Ein kurzer Zwischenstand

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Seit dem letzten Blog-Beitrag sind einige Woche vergangen, und mich erreichen die ersten Anfragen, weshalb es gerade so ruhig geworden ist. Schließlich habe ich den letzten 2,5 Jahren zuverlässig mindestens alle zwei Wochen einen neuen Blogartikel veröffentlicht. Mit der aktuellen Krise an den Märkten hat die gegenwärtige Ruhe aber nichts zu tun. Viel mehr ist ein erfreuliches Ereignis Ursache für meine temporäre Abwesenheit: Wir sind vor kurzem zum zweiten Mal Eltern geworden. Mutter und Sohn geht es bestens, wir sind alle sehr glücklich! In den Wochen vor der Geburt gab es einiges vorzubereiten, außerdem wollte ich noch ein paar andere Projekte unbedingt vorher abschließen. Daher musste der Blog pausieren, und auch für die nähere Zukunft wird die Frequenz neuer Artikel etwas abnehmen.

Der heutige Beitrag gibt ein paar Einblicke wie wir unsere persönlichen Finanzen in Erwartung der Geburt aufgestellt haben. Es geht um Themen wie Aktienquote, Krankenversicherung, Wohnung, Auto, Junior Depot, Teilzeit und – auch ohne Kinder für jeden Leser relevant – wie ich unseren eigenen Familien-Entnahmeplan vor dem Hintergrund der aktuellen Kurseinbrüche manage.

Unsere Aktienquote ist auf 96% gesunken

Zur Vorbereitung auf die anstehende Elternzeit haben wir einen Cash-Puffer aufgebaut. Wer diesen Blog bisher aufmerksam verfolgt hat weiß, dass wir bisher eine 100%ige Aktienquote gefahren haben. Wenige Tage vor dem nächsten Gehaltseingang war der Stand auf unserem gemeinsamen Girokonto oft im dreistelligen Bereich, darüber hinaus gab es keine weiteren Reserven. Diese Vorgehensweise ist nicht unbedingt allgemein empfehlenswert, hat aber für uns gepasst, da wir beide jeweils zu 100% als Abteilungsleiter(in) im Finanzdienstleistungssektor gearbeitet haben. Unser monatliches Netto war immer ausreichend, um auch größere unerwartete Ausgaben im Notfall sofort zahlen zu können. Gleichzeitig sind auch keine großen finanziellen Überraschungen zu erwarten, da wir kein Auto haben und zur Miete wohnen. Jetzt mit der anstehenden Geburt und der damit verbundenen Elternzeit meiner Frau sinkt unser monatliches Netto deutlich. Ein Gehalt und Elterngeld sind zwar immer noch ausreichend, wenn ich dann aber auch noch Elternzeit nehme, dann reicht es nicht mehr. Wir haben deshalb seit November letzten Jahres nicht mehr in den Aktienmarkt investiert, sondern einen Cash-Puffer aufgebaut. Das war in der Rückschau ein glückliches Timing, seit Juni werden aber wieder monatlich Aktien-ETFs gekauft. Aufgrund der aktuellen Lage am Aktienmarkt überlege ich einen Teil des großzügig bemessenen Puffers zu investieren, und im Gegenzug ein höheres Liquiditätsrisiko in Kauf zu nehmen.

Die private Krankenversicherung ist für uns optimal

Kommen wir zum nächsten Thema, der Krankenversicherung. Wir sind derzeit alle privat Krankenversichert. Für zwei Erwachsene und zwei Kinder zahlen wir in Summe ca. 1.600 Euro pro Monat. Das ist eine Menge Geld, aber immer noch weniger, als wenn wir gesetzlich versichert wären. Denn dann würden wir den doppelten Höchstsatz zahlen, was in Summe etwa 2.000 Euro pro Monat entspricht. Für die Zeit, bis meine Frau wieder anfängt zu arbeiten ist dieses Konstrukt natürlich teurer. Der monatliche Zuschuss meines Arbeitgebers wird maximal die Hälfte des gesetzlichen Höchstbeitrags, d.h. nur ca. 500 Euro, betragen. Wir zahlen also 1.100 Euro aus eigener Tasche dazu, das sind 600 Euro mehr als mit einer gesetzlichen Familienversicherung. Dafür haben wir aber viele Jahre davor Geld gespart und genießen dazu auch noch den besseren Service der privaten Krankenversicherung. Gerade mit Kindern ist es ein großer Vorteil, wenn man im Homeoffice arbeitet und den Arzt einfach zu sich nach Hause bestellen kann. In unserer Familien-Finanzplanung gehen wir deshalb davon aus auch zukünftig weiterhin privat versichert zu sein, die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur eine Not-Option, mit der wir den monatlichen Budget-Bedarf falls erforderlich reduzieren könnten.

