Rendite Turbo für Deine Riester Rente

Rendite Turbo für Deine Riester Rente
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Stell Dir vor in Deutschland gäbe es ein neues Angebot zur Altersvorsorge. Und zwar leiht der Staat jedem interessierten Arbeitnehmer 30.000 Euro zu 0% Zinsen. Dieses Geld kannst Du dann z.B. in Aktien ETFs investieren. Das zinslose Darlehen kannst Du jederzeit zurückzuzahlen, die damit erwirtschafteten Gewinne gehören jedoch Dir. Und wenn Du zum Zeitpunkt der Rückzahlung 62 Jahre alt oder älter bist und mindestens 12 Jahre investiert hast, musst Du die Gewinne sogar nur zur Hälfte versteuern. Sollten in der Zwischenzeit Verluste statt Gewinne entstanden sein, dann ist das auch kein Problem, denn der Staat trägt zusätzlich auch noch das Verlustrisiko. Für Dich ist diese Anlage komplett risikolos, Du kannst nur gewinnen.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht denkst Du Dir jetzt, dass das ein wirklich tolles Angebot wäre, das jedoch leider nichts mit der Realität zu tun hat. Und insbesondere in einem Land wie Deutschland, das hinsichtlich der Altersvorsorge eher ein Entwicklungsland ist, ist ein solches Modell erst recht nicht vorstellbar….oder vielleicht doch?

Was wäre wenn ich Dir jetzt verrate, dass es dieses Angebot tatsächlich in Deutschland gibt, und Du einfach in der Form noch nichts davon gehört hast? Wie auch Du von diesem fantastischen zinslosen Darlehen ohne Verlustrisiko und mit nur zur Hälfte zu versteuernden Gewinnen profitieren kannst, werde ich Dir im Folgenden genau erklären.

 

Das Angebot ist zudem noch nicht mal neu, sondern existiert bereits viele Jahre, und hört auf den Namen Riester-Rente. Ja richtig gelesen, Riester Rente. Dieses Teil von dem man immer wieder liest, dass die Politik versagt hat, und man als Sparer von Versicherungen und Asset-Managern nur um seine Zulagen und Steuervorteile gebracht wird. Und diese Kritik ist auch weitestgehend berechtigt! Denn die meisten Anbieter vertreiben Produkte mit hohen, intransparenten Kosten, so dass es sich nicht lohnt diese abzuschließen. Es gibt jedoch einen Weg wie man die Riester Rente in ein attraktives Spar-Vehikel verwandeln kann, das einer klassischen Aktien-Anlage deutlich überlegen ist.

Rendite Turbo durch 0% Fremdkapitalkosten

Dieser Weg nennt sich schädliche Verwendung, was inhaltlich nichts anderes bedeutet als eine Kündigung vor Ende der Vertragslaufzeit. Denn hierbei gelten ganz spezielle Regelungen: grundsätzlich sind bei Kündigung eines Riester Vertrags die staatliche Zulagen und die gewährten Steuervorteile zurückzuzahlen. Die im Zeitablauf damit erwirtschafteten Gewinne darf der Sparer, genau wie die Gewinne aus selbst eingezahltem Kapital, jedoch behalten. Er muss diese lediglich gemeinsam mit den übrigen Gewinnen mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Hier bietet es sich bereits an diesen Weg zu einem Zeitpunkt zu gehen, zu dem der persönliche Steuersatz gering ist, z.B. während eines vorgezogenen Ruhestands. Aber es kommt noch besser! Wenn der Sparer zum Zeitpunkt der Vertragskündigung mindestens 62 Jahre alt ist und der Vertrag zu diesem Zeitpunkt auch mindestens seit 12 Jahre besteht, dann sind alle in dem Vertrag erwirtschafteten Gewinne nur zur Hälfte zu versteuern. Ja, Du hast es richtig verstanden, die Hälfte Deiner Gewinne, egal ob mit Zulagen, Steuervorteilen oder eigenem Kapital erwirtschaftet, kannst du komplett steuerfrei behalten! Die andere Hälfte wird wieder mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Das bedeutet also, dass Dir der Staat ein zinsloses Darlehen in Höhe der Dir gezahlten Zulagen und Steuervorteile gewährt. Wer jetzt denkt, dass das alles viel zu schön klingt um wahr zu sein, der schaut am besten selbst in das Einkommenssteuergesetz und liest dort unter § 22 Nr. 5 Satz 2 Buchstabe b i.V.m § 20 Abs. 1 Nr. 6. alles noch einmal in feinstem Juristendeutsch nach.

Ab jetzt sollte langsam so etwas wie Begeisterung aufkommen – und ich lege sogar noch einmal nach: man kann die Vertragsauflösung auch über mehrere Jahre strecken und auf diesem Weg weitere Steueroptimierung betreiben, indem man nur so viel auflöst wie man selbst zum Leben braucht und so vermeidet in die höheren Steuerklassen zu gelangen. Die Zeit von 62 bis 67 lässt sich so durch das „Schlachten“ eines Riester-Vertrags sehr gut überbrücken, vorausgesetzt der Vertrag ist einigermaßen „fett“. Und das ist realistisch, denn wer ab einem Alter von 25 Jahren bis 62 jeden Monat 96,25 Euro einzahlt, der darf zum Zeitpunkt der schädlichen Verwendung mit einem Vertragswert von ca. 320.000  Euro rechnen (6,2% jährliche Rendite nach Kosten auf Eigenbeitrag, Zulagen und Steuererstattung). Und von diesem Vermögen sollte es sehr gut möglich sein sich selbst und vielleicht auch noch andere für einige Jahre über Wasser zu halten, und die Zeit bis zum Bezug der gesetzlichen Rente zu überbrücken.

Wer viel Steuern zahlt profitiert am meisten

Wie vorteilhaft der Riester ETF-Sparplan gegenüber einem klassischen ETF-Sparplan ist, hängt im Wesentlichen von 2 Parametern ab. Diese sind zum einen der persönliche Steuersatz und zum anderen die Kosten des Sparplans.

1) persönlicher Steuersatz:

Wer mehr verdient zahlt in der Regel auch mehr Steuern. Und da beim Riester die eigenen Einzahlungen steuerlich geltend gemacht werden können, erhält man umso mehr zurück umso höher der eigene Steuersatz ist. Das in den Riester-Vertrag eingezahlte Kapital bleibt davon aber unberührt, so dass mit höherem Steuersatz der Beitragsanteil der vom Staat gesponsert wird höher ausfällt als bei niedrigem Steuersatz. Besser-Verdiener erhalten also mehr Gratis-Fremdkapital vom Staat. Ein Beispiel: Grundsätzlich gilt, dass der vom Staat maximal geförderte Jahresbeitrag bei 2.100 Euro liegt. Diesen kann man im Folgejahr von der Steuer absetzen. Jemand der 40% Steuern zahlt erhält dann 840 Euro vom Staat zurück, jemand der 30% Steuern zahlt dagegen nur 630 Euro. Beide Sparer haben brutto den gleichen Betrag eingezahlt, netto hat der Sparer mit 40% Steuersatz jedoch 210 Euro weniger aus der eigenen Tasche beigesteuert. Die Steuererstattung wirkt dabei wie ein Gratis-Darlehen durch den Staat an den Sparer.

Anschließend ist auch der Steuersatz in der „Rentenphase“, also zu der Zeit zu der man plant sich die Investments in dem Sparplan auszahlen zu lassen, relevant. Dieser sollte natürlich unabhängig vom Vertragstyp möglichst niedrig sein, klar. Für die relative Vorteilhaftigkeit ist jedoch ein Steuersatz von 25% optimal. Bei individuellen Steuersätzen über 25% profitiert der klassische ETF-Sparplan von der Abgeltungssteuer, denn die Hälfte der Gewinne aus dem gekündigten Riester-Sparplan sind mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz gemäß Einkommenssteuergesetz zu versteuern, während dieser bei Kapitalerträgen (noch) bei 25% gedeckelt ist. Unterhalb von 25% ist das Bild etwas komplizierter. Die relative Vorteilhaftigkeit des Riester-ETF Sparplans nimmt auch hier immer weiter ab, je mehr man sich von einem Steuersatz von 25% entfernt. Dies ist nicht ganz intuitiv wie ich finde, liegt aber daran, dass der Vorteil der hälftigen Besteuerung nur noch weniger stark ausgespielt werden kann. Am Extrempunkt eines individuellen Steuersatzes von 0% wird z.B. schnell klar, dass es unerheblich ist ob man die Gewinne vollständig oder nur zur Hälfte versteuern muss. An dieser Stelle ein kurzer Blick auf die Zahlen, das TER (Total Expense Ratio = laufende Sparplankosten) ist hier einheitlich auf 0,2% gesetzt, damit die Tabellen nur von den Steuereffekten beeinflusst sind:

2) Kosten des Sparplans (TER)

Für die relative Vorteilhaftigkeit spielen natürlich auch die Kosten eine große Rolle. Während ETF-Sparpläne heutzutage locker für 0,2% Kostenquote pro Jahr darstellbar sind, sind Riester-Verträge oft sehr teuer.

