Fallstudie: Frank (53) und Stefanie (51) verkaufen ihre Firma für 2 Millionen Euro / Fat FIRE

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Heute schauen wir uns den Fall von Frank und Stefanie an. Die beiden haben mich im Frühjahr kontaktiert mit der Bitte ihren Rentenplan zu prüfen. Denn Frank hat die Möglichkeit einen Riesen Deal abzuschließen: Er hat ein Übernahmeangebot für seine Firma im Bereich Elektrotechnik erhalten, die er über die letzten 20 Jahre erfolgreich aufgebaut hat, und folgende Vereinbarung ausgehandelt: Im Gegenzug dafür, dass er seine Firme in die neue, größere Firma einbringt, wird er nach einer ca. 3-jährigen Phase der operativen Verschmelzung beider Unternehmen zwar weiter beschäftigt sein, jedoch nur noch passiv. Konkret bedeutet dies, dass Frank ab einem Alter von 57 bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze von 67 weiter angestellt ist, jedoch nicht mehr aktiv am operativen Geschehen teilnimmt. D.h. obwohl er nicht mehr arbeitet, erhält er weiterhin Gehalt und einen Zuschuss zur Kranken- und Rentenversicherung. Und das beste daran: das Jahresgehalt beträgt in dieser Zeit 200.000 Euro fix! In Summe werden Frank und Stefanie also 2 Millionen Euro zzgl. Sozialabgaben erhalten.

Während die Verhandlungen liefen, stand ich den beiden im Hintergrund als finanzieller Berater zur Seite. Das Ziel: Eine monatliche Netto-Rente ab 57 von mindestens 10.000 Euro. Eine Variante, bei der Frank sein zukünftiges Gehalt in Form einer Dividende erhalten würde, und so nur 25% Steuern zahlen müsste, haben wir aufgrund von Rechtsrisiken verworfen. Auf meinen Rat hin konnte Frank aber noch eine Inflationsindexierung für das Ruhestands-Gehalt aushandeln. Wir werden uns später noch im Analyse-Teil ansehen, welchen Effekt diese Besonderheit auf die gesamte Planung hat.

Wer würde nicht auch gerne einen solchen Deal abschließen wollen? Wer hier Neid verspürt, der möge sich darauf besinnen welch schweren Karren Frank und Stefanie die letzten 20 Jahre gezogen haben. Eine eigene Firma mit ca. 50 Mitarbeitern erfolgreich aufbauen und führen ist sicherlich alles andere als ein 9 to 5 Job mit 30 Tagen Urlaub und Überstundenausgleich. Dazu zahlreiche schlaflose Nächte, ausgelöst durch die mit der Selbständigkeit einhergehende Unsicherheit, und dann auch noch in Kombination mit der Verantwortung für viele Mitarbeiter und deren Familien! Frank hat mit seinem Unternehmen zweifelsfrei einen außerordentlichen Beitrag zu unserer Gesellschaft geleistet, und sich damit seinen Wohlstand redlich verdient. Denn die Früchte der eigenen Leistung ernten zu dürfen, ist einer der wesentlichen Grundpfeiler unseres Wirtschaftssystems. Keine Weiterentwicklung ohne Anreizsystem, das hat uns die Geschichte der planwirtschaftlich organisierten Länder gelehrt. Doch genug der Vorrede. Kommen wir jetzt zum ersten Teil der Fallstudie, dem Interview mit Frank und Stefanie.

Teil 1 – Interview

Name, Alter, Beruf, Familienstand, Wohnort (ungefähr)?

Stefanie (51 Jahre, Angestellte im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in einem Krankenhaus und Frank (53 Jahre, Geschäftsführer einer Firma im Bereich Elektrotechnik in Frankfurt, wohnhaft in Würzburg), verheiratet, keine Kinder

Was sind Eure Hobbies und Interessen?

Unsere Hobbies sind Lesen, Sport im Freien, Beschäftigung mit Vermögensaufbau und Wandern. Mit unserem Rentenbeginn wollen wir unsere Hobbies intensivieren. Bedauerlicherweise ist die Ausübung unserer Hobbies in der Vergangenheit zu kurz gekommen.

Werdegang & Beruf – womit verdienst Du / vierdient Ihr Euer Geld?