Wir wohnen weiterhin zur Miete

Eine größere Familie führt in der Regel auch zu mehr Platzbedarf. Da wir die Familiengründung langfristig geplant haben, haben wir vor ca. 4 Jahren die Möglichkeit geprüft die Wohnung nebenan mit unserer zu verbinden. Unser Vermieter war erfreulicherweise einverstanden. Aktuell ist noch ausreichend Platz vorhanden und die Wohnung nebenan daher untervermietet. Wenn die Zeit gekommen sein wird, d.h. wir ein zweites Kinderzimmer und auch ein zweites Badezimmer benötigen, dann werden wir (wie dem Mieter im Voraus angekündigt) Eigenbedarf anmelden und die Mauer zwischen beiden Wohnungen durchbrechen. Langfristig könnte es auch eine Phase geben, in der wir die zusätzliche Wohnung wieder abtrennen, und wir beide wieder allein in der Hauptwohnung leben. Aber das wäre wirklich weit voraus geplant, und bis dahin wird noch viel Wasser den Main herunterfließen. Trotzdem gefällt uns dieses modulare Wohn-Konzept sehr gut, und vielleicht passt diese Idee auch für den einen oder anderen Leser. Wir haben im Bekanntenkreis sehr oft erlebt, wie der Bedarf nach einem zusätzlichen Zimmer einen Umzug inklusive Verdopplung der Miete erforderlich machte. Aus einer Stadt wie Frankfurt mit Kindern wegzuziehen, birgt darüber hinaus oft noch zusätzliche versteckte Kosten. Denn in Frankfurt a.M. ist beispielsweise die Kinderbetreuung kostenlos, im Umland zahlt man pro Kind jeden Monat dagegen bis zu 600 Euro. Wer diesen Aspekt beim Umzug nicht bedenkt, dem droht eine böse Überraschung. Vom Auto, welches man außerhalb mit Kindern meist benötigt mal ganz abgesehen.

Ein zweites Kind ist für uns immer noch kein Grund ein Auto zu kaufen

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, dem Auto. Wir besitzen seit 8 Jahren kein Auto mehr. Damals hat unser Auto durch einen Unfall einen wirtschaftlichen Totalschaden erlitten. Da wir die Notwendigkeit eines Autos schon länger angezweifelt hatten, war dies der richtige Moment ein Experiment zu starten: Zwei Monate ohne Auto, dafür aber mit Car-Sharing. Falls es uns zu sehr stört, würde ein neues Auto gekauft werden, so war der Plan. Für uns war das Auto immer auch eine Last, um die man sich ständig kümmern muss. Frei nach dem Motto „Besitz belastet“ gab es mit Wartung, TÜV, Reifenwechsel etc. gefühlt ständig etwas zu tun. Nicht selten passierte es, dass man abends von der Arbeit nach Hause kam und ein Fremd-Parker unseren angemieteten Stellplatz blockierte: Nur mal kurz Pizza holen oder so. Wir sind daher mit dieser Lösung seitdem sehr zufrieden und inzwischen schon so lange Car-Sharing Kunde, dass man uns den Status des Ehrenmitglieds verliehen hat. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir die passende Wohnlage für dieses Konzept haben. In maximal 5 Gehminuten können wir 12 Autos erreichen, das nächste steht im Innenhof nebenan. Dadurch ist immer eine gute Verfügbarkeit gewährleistet. Gut gefällt uns auch, dass wir unterschiedliche Autos je nach Reise buchen können. Eine Kombi für den Urlaub oder einen Kleinwagen, um kurz von A nach B zu kommen. In den nächsten drei Jahren wird jedoch der regelmäßige Ein- und Ausbau des Baby-Sitzes wieder nerven. Im Schnitt leihen wir aber nur einmal pro Monat ein Auto, so dass sich dieser Stress in Grenzen hält.