Die meisten Anbieter bereichern sich auf Kosten Deiner Altersvorsorge

Üblich sind Kosten von deutlich über 2%, auch mehr als 5% genehmigt sich der eine oder andere Anbieter. Diese horrenden Kosten sind natürlich gut versteckt, in Form von Depotgebühren, Ausgabeaufschlägen, Performance Fees, Maintenance Fees usw. Der Phantasie der Anbieter sind hier keine Grenzen gesetzt, und alles wird natürlich so gestaltet, dass der Kunde möglichst wenig versteht und keinen Durchblick hat. Das hat jetzt endlich auch der Gesetzgeber erkannt, weshalb seit diesem Jahr jeder Kunde einmal jährlich eine detaillierte Kostenübersicht gemäß §7a AltZertG erhält. Ich bin mir sicher, dass diese neue Information dem einen oder anderen die Augen öffnen, und auch noch für einiges an Bewegung im Riester-Markt sorgen wird.

Es gibt aber inzwischen auch einen Anbieter der ETF-basiertes Riestersparen anbietet, und mit einer Kostenquote von ca. 0,8% wirbt. Hierbei handelt es sich aus meiner Sicht um das mit Abstand beste Riester-Produkt das gegenwärtig am Markt verfügbar ist. Ich habe selbst meine eigene Riester-Rente auch dort. Für meinen Vergleich nehme ich deshalb ein TER von 0,8% für den Riester-ETF und 0,2% für den klassischen ETF an. Das nun vollständige Bild siehst Du in der folgenden Tabelle:

Wie sehr Dir eine hohe Kostenquote Deinen Riestersparplan kaputt machen kann siehst Du im direkten Vergleich in der nächsten Tabelle. Hier habe ich ein TER von 2,5% angenommen, was dem TER der meisten Riester-Produkte von Fondsgesellschaften entspricht. Versicherungen verlangen häufiger noch mehr. Der gesamte Netto-Gewinn am Ende der Laufzeit ist dadurch ca. 100.000 Euro geringer als beim ETF-Riester (!) Diese landen dann anstatt in Deiner Tasche im Ertrag des Anbieters, was ich persönlich für eine riesen Sauerei halte, denn hier geht es um die Altersvorsorge. Und in Zeiten von drohender Altersarmut halte ich es für verwerflich Kunden mit verschleierten Gebühren auszubeuten, damit einige wenige sich die Taschen vollmachen können. Hier hat die Politik aus meiner Sicht ganz klar versagt. Die folgende Tabelle zeigt, dass bei den üblichen Gebühren eine Riester Rente im Vergleich zu einem klassischen ETF-Sparplan so gut wie immer schlechter abschneidet:

Ein Anbieterwechsel lohnt sich doppelt

Der eine oder andere mit bestehendem Vertrag ist vielleicht schon aufgewacht und hat festgestellt, dass der eigene Vertrag sehr hohe Kosten verursacht und alles andere als optimal ist. Doch das bedeutet nicht, dass es jetzt zu spät ist auf den richtigen Riesterzug aufzuspringen. Ganz im Gegenteil, das kann unter Umständen sogar sehr viel Sinn machen. Denn beim Riester ist es ja bekanntlich so, dass die eingezahlten Beiträge garantiert sind. Ist am Ende der Laufzeit weniger im Topf, muss der Anbieter nachschießen. Diese Garantie gilt im Falle eines Anbieterwechsels auch für die bis dahin angelaufenen Gewinne! Wenn Du z.B. bisher 10.000 Euro in Deinen Vertrag eingezahlt hast, und im Zeitablauf auch noch 5.000 Euro Gewinne dazugekommen sind, dann garantiert Dir Dein aktueller Anbieter lediglich die 10.000 Euro Einzahlungen. Wechselst Du jetzt zu einem neuen, kostengünstigeren Anbieter, dann werden die gesamten 15.000 Euro auf diesen übertragen und auch für die Zukunft garantiert. Das bedeutet also, dass Du durch einen Anbieterwechsel deine bisherigen Gewinne fest einbuchst. Neben der Kostenoptimierung und damit langfristig wesentlich besseren Performance ist dies ein weiterer wesentlicher Vorteil eines Anbieterwechsels.

Verrentung des Kapitals ist suboptimal

Zum Abschluss will ich Dir noch einen weiteren wichtigen Grund nennen, der aus meiner Sicht für die schädliche Verwendung spricht. Wie bereits oben dargestellt, bedeutet schädliche Verwendung nichts anderes als eine vorzeitige Vertragskündigung. Denn der Riester ist eigentlich so aufgebaut, dass die Ansparphase unmittelbar in eine Verrentungsphase übergeht. Das ist dann die Zeit während der Du die eigentliche Riester Rente erhältst. Während der Verrentungsphase wird Dir in Abhängigkeit von Deinem Kapitalstock zum Ende der Ansparphase bis zum Lebensende jeden Monat eine Rente in einer bestimmten Höhe ausgezahlt. Der durchschnittliche Riester-Kunde darf sich dann ab einem Alter von 67 Jahren gemäß Lebenserwartung auf ca. 20 Jahre Riester-Rente freuen. 20 Jahre, das wären 5% des Kapitals pro Jahr. Dein Riester Anbieter wird Dir jedoch lediglich einen Rentenfaktor von ca. 30 anbieten (wenn er gut ist). Das bedeutet, dass Du für jede 10.000 Euro angespartes Kapital 30 Euro Rente pro Monat erhalten wirst. Das sind 360 Euro pro Jahr, oder 3,6% auf das eingezahlte Kapital. Dazu kommt, dass diese Rente nicht an die Inflation angepasst wird, d.h. der reale Gegenwert sinkt im Zeitablauf ständig. Vielleicht hast Du schon mal von der 4% Regel gehört? Ich will jetzt nicht detailliert darauf eingehen, aber diese besagt, dass Du Dir über einen Zeitraum von 30 Jahren jedes Jahr 4% von Deinem Kapital entnehmen kannst, und die jährliche Entnahme wird sogar noch jedes Jahr um die Inflation erhöht. Also wozu dann der Rentenfaktor? Da ist es doch wesentlich besser das Geld in Eigenregie zu investieren und zu entsparen. Dazu kommt noch, dass selbst verwaltetes Kapital viel flexibler ist: Du kannst Dir bei Bedarf auch mal mehr auszahlen wenn z.B. eine größere Anschaffung oder Reparatur notwendig ist. Und Du kannst das Kapital ganz normal vererben, d.h. Deiner Familie geht nichts verloren falls Du frühzeitig den Löffel abgibst.

Alles in allem halte ich also eine günstige Riester-Rente, die ab einem Alter von 62 schädlich verwendet / gekündigt wird für eine prima Sache. Leider ist der geförderte Beitrag bei 2.100 Euro pro Jahr begrenzt. Ich hoffe der Artikel ist für Dich im Rahmen des Vermögensaufbaus hilfreich. Wenn du Interesse an meinem Berechnungstool hast, dann schreib mich bitte kurz an. Wenn Du wissen willst bei welchem Anbieter ich meine ETF Riester Rente mit 0,8% TER habe, dann schreibe mich ebenfalls an, denn eine öffentliche Produktwerbung lehne ich an dieser Stelle ab.

P.S. Zum Abschluss des Artikels noch ein wichtiger Tipp: Viele Anbieter reduzieren gegen Ende der Ansparphase die Aktienquote. Aufgrund der deutlich besseren Rendite-Chancen sollte die Aktienquote aber möglichst lange bei 100% liegen. Ich empfehle Dir deshalb Dein Renteneintrittsalter auf das gesetzliche Maximum von 84 Jahren zu setzen, damit Du möglichst lange in Aktien investiert bist.

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Joerg
Joerg
9 Monate zuvor

Ganz witzig, Georg.
Hast du daran gedacht, dass (meines Wissens, vielleicht ist es inzwi. anders) der Riester-Anbieter (vermutlich FAIRR.de?)
schon mit 50J oder so (kannst ja noch genaues Verfahren nachliefern) stark Richtung Renten-ETFs umschichtet? Dadurch liegen die letzten 10-15 Jahre vor deiner schaedlichen Aufloesung die absolute Geld-Mehrheit (dann ist das Depot am fettesten) unverzinst der Inflation zum Frass vorgeworfen herum! Rechne deshalb vielleicht lieber nicht mit 6% Rendite sondern wertgewichtet ueber die Zeit mit 3% (vor Inflation)? Also 10 Jahre mit 6% (bis 50J fuer 40% des Geldes), danach 5 Jahre mit 3% (bis 55J fuer 60% des Geldes) dann noch 7 Jahre mit 1% (62J fuer 100% des Geldes).
Ausserdem braucht man ein sehr hohes Staatsvertrauen (du warst ja lange wech, oder?), dass dir nicht kurz vor Tor-Schluss:
– verboten wird das Kapital auszuzahlen (Verrentungszwang)
– noch ein Zusatz-Sozialbeitrag/-Steuer zwecks „Gutes-Solidaritaets-Gesetz“ erhoben wird
– und so weiter und sofort (also ich bin weniger optimistisch, Gesetze werden fast ueberall nach Kassenlage gemacht)
Riester macht nur eine Minderheit in D, das wird noch ein paar mal umgeworfen werden (keine Lobby wie fuer 401K oder IRA-ROTH)
Trotzdem, hoffentlich geht alles gut bei Euch!
LG Joerg

Joerg
Joerg
9 Monate zuvor

Moin Georg,

in der Tat, das klingt gut!

Da bleibt bis auf das Vertrauen darauf, dass kein neg. staatl. Winkelzug bis zur Aufloesung kommt, wenig zu maekeln.

Noch zwei drei Spitzfindigkeiten:
– Ist es ein „Netto-Tarif“ (ueber Honorarberater) oder ein normaler Tarif ueber die Fairr-Webseite?
– hast du schon Abrechnungen bekommen? Sind die Kosten/Gebuehren tatsaechlich nur 0,8% p.a.?
– Welche ETFs besparst du?
– koennen auch Thesaurierer bespart werden?

