonst wird die Reissleine gezogen, umgeschichtet und die Chance auf 6% nominal p.a. auf die Laufzeit ist dahin, man macht Minus.
Also ich wuensche allen viel Glueck! Ich bin ein gebranntes Kind und wuerde abraten.
Meine auch, dass der polit. Wind fuer Riester gedreht hat, das wird langsam runtergefahren und ausgeschlichen … Wer weiss, ob das noch 10-20J laeuft?!
LG & guten Start nach 2020
Joerg

Tobi
Gast
Tobi

Hallo Georg, vielen Dank für den guten Artikel. Ich selbst hänge seit einigen Jahren bei einer Aktienquote von 10℅ fest obwohl die Märkte gut gelaufen sind und ich noch 19 Jahre von der Rente entfernt bin. Werde demnächst den Vertrag nutzen um eine selbst genutzte Immobilie abzuzahlen und lege den Vertrag danach still. Die frei werdenden 100€ stecke ich lieber in meine ETF’s. Jungen Leuten kann man davon nur abraten.

WurstHorst
Gast
WurstHorst

Hallo zusammen,
vorab vielen Dank für den tollen Artikel und die super Kommentare!
Ich selbst habe einen Riestervertrag bei der Zurich zu horrenden Kosten. „Damals“ habe ich mich noch nicht so arg um Finanzthemen gekümmert und nun zahle ich entsprechend immer noch die (Abschluss-)Kosten. Entsprechend bin ich nicht glücklich mit meinem derzeitigen Riestervertrag, habe ihn auch schon mal gekündigt, dann die Kündigung widerrufen etc. Nun lese ich den super Artikel, bin Feuer und Flamme und habe überlegt Georgs Turbo-Riester ebenfalls umzusetzen. Jetzt kam ich endlich dazu auch noch die Kommentare zu lesen und stolperte über die Diskussion zwischen Jörg und Georg und bin nun doch nicht mehr ganz so entzückt vom Turbo-Riester ;o)

Was ich auch vermisst habe bei der Turbo-Riester Geschichte: Was mache ich, wenn wir uns gerade in einem Börsencrash befinden, wenn ich 62 bin und ich gerade mit dem „Schlachten“ beginnen wollte?

Dennoch überlege ich, ob ich nicht doch zu Fairr.de wechseln sollte, schon alleine wegen der geringeren Kosten. Hintergrund, warum ich nicht schon längst meinen Riestervertrag gekündigt oder zumindest beitragsfrei gestellt habe, sind für mich zwei „Vorteile“:
1. Ich werde zum Sparen fürs Alter „gezwungen“, d.h. ich kann nicht einfach wie bei einem eigenen ETF-Sparplan Geld rausziehen oder mal kurz 1-2 Monate den Sparplan pausieren (wobei zweiteres ginge wohl bei fairr)
2. Ich finde den Aspekt der ewigen Rente ansprechend. Ich bin fit, sportlich, schlank und gehe davon aus locker 90 Jahre und älter zu werden. Ich bin zwar erst 33, aber meine Großeltern wurden/sind schon sehr alt (geworden) und wenn ich meine Eltern ansehe, sind die fit wie ein Turnschuh.

Was soll ich nun also machen?
1. Zu Fairr wechseln und Turbo-Riestern?
2. Zu Fairr wechseln und „normal“ Riestern (sprich Renteneintritt mit 67 und dann ganz normal auszahlen lassen?)
3. Bisherigen Riestervertrag beitragsfrei stellen?
4. Ihr habt noch eine bessere Lösung

PS: Noch ein „kleiner“ Turbo: Da ich keine Steuererklärung abgeben muss, gebe ich meine Steuererklärung immer erst vier Jahre später ab. Also im Dezember 2020 gebe ich sie für das 2016 ab. So erhalte ich noch ordentlich Zinsen vom Finanzamt auf meine Steuerrückzahlungen, die ich hauptsächlich durch meinen Riestervertrag erziele.