Für unseren zweiten Sohn werden wir wieder ein Depot eröffnen

Für unseren großen Sohn besparen wir seit seinem ersten Geburtstag einen eigenen ETF-Sparplan. Jeden Monat fließen 75% von 200 Euro in den MSCI World, der Rest wird in den MSCI EM investiert. 100 Euro geben wir vom Kindergeld dazu, die restlichen 100 Euro kommen jeweils hälftig von den Großeltern. Bei unserem ersten Sohn haben wir zunächst ein eigenes Depot auf seinen Namen eröffnet. Aufgrund der positiven Marktentwicklung war schnell ein Depotwert oberhalb von 7.000 Euro erreicht, und wir haben angefangen uns auszumalen, wie sich die Dinge bis zu seiner Volljährigkeit, mit der er die Kontrolle über das Depot übernehmen wird, entwickeln könnten. Das Ergebnis war ein Betrag, der in unseren Augen zu groß für einen 18-Jährigen ist. Wir haben deshalb vor einiger Zeit ein Unterdepot auf unseren Namen eröffnet, in dem wir den Sparplan für den Junior fortsetzen. So behalten wir die Kontrolle, und können einen geordneten Übergang auch nach dem 18. Geburtstag gewährleisten. Bei Kind Nr. 2 planen wir daher direkt in diesem Format zu beginnen. Ein Thema, das mich noch beschäftigt: Wie kann man trotz Renditereihenfolgerisiko Gerechtigkeit gewährleisten, so dass beide Kinder später gleich viel erhalten? Übrigens: wer auf der Suche nach Informationen zum Thema Junior-Depot ist, der findet vielleicht diesen Gastartikel interessant, den ich vor gut 2 Jahren verfasst habe.

Kein Stress lautet unsere Devise

Unser oberstes Ziel für die Zukunft ist es Stress zu vermeiden. Stress schädigt die Partnerschaft und wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. An dieser Stelle kommt die finanzielle Unabhängigkeit ins Spiel. Wir sind noch nicht so weit, dass wir unseren gewohnten Lebensstandard komplett durch Ersparnisse finanzieren könnten. Das Depot ist jedoch inzwischen wie ein drittes Einkommen, das uns als Eltern entlastet. Die Zeit des intensiven Sparens ist jetzt vorbei und auch nicht mehr notwendig. Alles in allem benötigen wir kein so großes Einkommen mehr. Meine Frau wird bis Anfang des nächsten Jahres Elternzeit machen, um dann anschließend wieder vorsichtig in ihren Beruf einzusteigen. Ich selbst werde parallel dazu temporär auf 70% reduzieren. Eventuell werden wir auch eine Nanny oder ein Au-Pair engagieren. Die konkreten Details stehen aktuell noch nicht fest. Das Einzige was feststeht ist, dass wir uns nicht stressen werden. Den dafür notwendigen finanziellen Background haben wir.

Finanzplanung in der Krise

Die wohl mit Abstand spannendste Frage zum aktuellen Zeitpunkt lautet sicherlich, wie wir mit unserer Entnahmeplanung vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Kurskorrektur umgehen. Dieser Fragestellung begegne ich derzeit auch in der von mir angebotenen Beratung. Die gemeinsame Zusammenarbeit erstreckt sich oft über mehrere Wochen. Die Depotstände sind in einigen Fällen von Termin zu Termin stark geschrumpft. Das Problem wird gelöst indem ich sowohl in der eigenen Finanzplanung als auch im Rahmen der Beratung auf das Allzeithoch im Januar abstelle.