Bleibt als kleiner Malus die geringere Rendite durch den Fairr-Mantel und die Aufeinmal-Kursgewinnrealisierung mit zB 62J (die braeuchte man nicht erleiden bei priv. ETF-Sparplan, da geht’s allmaehlich bis zum Tode)?
vgl. https://frugalisten.de/steuern-kapitalertraege-privatier-optimieren/

Fasse zusammen:
~ 22x 840EUR/a Steuerersparnis + Zinseszins auf die Steuerersparnis: macht ca. 36k Bonus
stehen gegenueber:
– 10k „weniger Rendite“ (~90k Depot bis 62) durch Fairr-Mantel (1% weniger Rendite p.a., sonst 103k).
Naja, ist kein sauberes Argument, ohne Access gaebe es keine Steuerersparnis, ich weiss …
– 5k Steuer mit 62J (45k Kursgewinn, Haelfte 22k zu versteuern)

Bleibt also ein Potential von >20k Plus fuer die Aktion. Nicht schlecht!

Hoffentlich klappt es fuer Euch!
LG Joerg

Robin
Robin
8 Monate zuvor

Also ich sehe das ganze so:
Erstmal vorneweg die Annahmen, damit wir auch sicher über das selbe reden.
Höchstbeitrag Riester 2100 €.
Single ohne Kinder.
Steuerersparnis = Grenzsteuer * 2100 € (Durchschnittsverdiener 3000 € brutto = 34 %, maximal 45 %), wir nehmen den Grenzsteuersatz für die kompletten 2100 €.
Eigene Einzahlung Durchschnitt: 115,50 € / Monat (714 € vom Staat p.a.)
Eigene Einzahlung Minimum: 96,25 € / Monat (ab 22.110 € mtl. Brutto) (945 € vom Staat p.a.)
Einzahlung 25 – 62 = 37 Jahre
Vertragskosten: 0,8 % vom Vertragsvermögen
Zusätzliche laufende Kosten: 36 € p.a. (aus dem aktuellen Prospekt von fairr).
Auszahlungen sind nur für ungeförderte Beiträge (alles was über 2.100 € pro Jahr hinaus geht) möglich, ansonsten nur 30 % beim Renteneintritt oder komplette Kündigung (gesetzliche Vorgaben).
Halbeinkünfteverfahren sollte auch bei Kündigung nach dem 62. Lebensjahr (also mit 63) gelten.
ETF-Entwicklung: 7 % p.a.

Also rechne ich das ganze hoch ( https://www.zinsen-berechnen.de/fondsrechner.php?paramid=n5vydqcdiw ) und erhalte 281.098,28 € davon sind 203.398,28 € Gewinn und 26.418 € (max. 34.965) vom Staat. Nach Abzug habe ich also 254.680,28 € (oder 246.133,28 €) übrig. Davon muss ich den oben genannten Gewinn im Halbeinkünfteverfahren versteuern (ich bekomme zwar die ganze Summe ausgezahlt, kann sie aber über 5 Jahre versteuern). Jetzt kommt es hier natürlich darauf an, wie ich das Geld verwende.
Will ich die zwischen 62 und 67 nicht arbeiten gehen, zahle ich 44.045 € an Steuern (pro Jahr 40.679,66 € zu versteuern), d.h. ich habe 210.635,28 € (oder 202.088,28 €) insgesamt ausgezahlt bekommen. Hierbei ist zu beachten, dass ich während der Zeit nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahle und mir bis 67 die Rentenpunkte für 5 Jahre fehlen, außerdem muss ich mich freiwillig gesetzlich in der Krankenversicherung versichern lassen, was mit noch einmal 5.939,23 € (14,6 % man übernimmt den Arbeitgeberanteil) zu Buche schlägt. Macht ein Jahresnetto von 25.931,43 € oder im Monat 2.160,95 €. Ist schon ein hübsches Sümmchen und nahe an den durchschnittlichen 1.951,10 €.
Will ich es in der Rente verwenden, macht es eventuell Sinn es erst mit 67 auszuzahlen (wir bedenken, dass der Anbieter spätestens ab 63 beginnt von Fonds in Anleihen umzuschichten, bei Rentenbeginn mit 83, bei 67 schon mit 47 Jahren – bei normalen Vorgehen also schon nach etwas über 50 % der Laufzeit). Denn auch mit einem Durchschnittseinkommen läuft man damit in den Spitzensteuersatz (= 81.120 € Steuern oder max. 91.530 €). Während bei der Rente nur 67.720 € (36.000 € * 0,43 % Rentenniveau zusätzlich gesetzliche Rente) anfallen oder max. 80.950 € (82.800 € BBG * 0,43 %).
Die nächste Frage die sich stellt ist, über wie viele Jahre zahle ich mir das aus? Sicher hat man aktuell im Durchschnitt noch 20 Jahre nach Renteneintritt (also bis 87). Nur kennt jeder auch eine Omi, die doch einige Jahre darüber geschafft hat. Über 20 Jahre gibt mir das eine Rente von 651 € pro Monat (3,899 % Zinsen p.a. und 1,8 % Inflationsausgleich – entsprechend dem Ausgleich beim Anbieter und der 4 % Regel). Was wenn ich mit 87 noch rüstig bin und klar denken kann, will ich dann meinen Lebensstandard von heute auf morgen um 651 € senken? Bin ich jemand, der im Alter nicht mein komplettes Netto ausnutzt (bin ich heute schon jemand, der am Ende vom Monat noch Geld übrig hat – und zwar ca. 30 %? Und hier geht es nicht darum, dass ich am Anfang vom Monat schon Geld weglege, sondern darum, dass ich nicht alles Geld nutze, was mir zur Verfügung steht.) Und wenn ich dann also für mich feststelle, dass ich nicht garantieren kann, dass ich mit 87 umfalle und auch nicht plötzlich auf 30 % vom Lebensstandard verzichten kann, dann stellt sich die Frage, auf wie viele Jahre berechne ich das Geld? Ziele ich mal auf 100, dann sind es 424 € im Monat. Bis 120 sind es 293 €. Wie lang lebe ich also? Der Anbieter bietet einen Rentenfaktor von 27,36 für einen 30jährigen, der mit 67 in Rente gehen will (damit die Spardauer gleich bleibt), d.h. 565,33 € monatlich (nach Steuern). Das entspricht dann einer geplanten Lebensdauer von 89,5 Jahren. Und wir haben angenommen, dass wir eine Anlage finden, die kontinuierlich 3,9 % Rendite p.a. liefert, ohne Abschlusskosten, ohne laufende Kosten. Bei nur 2 % ist der Breakeven schon bei 19,4 Jahren nach Rentenbeginn.
Die Antwort auf die Frage, ob jetzt Vertrag vorher auflösen oder Rente auszahlen, liegt also ganz darin, wie lange ich denke, dass ich leben werde.

Die nächste Frage, die sich stellt ist, wie es sich im Vergleich zu anderen Produkten schlägt. Wenn ich eine moderne fondgebundene Rentenversicherung wähle, dann erhalte ich schon bei 6 % 580 € (nach Steuern) Rente lebenslang heraus (die rechnen ja leider nur 3, 6, 9 %). Bei 7 % liege ich schon überschlagen bei 750 €. Breakeven zu deinem Modell wäre schon mit 83.

Schauen wir uns ganz normale Fonds an, z.B. einen ETF auf den DAX mit 0,09 % Kostenquote, keine sonstigen Gebühren, hier sind wir nach den 37 Jahren bei 179.658,43 € nach Steuern (die zahlen wir ja, weil wir jetzt umschichten). Wieder die selbe Anlage, wie das gute Riestergeld. Hier kommen wir auf einen Breakeven von 93 Jahren.

Hier noch mal die Zahlen:

Rendite Turbo Riesterkonzept:
281.000 € im Vertrag, max. ausgezahlt 187.000 €
mtl. Auszahlung 650 € – 300 €

ETF sparen:
225.000 € im Vertrag, ausgezahlt 180.000 €
mtl. Auszahlung äquivalent

Normales Riester:
mtl. Auszahlung 570 €

Fondsgebundene Rentenversicherung:
215.000 € im Vertrag, ausgezahlt 192.000 €
mtl. Auszahlung 750 €

Zusammengefasst:
Interessantes Konzept, was eventuell ein selbstbetreutes Depot schlagen kann. Zu bedenken ist natürlich, dass man keinerlei Einfluss auf die Geldanlage hat und somit gerade kurz vor der Rente ein nicht umgeschichtetes Depot etwas riskanter ist. Im Gegenzug dafür bietet natürlich ein Fondsdepot bei der Umschichtung nahezu unbegrenzte Möglichkeiten Geld für Steuern zu verbrennen. Beides kann, sofern man lebenslang Geld in der Rente haben möchte, sowohl in der Höhe als auch in der kontinuierlichen Zahlung eine Rentenversicherung schlagen (Pro-Tipp: einfach mal ein paar 60jährige fragen, ob sie lieber 125.000 € auf die Hand hätten mit Rentenbeginn oder 500 € jeden Monat mehr auf’s Konto – die Chancen sind groß, dass man in dem Alter ähnlich denkt). Auch fällt auf, dass die beschriebene Riester-Rente trotz staatlichen Zulagen, Abschlussgebührenfreiheit und geringen Kosten von einer modernen fondsgebundenen Rentenversicherung geschlagen wird. Ich will das Konzept Riester nicht schlecht machen, es hat viele Vorteile, z.B. dass es Hartz 4 sicher ist, oder dass sich eine vielköpfige Familie für 5 € im Monat 80 € oder mehr vom Staat schenken lassen kann. Es kommt halt immer drauf an, was man erreichen will. Auch ein ETF ist eine tolle Sache, wenn ich jetzt schon Geld für ein bestimmtes Ziel in 15 Jahren sparen möchte.