Als Geschäftsführer bin ich verantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und die Zufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind für mich die wichtigste Ressource im Unternehmen. Wenn Sie gerne auf die Arbeit gehen, der Teamgeist stimmt und jeder Mitarbeiter, der möchte Verantwortung übernehmen kann, ist der Weg für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens geebnet. Das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spüren unsere Kunden. Wir realisieren als Team im Bereich Elektrotechnik die Sicherheitstechnik wie Alarmanlagen und Brandmeldeanlagen.

Meine Frau ist in einem Krankenhaus im Bereich Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Mit ihrem Gehalt und mit ihrer Kompetenz in der Verwaltung und Steuerung unserer Immobilien trägt sie ebenfalls sehr ordentlich zu unserem Vermögensaufbau teil.

Meine Frau und ich haben beide Betriebswirtschaft studiert.

Wie hoch ist Dein / Euer Netto-Gehalt inklusive sonstiger Einkünfte?

Unser gemeinsames Nettogehalt inklusive sonstiger Einkünfte beträgt ca. 12.000 Euro im Monat. Dies liegt vor allem an der Erfolgsbeteiligung als Geschäftsführer.

Wie hoch war Deine / Eure durchschnittliche Sparquote in den letzten 5 Jahren und im letzten Jahr (schätzungsweise)?

350 TE in den letzten 5 Jahren und im letzten Jahr ca. 80TE. Viel Geld und Zeit ist zudem in die Renovierung der Immobilien geflossen.

Wie hoch ist das Ziel-Vermögen bzw. welches monatliche Netto-Budget wird angestrebt?

Unser Zielvermögen ist 3 Millionen Euro bis zu unserem geplanten Rentenbeginn in drei Jahren. In diesem Wert sind neben Aktien, Barvermögen und Lebensversicherungen hauptsächlich Immobilien enthalten.

Unser angestrebtes monatliches Nettobudget sollte 10.000 Euro pro Monat sein. Wir hoffen das funktioniert.

Wie hoch ist das aktuelle Vermögen / wie setzt es sich zusammen? Wie wurde das Vermögen erlangt?

Das aktuelle Vermögen beträgt inzwischen schon 2,7 Millionen Euro. Der größte Anteil unseres Vermögens sind Immobilien. Wir haben schon früh angefangen in Immobilien zu investieren und hier auch viel selbst gemacht (Renovierung und Baumaßnahmen). Die Mieteinnahmen haben deutlich zur Tilgung unserer aufgenommenen Kredite beigetragen. Die Immobilien in einem Wert von ca. 1,6 Millionen Euro sind jetzt abbezahlt und wir erhalten nun Mieteinnahmen, die uns bei der finanziellen Unabhängigkeit sehr gut helfen. Ebenfalls hat die Steigerung der Immobilienpreise zum Vermögensaufbau beigetragen. In etwa 600 T€ haben wir in ETF-Fonds + Aktien investiert und den Rest von ca. 500T€ in Lebensversicherungen, Direktversicherungen und Grundstücken.

Unser Vermögen konnten wir uns aufbauen, da wir beide schon seit jungen Jahren regelmäßig gespart haben und weil ich als Geschäftsführer eine Firma über 20 Jahre erfolgreich führe und damit eine gute jährliche Erfolgsbeteiligung erhalten habe.

Was ist Eure Motivation für die finanzielle Unabhängigkeit?

Unsere Motivation für eine finanzielle Unabhängigkeit sind die Erfahrungen im Bekanntenkreis. Wir haben Freunde, die sich in der Rente viel vorgenommen hatten und Ihre Träume aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr umsetzen können. Zudem mussten wir die Erfahrung machen, dass Gesundheit nicht uneingeschränkt bis ins hohe Alter zur Verfügung steht und man den ein oder anderen Traum noch verwirklichen sollte, solange man dazu in der Lage ist.

Zudem sind wir beide dem Grunde nach sehr sparsam, so dass wir mit dem aktuellen Vermögen, die zu erwartenden Rentenzahlungen nach umfangreichen Berechnungen sehr gut zurechtkommen sollten.

Teilzeit oder harter Cut, und mit welchem Alter?

Wir beabsichtigen mit einem harten Cut gemeinsam die Welt zu erkunden, sobald ich 57 Jahre alt bin. Dies bedeutet, dass wir beide noch ca. 2,5 – 3 Jahre arbeiten wollen. Sollte uns langweilig werden, haben wir noch genug Geschäftsideen, welche wir dann noch verwirklichen können. Sicherlich könnten wir beide auch wieder in unseren alten Beruf zurückkehren, falls uns etwas fehlen sollte.