Unser Depotwert ist beispielsweise seit Anfang des Jahres um ca. 17% gefallen. Trotzdem setze ich im Renten-Planungstool nicht den aktuellen Depotwert, sondern den Wert vor der Korrektur ein. Die dahinterstehende Logik habe ich in diesem Artikel detailliert beschrieben. Daher hier nur ganz kurz: Wir hätten im Januar in die Entnahmephase starten können. Die damals berechnete Entnahmerate war so kalibriert, dass die aktuellen Ereignisse (und noch viel Schlimmeres darüber hinaus) darin berücksichtigt waren. Damit diese Entnahmeplanung ins Wanken geraten könnte müsste noch sehr viel mehr passieren. In der Ölkrise der 70er Jahre, ein Szenario der historischen Simulation das für die Gegenwart hohe Relevanz besitzt, gab es mehrere starke Kurseinbrüche bis zu 50%, und die Inflation lag eine Dekade lang zwischen 5% bis 10% pro Jahr. Unsere Entnahmeplanung ist selbstverständlich darauf ausgelegt auch in einem solchen Szenario zuverlässig zu funktionieren. Weshalb sollte ich mir also an dieser Stelle Sorgen machen? Ganz im Gegenteil, wir haben uns im Vergleich zu diesem Szenario sogar bessergestellt, indem wir seit Januar auf Entnahmen verzichtet haben. Wer besonders vorsichtig sein will, der verzichtet zusätzlich noch auf die Anpassung der Entnahmerate um die in der Zwischenzeit gemessene Inflation.

Neben der niedrigeren Marktbewertung gibt es noch einen weiteren Grund zur Zuversicht: Die Zinsen steigen wieder! Zwar noch nicht real, aber der Anpassungsprozess der Märkte ist auch lange noch nicht abgeschlossen. Sobald die reale Verzinsung wieder die 2%-Marke übersteigt, sind Euro-Staatsanleihen meiner Ansicht nach wieder eine attraktive Ergänzung im Depot. Diverse Studien aus der US-Finanz-Community belegen, dass mit Anleihen eine höhere Entnahmerate möglich ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Anleihekurse in Krisenzeiten steigen können. Und dafür braucht es Spielräume für Zinssenkungen, welche in den letzten Jahren aufgrund des Niedrigzinsumfeldes in der Eurozone nicht vorhanden waren. Im Moment überwiegt für mich im Anleihesegment noch die Gefahr weiterer Kursverluste, weshalb ich noch abwarte und die Entwicklung weiter beobachte.

Fazit

Es stehen spannende Zeiten bevor, sowohl auf den Märkten als auch im Privatbereich. Die Freude über den Nachwuchs lässt jedoch jede Krise in Hintergrund rücken. Mit zwei Kindern und zwei Katzen ist unser Haushalt jetzt endlich vollständig. Wer für die finanzielle Unabhängigkeit auf Kinder verzichtet begeht meiner Ansicht nach einen großen Fehler. Kinder sind vielmehr integraler Bestandteil des Konzepts, eine wertvolle Bereicherung, die das Leben abwechslungsreicher und bunter macht.

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Martin
Martin
16 Tage zuvor

Wie immer ein sehr interessanter Beitrag! Der jungen Familie alles Gute und viel Glück! Ihr scheint ja weit voraus geplant zu haben. Mit dem richtigen Partner funktioniert das auch.
Von einem Depot auf den Namen des Kindes würde ich dringend abraten. Ich habe das gemacht und jetzt hat dieses Depot kurz vor dem 18. Geburtstag ein Volumen, das für einen 18jährigen einfach zu hoch ist. Da das Geld übertragen ist, ist es Eigentum des Kindes und kann nicht mehr zurückgeholt werden. Wenn man sich dann nicht gut versteht, wird es schwierig… Die Idee mit dem Auszahlplan aus dem verlinkten Artikel muss ich mir mal ansehen. Die Frage ist, ob das Kind diesen nach dem 18. Geburtstag aufheben kann.
Grüße
Martin

Joerg
Joerg
15 Tage zuvor

Herzlichen Glueckwunsch und vielen Dank fuer das Mitteilen von Eurem Zwischenstand, Georg.

zu „Wie kann man trotz Renditereihenfolgerisiko Gerechtigkeit gewährleisten, so dass beide Kinder später gleich viel erhalten?

Vielleicht das Ziel (was heisst hier „Gerechtigkeit“?) noch einmal ueberpruefen?