Letzte Frage:
wo finde ich eine Geldanlage, von der ich 3,9 % Rendite bekomme, bei der ich mich aber nicht um die Auszahlung kümmern muss, weil ich ja mit 90 im Altersheim evtl. das Geld auf dem Konto haben will auch wenn ich nicht mehr so ganz genau raffe, was um mich herum passiert?

Robin
Robin
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Du hast natürlich Recht, da hab ich bei meiner Rechnung nicht ganz aufgepasst und einfach den vollen Gewinn versteuert, obwohl ich es noch angesprochen haben. Damit sinkt natürlich die Steuer von 44′ auf 12.500 €.

Kann ich irgendwie meinen alten Post editieren? Ich will nicht, dass was Falsches im Netz steht und Menschen auf falsche Gedanken bringt. Oder zumindest so [Achtung Berechnung falsch].

Muss ich nochmal durchrechnen. Auf den ersten Blick erhalte ich mit Halbeinkünfteverfahren korrekt (sic!) angewandt auch 50′ € mehr als in meiner Rechnung.

Die Annahmen, die im Netz über Rentenversicherungen kolpotiert werden, sind leider sehr mit Skepsis zu genießen. Ja, es ist richtig, dass Versicherungen, so sie denn klassisch anlegen, 70 % in mündelsichere Anlagen investieren müssen und damit eben in solche festverzinslichen Anleihen. Und die meisten Schreckensmeldungen, die man so hört, beziehen sich auf solche Verträge. Glücklicherweise dürfen Versicherungen auch andere Wege beschreiten, wie zum Beispiel fairr, die eine Riester-Rentenversicherung anbieten (auch wenn sie diese Fondssparplan nennen) oder die allermeisten heute auf de Markt zu findenen fondsgebundenen Policen, bei denen man eben nicht mehr auf die Anlagestrategie der Versicherung angewiesen ist, sondern sich selbst die Fonds aussuchen darf. Und ein Fonds im Versicherungsmantel bringt halt die gleiche Rendite wie ein Fonds bei der Depotbank; natürlich abzüglich der Kosten, die auch im Depot nicht zu vernachlässigen sind.

Hast du einen Link zu dem Rechner, ich habe ihn nicht bei fairr gefunden.
Steuersatz finde ich sowieso spannend. Wieso rechnest du mit einem Höchssteuersatz von 45 %? Sicher es gibt schon ein paar tausend Arbeitnehmer in Deutschland, die über 250.000 € im Jahr verdienen, das sind aber nur 0,1 %. Und dabei ist fraglich, wer das schon mit 25 hatte. Da ist doch viel wahrscheinlicher, dass man ein Durchschnittseinkommen von 36.000 € brutto hat. Ob man da schon mit dem Spitzensteuersatz ab 57′ € brutto startet?

Ich treibe mich eben auch mit dem Gedanken herum, wie legt man sein Geld im Alter an. Auf der einen Seite will ich monatlichen Cashflow, auf den ich mich verlassen kann. Auf der anderen Seite denke ich, dass irgendwann das Alter kommen wird, wo ich eben nicht mehr jeden Tag direkt an der neuen Entwicklung dran bin bzw. mich um die Sachen kümmern kann.

An Familie hatte ich auch schon gedacht. Denn das sind die Menschen, die einem am nähsten stehen, denen man am ehesten vertrauen kann. Dann hab ich gelesen wie viele Ehen geschieden werden, hab mit Menschen geredet, die sich mit ihren Eltern oder Kindern verkracht haben und mit Menschen, die sich mit Erbstreitigkeiten auseinandersetzen. Jetzt erscheint es mir keine sichere Sache zu sein in der Geldverwaltung auf die Familie zu setzen.

Also ich bin sehr offen, falls da irgendjemand eine gute Idee hat.

Robin
Robin
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Ein automatisierter Auszahlungsplan. Ich bin kein großer Freund von Auszahlungsplänen auf stark schwankende Fonds. 7 % im Durchschnitt klingt immer toll, und ja der Dax bringt diese Werte. Allerdings ist es eben im Durchschnitt und da passieren doch einige Schwankungen.

Nehmen wir mal den DAX. Angenommen, wir hätten jetzt 2000 dort 200.000 € für einen Auszahlungsplan investiert. Jährlich 12.000 € rausnehmen, weil wir einen Zinssatz von 7 % annehmen und noch bis 100 leben wollen. Jetzt folgen wir dem Kursverlauf des DAX, der bricht in den nächsten 3 Jahren jedes Jahr um 30 % ein. Danach steigt er die nächsten 5 Jahre um 25 % und erreicht nach 8 Jahren schon wieder seinen vorherigen Wert. Klingt ja nicht schlecht, oder? Nur 8 Jahre und er hat sich erholt und ich habe dann noch 25 Jahre bis ich tot bin.

Wenn wir genau reinschauen, dann haben wir nach den 3 Jahren Kursverlust und der jährlichen Entnahme von 12.000 € noch 44.320 € im ETF liegen. Kein Beinbruch, wir wissen, auf Regen folgt Sonnenschein und nach der Krise starten die Kurse wieder durch. 25 % Plus in den nächsten 5 Jahren. Nach diesen 5 Jahren und jeweils 12.000 € Entnahme pro Jahr haben wir schon ein Minus von 2.000 €, d.h. wir schaffen insgesamt 7 Jahre und 10 Monate bis 75.

Blöd, denn wir hatten ja angenommen, wir leben bis 100.

Gut, denkt man sich, so dramatisch wirds nicht. Der Kurs sagt nur 3 Jahre lang um 10 % ab und steigt dann in den nächsten 3 Jahren wieder um 10 %. Da haben wir nach den ersten 3 Jahren noch 113.280 € übrig, nach den nächsten 3 Jahren noch 99.303. Dann haben wir Glück und es geht tatsächlich mit 7 % vorwärts. Dann sind wir trotzdem nach 10,5 Jahren durch. Also haben wir es doch schon 16,5 Jahre geschafft und sind 83. Auch hier wird es schwierig mit den 100, selbst mit der Annahme, dass wir nur 20 Jahre schaffen wird’s schon tricky.

Ok, ok, passiert mir ja nicht, ich hab Glück, so eine kleinere Delle passiert erst, wenn ich 10 Jahre schon in der Rente gelebt habe (in den letzten 20 Jahren ist alle 7 Jahre was größeres passiert). Dann schaffe ich ca. 23 Jahre mit meinem Geld hinzukommen. Das reicht immerhin, wenn ich nur 87 werde, bis 100 reicht es trotzdem noch nicht.

In meiner Gedankenwelt wird sich kurz vor der Rente keiner dafür entscheiden anzunehmen, dass er nur bis 87 lebt und es wird sich auch keiner dafür entscheiden sein Geld in volatilen Anlagen mit 7 % Rendite anzulegen. Aber hey, YOLO und No Risk No Fun. Ob wir das mit 65 noch genauso sehen?

Robin
Robin
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Ich hab mir jetzt mal die Dax-Daten der letzten 37 Jahre in Excel eingepflegt und die Entnahmestrategien dagegen gesetzt. Mit 3 % Entnahme und 1,5 % Inflationsausgleich klappt das schon sehr gut. Allerdings ist liegt damit die Auszahlung doch nur knapp 60 % der Auszahlung, die man aus einer Versicherung bekommt. Um ähnliches zu erreichen, müsste man einen Entnahme von 5,8 % ansetzen.

Robin
Robin
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Mir liegt das Thema genauso am Herzen. Und ich geh voll mit, dass das Geld vom Staat Fremdkapital ist.
Ich persönlich würde mit max. 42 % Spitzensteuersatz rechnen, ich kenn echt wenige Leute, die die 45 % zahlen müssen und die sind alle nicht Riester-berechtigt 😉

Zum Thema fondsgebunden Rentenversicherung: natürlich wird dir keine Versicherung in der Auszahlungsphase eine Rendite von 7 % liefern. Es ging mir um die Ansparphase. Bei Versicherungsprodukten geht es dann darum, wie geht die Versicherung mit deinem Geld in der Auszahlungsphase um. Der Rentenfaktor ist die garantierte Auszahlung, die du erhältst, die durchaus mit den Gewinnen aufgestockt wird. D.h. der reale Rentenfaktor kann durchaus höher liegen als der angegebene. Auch an dieser Stelle keine Werbung, konkrete Produkte gibt’s per Nachricht.

Natürlich erzielt man in der Versicherung keine effektiven 6 % (ich bleib mal bei 6 %, das lässt sich leichter vergleichen, da hab ich die Werte da). Das wären hier effektiv 5,597 %. Zu beachten ist natürlich, dass man auch mit einer Fondsanlage oder der ETF-Riester keine effektiven 6 % erzielt. Für einen ETF mit 0,09 % Kosten und ohne sonstige Kosten einberechnet wären das 5,691 % effektiv. In der Versicherung hat man natürlich andere Vorteile, zum einen, weil Gewinne in der Ansparphase nicht steuerpflichtig sind, zum anderen weil Versicherungen mit den Fondsgesellschaften günstigere Konditionen aushandeln können, Kickbacks bekommen, etc. Das macht senkt die als so hoch wahrgenommen Kosten um einiges. Werte die eine Versicherung ausspuckt sind indes schon kostenbereinigt (zumindest in den meisten Fällen).