Wie stellt Ihr euch die Zeit als Privatier vor?

Wir beabsichtigen zu Reisen, neue Hobbies zu beginnen und vor allem mehr Zeit mit Freunden, Eltern und Verwandten zu verbringen. Dies haben wir wegen der Arbeit leider oft sehr vernachlässigt. Mit dem Wohnmobil möchten wir alle vier Himmelsrichtungen erkunden, ohne ständige Gedanken an die Arbeit, Telefonate oder kurze Urlaubszeit. Einfach losfahren, die Zeit genießen und wenn es uns nicht mehr an einem Ort gefällt weiterfahren. Die Wintermonate möchten wir zu mindestens teilweise im sonnigen Süden verbringen. Um glücklich zu sein braucht man nicht viel, man braucht nur die wichtigsten Menschen an seiner Seite. Wenn dann noch Gesundheit und die finanzielle Unabhängigkeit dazu kommt, wäre dies alles doch perfekt.

Was soll mit dem Restvermögen am Ende der Entnahmephase geschehen?

Nachdem wir keine Kinder haben, würden wir einen Teil innerhalb der Familie verteilen und einen Teil dazu verwenden, der Gesellschaft wieder etwas in Form von guten Taten zurückzugeben. Wie wir dies genau umsetzen werden, ist noch offen, wir haben ja auch noch viel Zeit diese Entscheidung zu finalisieren.

Was möchte ich / wir den Lesern sonst noch mit auf den Weg geben?

Aufmerksam sein, wenn Bankberater, Versicherungsvertreter und sonstige Berater Produkte vorstellen und Verträge abschließen möchten. Es sollte jedem klar sein, dass diese keine unabhängige Beratung leisten können, sondern an Provisionen und oft undurchsichtigen Verträgen verdienen. Nachdem es sich hierbei in der Regel um mittel- und langfristige Verträge handelt, sollte man hier gut nachrechnen und sich alternative Angebote einholen und vergleichen. Schade ist, dass der Staat im Bereich Finanzen und Geldanlage keine unabhängigen Beratungsstellen anbietet, bzw. es noch kein entsprechendes Fach im Schulunterricht hierzu gibt. Wichtig ist, den Vermögensaufbau nicht vor sich herzuschieben, sondern einfach anzufangen, auch wenn es anfangs nur sehr kleine Sparbeträge sind.

Und für alle diejenigen die noch an ihrer finanziellen Unabhängigkeit arbeiten: Glücklich oder unglücklich sind wir nicht durch unsere Lebenslage, sondern durch unsere Einstellung zum Leben (aus Asien).


An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das Interview. Kommen wir nun zum Analyse-Teil, welcher eindrucksvoll belegt welche Vermögenshöhe für ein fünf-stelliges Monatsbudget benötigt wird.

Teil 2 – Analyse: Reicht das Vermögen für 10.000 Euro Netto-Rente?

Voraussetzung dafür, dass Frank das Kaufangebot der anderen Firma annimmt, war, dass er damit garantiert über eine inflationsindexierte Netto-Rente i.H.v. mindestens 10.000 Euro verfügen kann. Wir haben also das attraktive Angebot gemeinsam mit allen anderen bereits erwirtschafteten Vermögensgegenständen in meinem Renten-Planungstool erfasst. Die folgende Grafik gibt einen Überblick über zu versteuerndes und steuerfreies Einkommen:

Franks 76,6 Rentenpunkte antizipieren bereits die noch insgesamt bis 67 zu erwerbenden Rentenpunkte. Neben einem üppigen Depot von 763.000 Euro existieren noch sechs Lebensversicherungen, die zukünftig in Summe 756.500 Euro auszahlen werden. Darüber hinaus wurde auch Vermögen mit Immobilien aufgebaut, das sich im Wert gut entwickelt hat und zusätzliche Mieteinnahmen generiert. Zu guter Letzt sind auch noch zwei Erbschaften von je 240.000 Euro zu erwarten. Von Altersarmut sind Frank und Stefanie nicht bedroht, dafür Bedarf es keiner komplizierten Analyse. Aber reicht dieses Portfolio an Vermögensgegenständen, um daraus eine garantierte monatliche Netto-Rente von mindestens 10.000 Euro zu erhalten? Das Renten-Planungstool sagt trotz des langen Planungshorizonts bis zu einem Alter von 100 Jahren ganz klar: Ja! Die folgende Tabelle zeigt die Simulationsergebnisse mit einem geplanten Entnahme-Beginn ab Januar 2024:

Selbst unter den ungünstigsten Umständen sind monatlich 11.500 Euro netto drin. Würde man sich an der erwarteten Durchschnittsrendite orientieren und das Rendite-Reihenfolge Risiko ignorieren, dann wäre sogar eine monatliche Entnahme von 15.851 Euro möglich (50% Quantil). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die in der Tabelle genannten Zahlen dem heutigen Preisniveau entsprechen. Beträgt die Inflation ab heute bis zum Januar 2024, dem Beginn der Entnahmephase, beispielsweise 5%, dann liegt der dann gültige sichere Entnahmebetrag dementsprechend bei 1,05 * 11.524 = 12.100 Euro. Die folgende Grafik zeigt wie sich das jährliche Budget aufgrund der Inflationsanpassung im Zeitablauf entwickeln könnte:

Gegen Ende der Entnahmephase werden Frank und Stefanie pro Jahr mehr als 1 Million Euro entnehmen. Nur so können Sie die inflationsbedingten Kaufkraftverluste ausgleichen. In der Grafik ebenfalls gut zu erkennen: die zahlreichen zusätzlichen Cash-Flows durch die Lebensversicherungen und den Verkauf der Immobilien. Das Depot funktioniert in diesem Modell wie ein Ausgleichsposten: erzeugen Renten und Mieten keinen ausreichenden Cash-Flow, dann wird die Differenz mit dem Depot geschlossen. Sollte es dagegen in einzelnen Jahren zu Überschüssen kommen, werden diese annahmegemäß in den Aktienmarkt investiert. Bei Entnahmen aus dem Depot kommt es zu Gewinnrealisierungen, die zusätzliche Steuern verursachen (gelbe Spitzen im Balkendiagramm). Dieser Teil wird zwar entnommen, steht aber nicht als Budget zur Verfügung. Die blauen Balken stellen die resultierende Netto-Entnahme dar.

Inflationsschutz zahlt sich aus

Eingangs hatte ich erwähnt, dass Frank auf meinen Rat eine Inflationsindexierung für sein Gehalt ausgehandelt hat. Es erfolgt eine jährliche Anpassung an den harmonisierten Verbrauchpreisindex für Deutschland.

Die folgende Tabelle zeigt das Ergebnis ohne diese Anpassung. D.h. Frank wird in den letzten 10 Jahren seiner „Erwerbsphase“ konstant 200.000 Euro pro Jahr verdienen. In der Konsequenz verliert sein Gehalt an Kaufkraft, was über einen Zeitraum von 10 Jahren einen erheblichen Unterschied ausmachen kann:

Die angepeilten 10.000 Euro sind auch ohne Inflationsschutz im Gehalt garantiert. Jedoch beträgt die Differenz zwischen beiden Varianten gute 1.500 Euro monatliches Netto-Budget. Was ein einziger, unscheinbar wirkender Satz im Vertrag doch alles bewirken kann!

Je nach Mieteinnahmen und erwarteter Wertentwicklung kann ein frühzeitiger Verkauf sinnvoll sein

Eine weitere Analyse, die wir gemeinsam durchgeführt haben, ist die Betrachtung verschiedener Verkaufszeitpunkte für die vermietete Wohnung. Vor dem Hintergrund der üppigen Rentenansprüche und der vielen Lebensversicherungen, wäre es vielleicht sinnvoll die Aktienquote im Gesamtvermögen bereits frühzeitig etwas zu erhöhen. Ursprünglich war der Verkauf erst für 2043 angesetzt, die errechnete sichere Rente beträgt 11.524 Euro. Die folgende Tabelle stellt verschiedene Szenarien von unterschiedlichen Verkaufszeitpunkten dar:

Gemäß Analyse ist ein vorzeitiger Verkauf zu präferieren. Würde die Wohnung bereits im März 2022 verkauft, und der Erlös in den Aktienmarkt investiert, dann steigt die monatliche Netto-Rente um ca. 700 Euro auf stolze 12.284 Euro. Es fallen zwar 1.630 monatliche Mieteinnahmen weg, und an der erwarteten Wertentwicklung von 1% p.a. wird auch nicht mehr partizipiert, jedoch überwiegen auch unter schlechten Marktbedingungen die Chancen. Jedes weitere Jahr Verzögerung wirkt sich in diesem Fall nachteilig auf die Rente aus.