Bsp: Der eine hat ein teures Hobby (Reiten) der andere hat eine Lernschwaeche (Legasthenie) und braucht mehr Foerderung?
Der eine Sohn ist begnadeter MINT-Student mit Auslandssemestern, der andere macht frueh eine Holzbildhauer-Lehre?
Dem einen ist Geld wichtig, dem anderen weniger.

Evtl ist nicht entscheidend, dass jeder die gleiche geldwerte Unterstuetzung bekommt, sondern dass jeder bekommt was er zur besten Foerderung benoetigt?
Das ist vermutlich zielfoerdernder als ein auf Heller und Pfennig gerechter Ausgleich/Aufrechnen?

Hinter dem ersteren steht das Konzept der Liebe (Was braucht der Mensch?). Hinter dem anderen ein dingliches, ggfs neid-foerderndes Konzept (Hat der andere etwa mehr bekommen als ich?)

Oder was meint Ihr?

LG Joerg

Felix
Felix
15 Tage zuvor

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank.

Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn nicht alle 2 Wochen ein neuer Beitrag erscheint. Lieber Content mit Tiefe und neuem Aha Effekt, als kleine Häppchen mit viel Text. Auch in der Retrospektive finde ich solche Artikell wertvoller.

isten
isten
15 Tage zuvor

Hallo, das mit der gesetzlichen Krankenkasse kann ich kaum glauben. Wie soll man da auf 2000 Euro kommen?
Ich verdiene auch mehr als die Beitragsbemessungsgrenze und bin bei der TK beim Arbeitnehmeranteil bei 382,16 €
Das für zwei Personen ist man immer noch weit unter 2000€

isten
isten
Reply to  Georg
15 Tage zuvor

Wenn dir die Firma gehört, bei der du und deine Frau angestellt sind, dann ja, ansonsten sehe ich den Sinn irgendwie nicht. Wenn einem die 700 € im Monat mehr für die private Krankenversicherung Wert ist, okay kein Problem, aber so wie das oben steht das man Geld spart, ist es halt nicht wirklich richtig

Stefan
Stefan
15 Tage zuvor

Hallo Georg, auch von meiner Seite herzlichen Glückwunsch! Wieder ein sehr interessanter Artikel. Der Text für das Thema Carsharing hätte von mir sein können, ich finde mich da 100% wieder. Wir sind eine Familie mit 4 Kindern (und 0 Katzen), auch hier geht es (aufgrund der zentralen Lage zur Arbeit, Schule, Einkauf) ohne Auto. Die Auswahl an genügend großen Autos ist zwar kleiner, aber immer noch ausreichend.

Luca
Luca
15 Tage zuvor

Hallo Georg, eine Frage – seid ihr nun (auf Jahresbasis gesehen) in der Entnamephase oder noch in der Ansparphase?

Matthias
14 Tage zuvor

Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs 😉

Jürgen
14 Tage zuvor

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Kind. Deinem letzten Absatz kann ich nur zustimmen. Kindern kosten Geld, machen Arbeit und alles komplizierter. Aber entscheidend ist immer dass man auch das Leben lebt und nicht nur dem Geld hinterher rennt

Niklas
Niklas
14 Tage zuvor

Lieber Georg,

nochmals herzlichen Glückwunsch zu der erweiterten Familie. Das ist ein tolles Geschenk!
Mir tun manchmal die verbissenen Single FIRE Kandidat*innen fast schon ein bisschen leid. Vielleicht ist Mitgefühl das besser Wording als Mitleid, da mir der Lebensentwurf (sofern bewusste gelebt) so mangelhaft und leer erscheint.

An der Stelle auch nochmal vielen Dank für deinen tollen Content! Das kann man nicht oft genug wiederholen. Deine Fälle sind in vorhandener Sammlung ein bleibender Wert. Wenn nicht 14 tägig was Neues kommt finde ich das nicht schlimm. Wünschen würde ich mir den bisherigen Mix aus Entnahmestrategien und Fall Cases.