Doof wird der Vergleich mit einem selbstgekauften Fonds. Denn da ist die Wertentwicklung im Chart immer brutto angegeben, weil ja keiner weiß, was du für Kosten hast. Auch wenn man jetzt, z.B. einen kostenfreien Fonds in einem kostenfreien Depot hat, Steuern muss man trotzdem auf die Dividenden und Bewegungen im Fonds zahlen. Auch für Umschichtungen werden Steuern fällig. Das haut die Rendite leider ordentlich durcheinander, die im Chart schön mit ihren durschnittlichen Prozent angegeben wird.

Zum Thema Kapitalgarantie: die lässt man heutzutage in solchen Produkten weg. Weil, wie du an der ETF-Riester merkst, die kosten Geld. Der Anbieter muss 20! Jahre vor Beginn der Rente anfangen in festverzinsliche Wertpapiere zu gehen. Mit einer 100 % Bruttokapitalgarantie kann man mit einer klassischen Anlage aktuell nicht mehr als 0,9 % p.a. erwarten. Mit einer geschickten Fondsstrategie sind wahrscheinlich 3 % realistisch, es sei denn man rennt in einen Lock-In, wie in den anderen Posts beschrieben. Dann wir das Kapital in irgendwelchen langlaufenden festverzinslichen Wertpapieren angelegt (z.B. deutsche Staatsanleihen) und bleibt da. Eine moderne FRV hingegen verzichtet auf die Kapitalgarantien, weil auch den Versicherungen klar ist, genauso wie den Lesern des Blogs hier, dass die Börse eine sehr hohe (wenn auch keine 100 %) Chance hat, dass mehr rauskommt, als man eingezahlt hat. Im übrigen haben die Versicherungen keine Angst vor der Kapitalgarantie. Im Gegenteil, sie haben sehr lange Erfahrung damit, wie sie Geld sicher anlegen können. Der Kunde verhunzt sich seine Rendite selber, weil er die 100 % Garantie haben möchte.

Anders sieht es mit den Garantien aus, wenn es zur Rente kommt. Hier wird natürlich die Auszahlung garantiert (das ist ja auch das Konzept, was versichert wird). Deswegen gibt es hier auch keine 7 %, allerdings hast du ja in der Versicherung schon viel angespart, d.h. die Versicherung kann mit dem Geld auch anders umgehen, als wie mit den ersten 25 € Sparbeitrag. Meiner Erfahrung nach kann man hier schon von realistischen 3 % ausgehen.

Verfall des Kapitals, da hast du natürlich Recht. Auch das basiert auf der Arbeitsweise einer Rentenversicherung bzw. einer Versicherung allgemein, nämlich dem Solidarprinzip. Klar, wenn du früh stirbst, bekommst du nicht so viel raus, wie du eingezahlt hast. Dafür bekommst wenn du spät stirbst deutlich mehr heraus, als du an Kapital drin hast. Das funktioniert eben nur, weil die die früh sterben die finanzieren, die spät sterben. Zum Glück sag ich, weil du ja auch über 100 noch was zu beißen haben willst, wenn du sie erlebst. Nichtsdestotrotz kann man in modernen Versicherungen auch bestimmte Zeiten festlegen, in denen der Ehepartner noch die Rente ausbezahlt bekommt, wenn man schon tot ist oder auch Geld heraus nehmen, wenn der Arzt sagt, dass man es nicht mehr lange macht.

Robin
Robin
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Jo, versteh ich. Das sieht im ersten Moment richtig viel aus. Auf der anderen Seite haben DIY-ETFs keine steuerlichen Vorteile in der Rente. Wenn man natürlich andere Dinge im Sinn hat, ist eine Rentenversicherung nicht die Wahl.

Joerg
Joerg
8 Monate zuvor

Moin, moin,
meine Bedenken gehen eher in Richtung „Garantieversprechen“ auf die eingez. Beitraege und staatl. Zulagen.
Hatte kurz bei Sutor und Fairr geguckt: meiner Meinung nach (bitte korrigieren) ist das Versprechen, 100% Aktien bis 62J zu fahren, bei Vertragslaufzeit bis 83J nix Wert (nur Marketing)!
Es ist weder legal bindend noch wahrscheinlich, das durch alle Markt-Schwankungen auf ein paar Jahrzehnte hin durchzuhalten.
Ich hatte pers. eine Union Invest (R&V) Riester-Rente und bin wegen der Stiftung-Warentest Empfehlung (100% Aktien und so) 2004? darauf reingefallen:
Im Crash 2007-2009 wurden alle Aktien- in Renten-Fonds umgeschichtet. So musste ich Buy-High, Sell-Low erleiden.
Hier aufgeschrieben: https://www.finanzwesir.com/blog/was-spricht-gegen-riesterrente#1434034862

Dasselbe muesste auch Sutor tun. Wenn zuviele Vertraege unter Wasser liegen, muss jemand das mit Eigenkapital unterlegen (Bilanz!). Also wuerden die auch die Reissleine ziehen und in „sichere“ Anlagen umschichten.
Deshalb hat man als Fairr-Kunde auch keine Handhabe auf die konkrete ETF-Wahl und Steuerung („macht im Detail die Sutor-Bank“, gesetzl. geregelt, Schuld: Garantieversprechen).

Das Steuersparmodell geht nur gut aus, falls kein Crash kommt, der die Menge der Fairr-Vertraege ins Minus laufen laesst. Sonst wird die Reissleine gezogen, umgeschichtet und die Chance auf 6% nominal p.a. auf die Laufzeit ist dahin, man macht Minus.
Also ich wuensche allen viel Glueck! Ich bin ein gebranntes Kind und wuerde abraten.
Meine auch, dass der polit. Wind fuer Riester gedreht hat, das wird langsam runtergefahren und ausgeschlichen … Wer weiss, ob das noch 10-20J laeuft?!
LG & guten Start nach 2020
Joerg

Joerg
Joerg
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

https://www.fairr.de/produkte/fairriester/portfolio/
„Beim fairriester kannst Du (im Gegensatz zu unseren anderen Produkten) keinen Einfluss auf die Auswahl der ETFs nehmen. Stattdessen wählt die Sutor Bank die Zusammen­setzung aus und gibt Dir im Gegenzug die Beitrags­garantie.“
Uebersetzt/interpretiert: Du hast nix zu sagen. Wenn wir es fuer richtig halten („muessen“) schichten wir trotzdem frueher in Renten-ETFs um?!
Hier die Fonds-Palette, die Sutor dazu verwendet (da sind auch Renten-Fonds aufgezaehlt):
https://www.sutorbank.de/service/sutor-fairriester-fonds/

Den Vertrag bei Umschichtung vorzeitig aufzuloesen ist in der Theorie ein gutes Konzept. In der Praxis kann es etwas dauern … (Steuerersparnisse muessen berechnet, mit FinanzAmt abgestimmt werden, etc.)
Bei einem V-Crash koennten die Kurse schon wieder vom Minimum 10-20% empor geschnalzt sein bis du das Geld zum investieren hast?

Der Hauptgeburtsfehler ist die Kapitalgarantie mit schwankungsfreudigen Assets zu verknuepfen: Wird nur Murks.

Robin
Robin
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Wenn nach 15 Jahren kein Verlustrisiko mehr besteht, warum sollten man dann langsam aussparen? Da würde es doch eher Sinn machen weiter richtig Rendite zu machen und erst in den letzten 5 Jahren umzuschichten? Wie sagt man so schön: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.

Joerg
Joerg
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Danke Georg, super recherchiert.
Die Krux ist und bleibt die Beitragsgarantie.
Sutor kann, um es genau zu umschreiben: ab dem Zeitpunkt, bei dem die Summe aller Riester-Depots unter Wasser zu geraten droht nicht anders, als ihre Bilanz vor Risiken zu schuetzen (und muss umschichten).
Es ist das System, was so nicht funktioniert.
Erst, wenn es keine Beitragsgarantie mehr gaebe, koennte sich etwas aendern (die verlangt aber der Gesetzgeber verstaendlicherweise fuer seine Steuergeschenke und Zulagen).
LG Joerg

Knut Knutsen
Knut Knutsen
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Moin, super Artikel, super Diskussion. Bin mit dem gleichen Konzept bzgl. Laufzeit und schädlicher Verwendung vor einigen Jahren zu Fairr gewechselt. Die Info zur nicht garantierten Allokation ist auch für mich neu. Das verleitet mich aber nicht, den ganzen Vertrag in Frage zu stellen. Derzeit gibt es nach meinem Wissen einfach kein vergleichbares Angebot. Die Profirente von Union wurde schon kommentiert. Selber hatte ich bei der DWS den Riester TopRente Dynamik. Die erwarteten 100 Prozent Aktienquote hatte ich dort allerdings nie, eher so um die 60 Prozent. Sobald der Markt das Rauschen anfing wurde dann noch wild hin und her geschichtet.

TalerMum
TalerMum
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Danke für diese sachliche und informative Diskussion!