Fazit

Wer wie Frank und Stefanie ein Fat-FIRE anstrebt, der muss einiges auf der hohen Kante haben. Solche Vermögen sind als Angestellter jedoch nur selten zu erreichen. Als erfolgreicher Unternehmer kann es aber gelingen. Ich danke Frank und Stefanie für den sehr transparenten Einblick in ihre außerordentlich beeindruckende Vermögenssituation und das Teilen ihrer Geschichte!

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Christoph
Christoph
1 Monat zuvor

Hallo Georg, wieder mal eine sehr interessante Analyse!
Allerdings würde ich das geplante Einkommen aus der Firma (200 k€ p.a. bis 67) nicht als irgendwie garantiert in der Berechnung betrachten. Es hat schon viele Fälle gegeben, in denen solche langfristigen Deals ausgehandelt wurden, die dann nachher nicht eingehalten wurden. Entweder weil die Kaufende Firma pleite geht oder es irgendwie schafft, sich diesen fetten Batzen auf der Kostenseite frühzeitig vom Hals zu schaffen.
Daher würde ich einen Verkauf gegen eine einmalige Bezahlung, die dann in ETFs wandert, absolut bevorzugen, aber das ist noch eine andere Sache.

VG, Christoph

Christoph
Christoph
Reply to  Georg
1 Monat zuvor

Hi Georg, ich kenne ja den Vertrag nicht und bin auch kein Jurist. Allerdings denke ich ganz Allgemein, dass diese hohen jährlichen Kosten ein ordentlicher Anreiz für die neuen Inhaber sind, nach evtl. Schwachstellen im Vertrag zu suchen und dann mglw. Situationen herbeizuführen, die die beiden so nicht bedacht hatten. Aber ich hoffe natürlich, dass das unnoetige Schwarzmalerei ist. Ich kenne nur ueber jeweils eine Ecke zwei Fälle, in denen “der alte Inhaber nach einer Schamfrist ruecksichtsarm rausgedraengt wurde”. Das waren aber mglw. jeweils ganz andere Konstruktionen als die, die Stefanie und Frank planen.

VG, Christoph

Jenni
Reply to  Georg
1 Monat zuvor

In einem Thriller, den ich neulich gelesen habe, gab es eine auf solche Fälle spezialisierte Auftragskiller-Agentur namens “Executive Solutions” im Darknet 😉
Das wünsche ich natürlich niemandem, und denke, dass ist auch eher schriftstellerische Freiheit als Fakt.

Niklas
Niklas
1 Monat zuvor

Hi Stefanie und Frank
Das klingt wahrlich nach fat FIRE😀 Das Interview erinnerte mich spontan an die „Millionär Interview Serie“ des Maschinisten.
Ihr habt euch das erarbeitete redlich verdient und könnt zu recht stolz darauf sein! Weder das bislang erreichte Vermögen noch das Monatseinkommen finde ich unangemessen für DINKs und einem eigenen Unternehmen mit 50 MA.

Im Gegenteil, eigentlich sind die Angestellten im unteren und mittleren Management zu gut bezahlt.

Zu Georgs Rechnungen gibt es für mich diesmal wenig Fragen. Ich habe verstanden, dass sowohl beim Halten und vermieten der Immobilien als auch beim Verkauf die gewünschten 10k p.M. gesichert sind – auch mit Inflation. Mit Aktien halt einen Schnappschuss mehr.

Jetzt bin ich auch nicht am Ende der Nahrungskette, fragte mich selbst aber wie ich jeden Monat 10k raushauen könnte. Auch zu zweit: No Idea🧐!
Ich müsste dann Zeugs kaufen was ich nicht will und brauche, welches dann laufende Fix- und Variable Kosten verursacht. Z.B. Autos,Motorrad, Boot, Ferienimmo oder Ähnliches. Die Sparquote liegt aktuell mit 80k bei >50%. In der FIRE Phase müssten die Ausgaben dann also verdoppelt werden zu dem heutigen Lebensstandard. Als Camper fehlt mir die Phantasie wie das bei dem im Artikel beschriebenen sparsamen Lebensstil geschehen soll.

Mit Geschäftsübergaben hab ich keine Ahnung. Christoph hat da sicher mit Praxen mehr Erfahrungen. Mental stelle ich mir einen sofortigen Verkauf auch als konsequenter und gesünder vor. Scheiß auf die Optimierung der Sozialversicherung. Und warum dann noch 3 more years?