Viele Grüße
WurstHorst

Niels
Gast
Niels

Hallo, ich bin in einer ähnlichen Situation wie du, zumindest vom Alter her, bin ebenfalls 33 Jahre alt. Ich bin seit Ende 2017 bei Fairr, allerdings direkt dort eingestiegen, ohne vorher woanders einen Riester gehabt zu haben.
Aber zu deiner Frage. Was solltest du machen?
Die Optionen 1 und 2, die du genannt hast, unterscheiden sich ja erstmal gar nicht voneinander. Ob du jetzt bei Vertragsabschluss den Rentenbeginn auf 67 Jahre oder 83 legst, ist ja erstmal egal, bis zum Alter von 47 fährst du ja mit beiden Optionen mit 100% Aktienquote. Und dann kannst du ja noch mal übrlegen, wie es weitergehen soll. So handhabe ich es zumindest. Ich habe bei Abschluss 67 Jahre angegeben, aber hab Stand jetzt schon vor, so lange wie möglich 100% Aktienquote zu fahren und zu diesem Zweck mein Renteneintrittsalter dann irgendwann (vorläufig) auf 83 Jahre zu ändern. Aber wie gesagt, das hat ja noch Zeit…
Ich nehm schön die nächsten mind. 15 Jahre noch zwei Kinderzulagen auf meinen Vertrag, lass das Depot wachsen und dann schauen wir weiter. Ob spätere Verrentung des Guthabens, förderschädliche Kündigung, Wechsel zu einem anderen Anbieter (um die Gewinne als neuen Garantiebetrag einzuloggen), Verwendung zur Abzahlung einer (noch nicht vorhandenen) eigenen Immobilie oder Übetragung des Guthabens auf mehrere Riestervertäge und versuchen, sich die einzeln als Kleinstbetragsrente förderunschädlich ohne Verrentung auszahlen zu lassen – gibt ja doch einige mögliche Möglichkeiten später dann.

Ob du deinen alten Vertrag mit zu Fairr ziehen solltest? Kann man jetzt ohne Kenntnis der genauen Konditionen deines bsiherigen Riesters nicht wirklich seriös sagen. Aber nach deiner Schilderung klingt der ja alles andere als toll. Und wenn du von Fairrs Konzept überzeugt bist, warum nicht dann alles da in den Riester packen?

Last but not least: Lob an dich, Georg! Liest sich echt interessant hier dein Blog, werd bestimmt öfter mal reinschauen.

WurstHorst
Gast
WurstHorst

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure Rückmeldungen! Vor zwei Tagen habe ich zu Fairr gewechselt und alles in Gang gebracht. Auf Niels guten Hinweis, dass Option 1&2 „am Anfang“ dasselbe sind, kam ich nach einiger Bedenkzeit auch, habe aber beim Wechsel als Renteneintrittsalter 83 und nicht 67 Jahre angegeben. Grund hierfür war, dass es anscheinend früher möglich war 85 Jahre anzugeben und ich „Angst“ hatte in 13 Jahren nur noch als Renteneintrittsalter 75 oder so angeben zu können ;o)

Viele Grüße

Tobi
Gast
Tobi

Zum Thema Fairr hatte ich auch schon mal recherchiert. Damals wurde contra Fairr angeführt, dass diese noch nicht über einen Versicherungspartner verfügen, der für sie das Langlebigkeitsrisiko absichert. Dafür geht nämlich bei den anderen Anbietern gleich zu Rentenbeginn 30% vom Kapital drauf. Wenn man aber sowieso vorher kündigt dürfte das aber keine Rolle spielen.

Trollpferd
Gast
Trollpferd

Hallo zusammen, danke für diese inhaltlich sehr hoch stehende Diskussion! Ich würde noch folgenden Punkt ergänzen wollen. Riester-Altverträge: diese haben ggf. noch einen sehr viel besseren Rentenfaktor, bei mir z.B. 45 statt 30. Da sollte man sich eine Umschichtung natürlich noch besser überlegen. Trotzdem hadere ich mit meiner fondsbasierten Riester-Rente, bei der derzeit auch schon über der Hälfte im Sicherungsvermögen gelandet ist. Zurück zur Verrentung: Ein Ausweg könnte es sein, speziell bei neueren Veträgen mit z.B. nur noch einem Rentenfaktor von 30, Riester zu kündigen, und stattdessen in die gesetzliche Rente einzuzahlen. Auch wenn der Rentenfaktor derzeit höher ist, z.B. 37 oder gar 43, je nach Konstellation, muss man aber dennoch mit 20-24 Jahren Amortisationsdauer (d.h. Restlebenszeit) rechnen. Wenn ich z.B. statt mit 67 mit 63 in Rente gehe, könnte ich die 14,4% Abschlag z.B. über das angesparte Riestervermögen ausgleichen, ich würde ggf. Krankenversicherung sparen (KVdR) UND meine Rente wird noch nicht zu 100% vesteuert. Fazit: die Alternative DRV zur Verrentung statt privater Riester-Anbieter sollte man sich rechtzeitig einmal durchrechnen, v.a. wenn man evtl. Einzahlungen steuermindernd auf mehrere Jahre verteilen will.

Niels
Gast
Niels

Das gesamte Portfolio wurde am 12.03. verkauft.
„fairriester: Aufgrund der aktuellen Situation an den globalen Aktienmärkten hat die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank die Risiken in Ihrem fairriester-Portfolio letzte Woche gesenkt. Die weiteren Entwicklungen an den Finanzmärkten sowie die Auswirkungen der sich ausbreitenden Corona-Pandemie auf die Wirtschaft sind derzeit nicht absehbar. Die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank beobachtet die Lage laufend und entscheidet auf Basis ihrer Risikoeinschätzung über die Steuerung der Anlage in Aktien und Anleihen im fairriester.“