Durch sie werde ich in meinem Plan gestärkt, die staatlichen Zulagen als Rendite-Turbo nur so lange mitzunehmen, wie die Zulagen-Quote sehr hoch ist (z.Z. bin ich in Elternzeit mit zwei Kindern, d.h. ich erhalte über 90% Zulagen) und den Vertrag einzufrieren, wenn ich bei ca. 12.000€ stehe. Dies geschieht in der Hoffnung, dass es irgendeine Form von Kleinstbetrag-Regelung auch in ferner Zukunft noch geben wird. Der Rendite-Turbo fängt dann hoffentlich die Gebühren ab. Sollte dem nicht so sein, ist es auch nicht tragisch. Kündigen möchte ich den Riester nicht, dafür habe ich schon zu viele Gebühren bezahlt (bin von einem Bauspar-Riester zu Fairr gewechselt…), und mir gefällt, dass er geschützt ist vor Elternunterhalt und Hartz IV.
Abschließen würde ich jetzt keinen neuen Vertrag mehr.
In meinen Augen ist das gesamte Riester-Gedöns eine einzige Quersubventionierung der Versicherungskonzerne durch Steuergelder. Die Gebühren sind horrend (selbst bei Fairr summiert es sich ziemlich, was man daran sieht, dass sich mein derzeitiges Kapital bei 0% Kurssteigerung in den nächsten 30 Jahren einfach halbieren würde…da kommt dann die Einlagensicherheit zum Tragen). Einen wirklich sicheren (!) Effekt haben nur Geringverdiener mit Kindern, da diese hohe Zulagen bekommen und auch in Zukunft nicht mit hohen Steuersätzen rechnen müssen.

Liebe Grüße und vielen Dank!
TalerMum

Jan
Jan
Reply to  Georg
6 Monate zuvor

Und jetzt ist der Fall eingetroffen, der hier bisher theoretisch diskutiert wurde. Zitat Fairr Cockpit: „fairriester: Aufgrund der aktuellen Situation an den globalen Aktienmärkten hat die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank die Risiken in Ihrem fairriester-Portfolio letzte Woche gesenkt. Die weiteren Entwicklungen an den Finanzmärkten sowie die Auswirkungen der sich ausbreitenden Corona-Pandemie auf die Wirtschaft sind derzeit nicht absehbar. Die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank beobachtet die Lage laufend und entscheidet auf Basis ihrer Risikoeinschätzung über die Steuerung der Anlage in Aktien und Anleihen im fairriester. „. Per 13.03. scheinen die bisherigen Fondsanteile verkauft worden zu sein, bisher sind bei mir nur einige Transaktionen gelistet. Sehr ärgerlich, da ich jeden Tag drauf warte, dass der Übertrag aus meinem alten Riester bei Fairr eingeht. :/

Tobi
Tobi
8 Monate zuvor

Hallo Georg, vielen Dank für den guten Artikel. Ich selbst hänge seit einigen Jahren bei einer Aktienquote von 10℅ fest obwohl die Märkte gut gelaufen sind und ich noch 19 Jahre von der Rente entfernt bin. Werde demnächst den Vertrag nutzen um eine selbst genutzte Immobilie abzuzahlen und lege den Vertrag danach still. Die frei werdenden 100€ stecke ich lieber in meine ETF’s. Jungen Leuten kann man davon nur abraten.

Tobi
Tobi
Reply to  Georg
8 Monate zuvor

Hallo Georg, dir auch noch ein frohes neues Jahr :-). Der Vertrag von mir und meiner (mittelbar zulagenberechtigten Frau) läuft zum Glück erst seit 2012. Wir (zwei Kinder) haben diesen damals bei einer großen deutschen Genossenschaftbank als Fondsbasierten Vertrag abgeschlossen, da wir aufgrund der Förderquote von 40% dachten, dass sich das auf jeden Fall rentieren muss. Ausgabeaufschlag ist 3% für den Rentenateil und 5% für den Aktienanteil, die Verwaltungsgebühr beträgt 0,7 und 1,4%. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass (kostenfrei) umgeschichtet wurde und der Aktienanteil nun seit 3 Jahren bei 10% hängt. Auf mein Nachfragen (habe ja noch fast 20 Jahre bis zur Rente) hat man mir mitgeteilt darauf keinen Einfluss zu haben, da ein Algorithmus die Risikoanalyse macht. Hab das ganze dann mal in die Zukunft projeziert und festgestellt, dass es sich trotz fast 40% Förderquote nicht lohnt, da ich 17 Jahre Rente kassieren müsste um das raus zu bekommen was ich eingezahlt habe. Daher habe ich mich entschieden das Geld zur Tilgung des Hausdarlehens zu nutzen um die Förderung nicht zu verlieren. Bis dahin sind es noch 5 Jahre.

Robin
Robin
Reply to  Tobi
8 Monate zuvor

Du wirst nur 84 Jahre alt? Wie lange haben es deine Großeltern geschafft? Und die Großeltern deiner Freunde? Zwei meiner Großeltern haben es jedenfalls bis 87 geschafft. Und die waren alle noch nicht die Generation Salat und gesund.

Tobi
Tobi
Reply to  Robin
8 Monate zuvor

Hallo Robin, ich würde gern älter als 84, ganz klar aber ich bin auch Realist. Bei den 17 Jahren ist es nicht mal Inflationsbereinigt. Auch ein Thema ist die nur bedingte Vererbbarkeit von Riesterverträgen. Ich denke da wie Georg, die Garantie ist der eigentliche Tod des Riestervertrages, gerade im Fondbereich. Daher nutze ich die guten Zulagen um meinen Eigenheimkredit zu tilgen aber selbst da holt man nicht viel raus durch die 2% Verzinsung. Ein 401k Modell wäre hier eindeutig besser. Leider bin ich viel zu spät auf das Thema ETF gestoßen, versuche aber jetzt noch wenigstens ein bisschen was zu erreichen. Meine Säulen heissen staatliche Rente, Wohneigentum und jetzt noch ETF anstatt Tagesgeld. Wobei ich auch etwas Cash Reserve aufbaue. Das ETF Depot kann später mal was dazu liefern muß es aber nicht unbedingt. Aber ich kann es voll vererben. Durch diese Flexibilität bin ich dem sequence of return risk nicht so sehr ausgeliefert.

TalerMum
TalerMum
Reply to  Tobi
8 Monate zuvor

Hi Tobi,

lies dich bitte sehr sorgsam in das Thema Riester-Bausparer – denn das plant ihr, oder? – ein.

Ich hatte solch einen Vertrag und habe ihn nun – unter Verlust der horrenden Abschlussgebühr – in einen normalen Riester bei Fairr überführt. Ich wollte den Riester-Bausparer zunächst für unser Eigenheim nutzen, finde es aber ein Unding in der Zukunft dann auf mein abbezahltes Haus Steuern zahlen zu müssen, gerade wenn die Einnahmen durch den Rentenbeginn sinken. Dass das Wohnförderkonto mit 2% (!) verzinst wird, ist einfach unverschämt, zumindest, wenn man das Eigenheim baut, solange man noch jung ist. Auch finde ich es mehr als unbefriedigend, dass man sein Eigentum dann nicht vermieten darf und bei einem Verkauf (Scheidung?) das Kapital wieder in ein Eigenheim stecken muss. Für mich sind das zu viele Ketten für einen geringen Gewinn.

So habe ich den Riester-Bausparer zumindest verstanden, als ich mich vor zwei Jahren zur Finanzierung unseres Eigenheims intensiv damit auseinandergesetzt habe.

LG
TalerMum

WurstHorst
WurstHorst
8 Monate zuvor

Hallo zusammen,
vorab vielen Dank für den tollen Artikel und die super Kommentare!
Ich selbst habe einen Riestervertrag bei der Zurich zu horrenden Kosten. „Damals“ habe ich mich noch nicht so arg um Finanzthemen gekümmert und nun zahle ich entsprechend immer noch die (Abschluss-)Kosten. Entsprechend bin ich nicht glücklich mit meinem derzeitigen Riestervertrag, habe ihn auch schon mal gekündigt, dann die Kündigung widerrufen etc. Nun lese ich den super Artikel, bin Feuer und Flamme und habe überlegt Georgs Turbo-Riester ebenfalls umzusetzen. Jetzt kam ich endlich dazu auch noch die Kommentare zu lesen und stolperte über die Diskussion zwischen Jörg und Georg und bin nun doch nicht mehr ganz so entzückt vom Turbo-Riester ;o)

Was ich auch vermisst habe bei der Turbo-Riester Geschichte: Was mache ich, wenn wir uns gerade in einem Börsencrash befinden, wenn ich 62 bin und ich gerade mit dem „Schlachten“ beginnen wollte?

Dennoch überlege ich, ob ich nicht doch zu Fairr.de wechseln sollte, schon alleine wegen der geringeren Kosten. Hintergrund, warum ich nicht schon längst meinen Riestervertrag gekündigt oder zumindest beitragsfrei gestellt habe, sind für mich zwei „Vorteile“:
1. Ich werde zum Sparen fürs Alter „gezwungen“, d.h. ich kann nicht einfach wie bei einem eigenen ETF-Sparplan Geld rausziehen oder mal kurz 1-2 Monate den Sparplan pausieren (wobei zweiteres ginge wohl bei fairr)
2. Ich finde den Aspekt der ewigen Rente ansprechend. Ich bin fit, sportlich, schlank und gehe davon aus locker 90 Jahre und älter zu werden. Ich bin zwar erst 33, aber meine Großeltern wurden/sind schon sehr alt (geworden) und wenn ich meine Eltern ansehe, sind die fit wie ein Turnschuh.