Am Ende wird es so wie ihr es entscheiden habt wohl zu euch passen. Jetzt zählt es eigentlich nur noch die leichten und schönen Momente des Lebens zu erkennen und genießen.

Manchmal schwieriger als gedacht😉. Alles Gute dabei!

Frank
Frank
Reply to  Niklas
1 Monat zuvor

Hallo Niklas,

vielen Dank für die netten Worte.
Es wäre schön, wenn wir über genug Geld und Zeit bis ins hohe Alter verfügen.
Nachdem wir auf Sicherheit bedacht sind und die wirtschaftliche Entwicklung weltweit nie vorherzusehen ist, werden wir weiter sorgsam mit dem erarbeiteten Geld umgehen.
Zudem planen wir höhere Renovierungskosten bei den Immobilien (mit weniger eigenem Arbeitseinsatz) und die ein- oder andere Reise, die wir bisher aus zeitlichen Gründen noch nicht durchführen konnten. Dies sobald Corona kein großes Thema mehr ist.
Bleibt vom Vermögen etwas übrig, freuen sich die Erben bestimmt.

Viele Grüße
Frank

Andrea Meier
Andrea Meier
1 Monat zuvor

Hallo Georg,
interessante FAT FIRE Analyse! Gerade bei FAT FIRE würde ich aber auch eine flexible Entnahmestrategie einplanen mit einem Minimum und Maximum Limit. Dies gibt dann extra Spielraum in den gut laufenden Börsenjahren und in den schlechten eine meist überschaubare Einschränkungen (gibt einen guten Vergleich von meinem Prof. Wade Pfau von den vielen verschiedenen Entnahmestraegien) dies reduziert das Risiko gegen Null.
Vielleicht auch über eine Stiftung nachdenken da es keine direkt Erben gibt!

VG Andrea

M R
M R
1 Monat zuvor

Ich sehe die Erfolgschance der beiden bei 10%.

Nicht finanziell, sondern Lebensrealität.

Die beiden leben also nach eigener Vorstellung “sehr sparsam” und ihre geplanten Hobbies (die sie bisher nicht ausüben konnten, weil sie das Leben damit verbrachten zu arbeiten, Geschäftsführer zu sein und dann auch noch nebebei Immobilien zu renovieren) sind so hochgradig teure und spektakuläre Aktivitäten wie:
“…Unsere Hobbies sind Lesen, Sport im Freien, Beschäftigung mit Vermögensaufbau und Wandern…”
Dazu kommt dann immerhin noch mit dem Wohnwagen durch die Welt fahren, ohne Ziel und Druck.
Einfach mal so umhören, wieviele Leute davon träumen und wieviele das tatsächlich tun auch auch länger als 2 Monate Spaß dran zu haben und dann mal schauen, ob diese Leute ein ähnliches Leben geführt haben wie ihr und ähnliche Typen sind.

Und dafür sollen es dann 10.000€ im Monat sein? Wie genau wollt ihr die ausgeben?

Und damit es ja nicht zu wenig wird hängt man jetzt noch 3 Jahre Arbeiten dran für die Umstrukturierung der Firma.
Das Herzinfarktrisiko schätze ich auf höher als 10%.

Ich wünsche Euch, dass ich mich irre, aber der Lebensplan für die Rente ist entweder gelogen oder naiv.

Marius
Marius
Reply to  M R
1 Monat zuvor

@ M R

Das habe ich mir auch gedacht.

“…Unsere Hobbies sind Lesen, Sport im Freien, Beschäftigung mit Vermögensaufbau und Wandern…” Das kann sogar ein Hartz4-Empfänger wenn er die Bücher in der Bibliothek ausleiht und in der Heimat wandert.

Gocher
Mike
Reply to  M R
1 Monat zuvor

Während andere Autoren konstruierte Beispiele liefern bietet Georg hier lebensechte Fallstudien. Natürlich werden die Interviewpartner dabei ihre Privatheit (Wünsche, Pläne etc) nicht restlos offenlegen. Wer sein bisheriges Leben wirtschaftlich so erfolgreich gemeistert hat, dem darf man wohl auch künftig gelungene Lebensgestaltung zutrauen. Wir dürfen gewiss sein, dass die Beiden schon wissen wie sie ihr gute Rente nach persönlichem Massstab geniessen!