Was soll ich nun also machen?
1. Zu Fairr wechseln und Turbo-Riestern?
2. Zu Fairr wechseln und „normal“ Riestern (sprich Renteneintritt mit 67 und dann ganz normal auszahlen lassen?)
3. Bisherigen Riestervertrag beitragsfrei stellen?
4. Ihr habt noch eine bessere Lösung

PS: Noch ein „kleiner“ Turbo: Da ich keine Steuererklärung abgeben muss, gebe ich meine Steuererklärung immer erst vier Jahre später ab. Also im Dezember 2020 gebe ich sie für das 2016 ab. So erhalte ich noch ordentlich Zinsen vom Finanzamt auf meine Steuerrückzahlungen, die ich hauptsächlich durch meinen Riestervertrag erziele.

Viele Grüße
WurstHorst

Niels
Niels
Reply to  WurstHorst
7 Monate zuvor

Hallo, ich bin in einer ähnlichen Situation wie du, zumindest vom Alter her, bin ebenfalls 33 Jahre alt. Ich bin seit Ende 2017 bei Fairr, allerdings direkt dort eingestiegen, ohne vorher woanders einen Riester gehabt zu haben.
Aber zu deiner Frage. Was solltest du machen?
Die Optionen 1 und 2, die du genannt hast, unterscheiden sich ja erstmal gar nicht voneinander. Ob du jetzt bei Vertragsabschluss den Rentenbeginn auf 67 Jahre oder 83 legst, ist ja erstmal egal, bis zum Alter von 47 fährst du ja mit beiden Optionen mit 100% Aktienquote. Und dann kannst du ja noch mal übrlegen, wie es weitergehen soll. So handhabe ich es zumindest. Ich habe bei Abschluss 67 Jahre angegeben, aber hab Stand jetzt schon vor, so lange wie möglich 100% Aktienquote zu fahren und zu diesem Zweck mein Renteneintrittsalter dann irgendwann (vorläufig) auf 83 Jahre zu ändern. Aber wie gesagt, das hat ja noch Zeit…
Ich nehm schön die nächsten mind. 15 Jahre noch zwei Kinderzulagen auf meinen Vertrag, lass das Depot wachsen und dann schauen wir weiter. Ob spätere Verrentung des Guthabens, förderschädliche Kündigung, Wechsel zu einem anderen Anbieter (um die Gewinne als neuen Garantiebetrag einzuloggen), Verwendung zur Abzahlung einer (noch nicht vorhandenen) eigenen Immobilie oder Übetragung des Guthabens auf mehrere Riestervertäge und versuchen, sich die einzeln als Kleinstbetragsrente förderunschädlich ohne Verrentung auszahlen zu lassen – gibt ja doch einige mögliche Möglichkeiten später dann.

Ob du deinen alten Vertrag mit zu Fairr ziehen solltest? Kann man jetzt ohne Kenntnis der genauen Konditionen deines bsiherigen Riesters nicht wirklich seriös sagen. Aber nach deiner Schilderung klingt der ja alles andere als toll. Und wenn du von Fairrs Konzept überzeugt bist, warum nicht dann alles da in den Riester packen?

Last but not least: Lob an dich, Georg! Liest sich echt interessant hier dein Blog, werd bestimmt öfter mal reinschauen.

Niels
Niels
Reply to  Georg
7 Monate zuvor

Davon, dass man den nach hinten geschobenen Rentenbeginn auch wieder von 83 auf z.B. 67 Jahre zurückverlegen kann, gehe ich einfach mal aus. Fairr bewirbt diese Möglichkeit ja sogar indirekt selber. Das Vertragsguthaben muss dann ja, wie du richtig erwähnst, nur über dem Wert der Einzahlungen und Zulagen, sprich insgesamt im Plus sein, damit Fairr dem zustimmt. Das sollte ja kein Problem sein. Wenn der Vertrag nach mehreren Jahrzehnten Laufzeit (wie bei mir) nicht im Plus sein sollte, wär ja sowieso irgendwas komplett schiefgelaufen 😉
Im schlimmsten Fall, falls Fairr bzw. die Sutor Bank sich aus irgendwelchen Gründen doch querstellen sollte, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, mit seinem Vertragsguthaben komplett zu einem anderen Anbieter zu wechseln und dort einen neuen gewünschten Rentenbeginn anzugeben.

Für Genaueres zur Kleinstbetragsrente verweise ich einfach mal auf die Website hier: http://www.riester-rente-ratgeber.de/riester-rente-blog/tipps-tricks/kleinbetragsrente
Hab ich gerade beim kurzen Googlen gefunden und da wird das eigentlich recht brauchbar und knapp zusammengefasst.
Mit dem Trick sollte es tatsächlich irgendwie möglich sein, sich das Guthaben förderunschädlich auszahlen zu lassen ohne Verrentung. Könnte zwar mit ein bisschen Aufwand verbunden sein das Ganze, aber wenn man dadurch im Endeffekt einen fünfstelligen Betrag an Zulagen/Steuererstattungen nicht zurückzahlen muss, lohnt sich das ja definitiv.
Für mich selber habe ich das bisher nur mal kurz hypothetisch angedacht. Hab ja noch so lange bis zu irgendeiner Auszahlung, dass bis dahin noch einiges passieren kann und ich mich noch nicht konkret damit beschäftigen muss.

Wege zur Umsetzung könnten meiner Meinung nach aber ungefähr so aussehen.

1. Man bespart einen Riestervertrag immer nur eine gewisse Zeit und so lange, dass das Guthaben wahrscheinlich in Zukunft nicht über den Grenzwert für die Kleinstbetragsrente hinauswächstt und stellt ihn nach dieser Zeit ruhend bis zur Auszahlung. Danach dann der nächste Vertrag von einem anderen Anbieter und so weiter…
MEINER MEINUNG NACH RECHT UMSTÄNDLICH UND SCHWER ZU KALKULIEREN. UND ES GIBT JA AUCH NICHT GUTE VERTRÄGE VON VERSCHIEDENEN ANBIETERN WIE SAND AM MEER (MEINER MEINUNG NACH SOGAR INSGESAMT NUR EINEN: DEN VON FAIRR)

2. Man bespart durchgängig einen einzelnen Vertrag und verteilt das Vertragsguthaben dann irgendwann relativ knapp vor Auszahlung auf mehrere neu zu eröffnenede Verträge von verschiedenen Anbietern so, dass man jeweils nicht über den Grenzwert für die Kleinstbetragsrente kommt.
WENIGER UMSTÄNDLICH, WEIL MAN SICH WÄHREND DER GESAMTEN ANSPARPHASE NICHT SCHON SO EINEN STRESS MACHEN MUSS. ABER EVTL. AUCH UNSICHER, OB MAN SPÄTER KURZ VOR DER RENTE NOCH SO EASY MEHRERE VERTRÄGE NEU ERÖFFNEN KANN; WER WEISS SCHON, WIE ES MIT RIESTER INSGESAMT IN ZUKUNFT WEITERGEHEN WIRD…

So oder so könnte man den Rentenbeginn der verschiedenen Riester-Verträge auf unterschiedliche (am besten natürlich auf die auf das Ausscheiden aus dem Berufsleben folgenden) Jahre legen, so dass die zusätzliche Steuerlast in den jeweiligen Auszahlungsjahren auch noch sehr moderat wäre; also man nicht in einem Jahr einmalig Zehntausende Euro zusätzlich versteuern muss, sondern in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren immer nur jeweils ein paar Tausend Euro zusätzlich.

So weit die Theorie. Ob das wirklich so klappt und mit wie viel Aufwand das tatsächlich verbunden wäre – keine Ahnung!

Diejenigen, die schon älter sind und deren Riester-Rentenbeginn langsam nächer rückt, könnten sich ja mal näher damit befassen.
Wenn jemand das macht, würde mich mal interessieren, ob das so ungefähr hinhaut.

Beste Grüße
Niels

WurstHorst
WurstHorst
Reply to  Niels
7 Monate zuvor

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure Rückmeldungen! Vor zwei Tagen habe ich zu Fairr gewechselt und alles in Gang gebracht. Auf Niels guten Hinweis, dass Option 1&2 „am Anfang“ dasselbe sind, kam ich nach einiger Bedenkzeit auch, habe aber beim Wechsel als Renteneintrittsalter 83 und nicht 67 Jahre angegeben. Grund hierfür war, dass es anscheinend früher möglich war 85 Jahre anzugeben und ich „Angst“ hatte in 13 Jahren nur noch als Renteneintrittsalter 75 oder so angeben zu können ;o)

Viele Grüße

Tobi
Tobi
Reply to  WurstHorst
7 Monate zuvor

Zum Thema Fairr hatte ich auch schon mal recherchiert. Damals wurde contra Fairr angeführt, dass diese noch nicht über einen Versicherungspartner verfügen, der für sie das Langlebigkeitsrisiko absichert. Dafür geht nämlich bei den anderen Anbietern gleich zu Rentenbeginn 30% vom Kapital drauf. Wenn man aber sowieso vorher kündigt dürfte das aber keine Rolle spielen.

Trollpferd
Trollpferd
7 Monate zuvor

Hallo zusammen, danke für diese inhaltlich sehr hoch stehende Diskussion! Ich würde noch folgenden Punkt ergänzen wollen. Riester-Altverträge: diese haben ggf. noch einen sehr viel besseren Rentenfaktor, bei mir z.B. 45 statt 30. Da sollte man sich eine Umschichtung natürlich noch besser überlegen. Trotzdem hadere ich mit meiner fondsbasierten Riester-Rente, bei der derzeit auch schon über der Hälfte im Sicherungsvermögen gelandet ist. Zurück zur Verrentung: Ein Ausweg könnte es sein, speziell bei neueren Veträgen mit z.B. nur noch einem Rentenfaktor von 30, Riester zu kündigen, und stattdessen in die gesetzliche Rente einzuzahlen. Auch wenn der Rentenfaktor derzeit höher ist, z.B. 37 oder gar 43, je nach Konstellation, muss man aber dennoch mit 20-24 Jahren Amortisationsdauer (d.h. Restlebenszeit) rechnen. Wenn ich z.B. statt mit 67 mit 63 in Rente gehe, könnte ich die 14,4% Abschlag z.B. über das angesparte Riestervermögen ausgleichen, ich würde ggf. Krankenversicherung sparen (KVdR) UND meine Rente wird noch nicht zu 100% vesteuert. Fazit: die Alternative DRV zur Verrentung statt privater Riester-Anbieter sollte man sich rechtzeitig einmal durchrechnen, v.a. wenn man evtl. Einzahlungen steuermindernd auf mehrere Jahre verteilen will.

Trollpferd
Trollpferd
Reply to  Georg
7 Monate zuvor

Hallo Georg, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ist man vor Beginn der Rente frewillig bei der gesetztl. Krankenkasse versichert, z.B. als Privater, muss man ja auf seine Kapitalerträge Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Geht man jetzt vorzeitig, etwa mit 63, in Rente, mindert das zwar die Rente, aber man ist fortan in der KVdR, zahlt also vier Jahre früher keine Krankenversicherung mehr auf die Kapitalerträge. Den Verlust an Rente könnte man mit einer Einzahlung in die Rentenkasse (etwa aus der gekündigten Riester-Rente) ausgleichen. Der Ausgleich der Rentenminderung lohnt sich dann allerdings nur, wenn man auch noch mindestens 91 wird … 😉
LG Trollpferd

Trollpferd
Trollpferd
Reply to  Georg
7 Monate zuvor

Neiiiin, die Bedingungen für die KVdR müssen totzdem erfüllt sein. Aber als Privatier ist es natürlich schön, wenn das bereits früher der Fall ist, und die Kapitalerträge fortan nicht mehr verbeitragt werden.

Niels
Niels
6 Monate zuvor

Das gesamte Portfolio wurde am 12.03. verkauft.
„fairriester: Aufgrund der aktuellen Situation an den globalen Aktienmärkten hat die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank die Risiken in Ihrem fairriester-Portfolio letzte Woche gesenkt. Die weiteren Entwicklungen an den Finanzmärkten sowie die Auswirkungen der sich ausbreitenden Corona-Pandemie auf die Wirtschaft sind derzeit nicht absehbar. Die Vermögens­verwaltung der Sutor Bank beobachtet die Lage laufend und entscheidet auf Basis ihrer Risikoeinschätzung über die Steuerung der Anlage in Aktien und Anleihen im fairriester.“

WurstHorst
WurstHorst
Reply to  Niels
4 Monate zuvor

Moin zusammen,
mich würde mal interessieren, wie ihr jetzt mit eurem Riestervertrag umgeht? Gefühlt ist der Kurs bald wieder da, wo er vor Beginn der Krise war und es ist nichts mehr seit dem geschehen. Fairriester hat praktisch den kompletten Aufschwung verpennt. Ich fühle mich gelinde gesagt verarscht und bin drauf und dran meinen Vertrag nicht nur ruhig zu stellen, sondern gleich ganz zu kündigen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Wie schaut es bei euch aus?
Viele Grüße
Florian

Niels
Niels
Reply to  Georg
4 Monate zuvor

Hallo Georg,
ja da sind wir wohl alle auf die Fresse gefallen mit dem Fairriester bzw. dessen Versprechungen.
Hast du direkt bei Sutor gekündigt? Vielleicht noch mal machen sonst, die sind ja dein direkter Vertragspartner und nicht Fairr. Im Thread bei Finanztip hat auch jemand berichtet, dass seine außerordentliche Kündigung direkt akzeptiert wurde. Macht ja auch aus Sicht von Sutor Sinn, dann müssen die nicht mehr schauen, wie sie die Verluste wieder ausgleichen, sondern können den Kunden auf seinem Verlust sitzen lassen, wenn er kündigt.
Viele Grüße
Niels

Niels
Niels
Reply to  WurstHorst
4 Monate zuvor

Hi Florian,
ich bin noch unschlüssig, was ich mache. Eigentlich müsste man jetzt (förderschädlich) kündigen. Das Konzept des Fairriester ist ja ganz offenkundig gescheitert. Und warum sollte man darauf vertrauen, dass es in Zukunft irgendwie besser laufen sollte als in der jetzigen Situation? Die Sutor Bank hat sich mit dem Fairriester wohl ordentlich überrnommen und kann nur noch Schadensbegrenzung im eigenen Sinne betreiben, worunter die Kunden dann leiden müssen, wie man gerade sieht.
Bei mir persönlich ist es so, dass ich überhaupt erst seit Ende 2017 dabei bin. Mein Vertragsguthaben lag auch vor der Krise noch unter 5000€. Die Zulagen für 2019 werden ja jetzt in den kommenden Tagen Anfang Mai von der Zulagenstelle in den Vertrag eingezahlt. Ich habe auch schon so viele Einzahlungen dieses Jahr geleistet, wie ich zum Erhalt der vollen 2020er-Zulage brauche.
Deshalb kündige ich jetzt erstmal nicht, sondern warte ein bisschen ab, was dieses Jahr da noch passiert.
Ab dem nächsten Jahr werde ich meinen Vertrag (Stand jetzt) entweder einfach stilllegen, also nicht mehr weiter besparen, oder förderschädlich kündigen. Aber noch mal frisches Geld in den Fairriester einzuzahlen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und sehe auch für mich keine brauchbare Riester-Alternative. Wenn ich mal vorhaben sollte, Eigentum zu erwerben/zu bauen, dann würde ich vielleicht noch mal über einen auf die Baufinanzierung ausgerichteten neuen Riester-Vertrag nachdenken.
Kann mich auf jeden Fall glücklich schätzen, dass ich noch nicht viel eingezahlt habe und aktuell selbst bei einer fförderschädlichen Kündigung weniger als 1000€ Verlust mit der ganzen Geschichte hätte. Aus diesem Grund habe ich halt auch keine Eile und zerbreche mir erstmal nicht allzu sehr den Kopf über das weitere Vorgehen.
Wenn es um fünfstellige Beträge, wie ja wahrscheinlich bei vielen anderen Kunden, geht, macht man sich verständlicherweise mehr Sorgen bzw. fühlt sich evtl. akuter zum Handeln veranlasst.
Viele Grüße
Niels

WurstHorst
WurstHorst
Reply to  Niels
4 Monate zuvor

Hallo erstmal und danke für eure raschen Rückmeldungen!

Zu deinem (Georg) Kündigungsstopp bin ich nicht ganz sicher, ob ich die Frage richtig verstanden habe. Wenn ich aber an einen Anbieterwechsel denke, dann dauert dieser ja auch 6 Monate, von daher könnte ich mir vorstellen, dass auch die Kündigung entsprechend lang dauert. Vielleicht ist es aber auch so eine Art Verzicht auf Widerruf, sodass man dann schneller sein Geld/seine Kündigung erhält.

Ich habe meinen Riester auch sofort beitragsfrei gestellt und bin auch noch nicht so lange dabei, aber 1500€ Verlust werde ich wohl oder übel machen. Was ich mich gerade noch frage – sollte ich den Vertrag förderschädlich kündigen – ob ich vorher noch meine Steuererklärungen abgeben muss oder das weiterhin immer erst 4 Jahre versetzt machen kann, da ich nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet bin.
Soll heißen erhalte ich die Steuerrückzahlungen trotz Kündigung des Riesters zurück oder sollte ich auf Nummer sicher gehen und erstmal alle Steuererklärungen nachholen (2016-2019) und dann kündigen? Ich hoffe ich konnte meine Frage verständlich formulieren.

Viele Grüße
Florian

WurstHorst
WurstHorst
Reply to  Georg
4 Monate zuvor

Hi Georg,
achja stimmt. Das hätte ich mir auch selbst beantworten können. Da kommt ja dann doch einiges zusammen. Da ich das Geld aktuell nicht brauche, belasse ich den Vertrag dann erstmal beitragsfrei ohne Kündigung und warte ab. Es gäbe ja auch die Möglichkeit es in Wohnriester umzuwandeln, sollte man sich doch etwas eigenes kaufen.

Zu deinem Kündigungsstopp: Das klingt wirklich sehr merkwürdig und vor allem nicht rechtens. Steht dazu etwas in den Vertragsbedingungen, dass sie so im Falle einer Kündigung vorgehen? Ich würde mich an deiner Stelle mal an einen Anwalt wenden.
PS: Haben sie dir eine Auflistung zur Verfügung gestellt, wie viel du bezahlt hast, wie viel sie einbehalten und wie viel du tatsächlich zurückbekommst?

Viele Grüße
Florian

Florian
Florian
2 Monate zuvor

Ich hab den Müll sofort im April förderschädlich gekündigt, ich will mit Riester nichts mehr zu tun haben. Gestern teilte mir Sutor mit, daß sie mir das Geld jetzt überweisen. 20% Verlust auf mein eingezahltes Kapital, ziemlich bittere Lektion.

Nun ja, ein Ende mit Schrecken, aber immerhin hab ich jetzt mit diesen Betrügern nichts mehr zu tun.