Soso…jetzt also Spektrum FIRE wie Oliver Noelting 😉
Ist doch ok und vielleicht wirklich das gesündere FIRE als Rente mit 40. 70% bedeuted wohl auch, dass du dich nicht für einen weiteren Karriereschritt entschieden hast. Da hast du meine volle Unterstützung – Stichwort mentale und körperliche Gesundheit. Spätestens in 5 Jahren wenn das Testosteron nachlässt, verliert der Reiz für sowas entgültig seinen Reiz (mit Ausnahme für ein paar Alphatiere…).

Wegen den Kindern kann ich Joerg voll verstehen, dass würde ich nicht so formal sehen.

Kleine Anekdote:
Wir hatten erst mit dem 2. Kind mit Sparplänen in ETFs begonnen (100€ p.M.). Irgendwann ein paar Jahre später dachte ich auch die ersten 40 Monate von Kind groß ausgleichen zu müssen und habe zu den ETFs für 4.000€ Apple Aktien ins Depot gelegt.
Jetzt ist das Depot von Kind groß natürlich deutlich höher plus mittlerweile ein Taschengeld alle 3 Monate.
Ich hatte das mit den Kindern besprochen und dann beschlossen mit Kind klein die nächsten Jahre in einem schönen Hotel Ski fahren zu gehen (Kind groß mag nicht mehr Ski fahren). So haben alle was davon 🙂 und die Investitionen in Erlebnisse sind eh viel schöner und unwiederbringlich.

Jenni
Reply to  Niklas
11 Tage zuvor

Es gibt ja eine ganze Spannbreite an Lebensentwürfen zwischen „verbissener Single Extremsparer“ und „Großfamilie wo die Kinder die Altersvorsorge sind“ 😉
Ich persönlich, als bewusst und glücklich kinderfreier Mensch, wundere mich häufig über die missionarischen Tendenzen von Eltern…bitte nicht persönlich nehmen, aber doch jedem sein Leben lassen. Verbissenheit in jedwede Richtung ist immer bemitleidenswert.
Viele Grüße
Jenni

FSU
FSU
Reply to  Jenni
10 Tage zuvor

Kann Deinen Beitrag (als Papa) nur unterstützen – man kann auch sehr gut ohne Kinder glücklich sein. Das Statement oben geht für meinen Geschmack dann doch ein bisschen weit. Kinder sind wunderbar aber bestimmt nicht der einzige Sinn und Zweck im Leben – von wenige „Muttertieren“ (auch männlich) bei denen das zutreffen mag abgesehen. Man sollte sich diesbezüglich nichts einreden lassen.

Niklas
Niklas
Reply to  Jenni
9 Tage zuvor

Hi Jenni
no worries! Es war wie in deinem Schlusssatz gemeint „Verbissenheit ist in jede Richtung negativ“.
Genau das erlebe ich z.T. in der FIRE Community, wenn es um Fragen wie: „Was kosten Kinder“, „gefährden Kinder meiner FIRE Pläne“ geht.
Ok? Denke wir sind on the same page…

Jenni
11 Tage zuvor

Herzlichen Glückwunsch! Das Konzept mit den 2 Miet-Wohnungen ist ja wirklich ungewöhnlich. Cool „out of the box“ gedacht! 🙂

Zu deiner Frage mit Gerechtigkeit bei den Junior-Depots. Nichts im Leben ist 100% gerecht. Das wirst du auch bei deinen beiden Kindern nicht hinbekommen. Also zahl für beide das gleiche ein (bzw. mit den Großeltern). Was dann zufällig am 18. Geburtstag der Depotstand ist hat nichts mit Fairness ggü. den Kindern zu tun. Stell dir vor, du stellst mit viel Aufwand sicher, dass beide Kinder zum 18. genau 20.000€ im Depot haben. Am Tag nach dem 18. deines jüngsten Kinds crasht die Börse. Das ältere Geschwisterkind hat sein Geld inzwischen aber schon für ein Auslandssemester genutzt und leidet daher nicht unter dem Crash. Ist das jetzt fairer? 🤷🏼‍♀️
Vielleicht möchte ein Kind studieren, ins Ausland, gibt das Geld also dann aus (das ist ja nichts schlechtes!). Das andere Kind macht eine Ausbildung, braucht die Kohle also erstmal nicht. Das Depot wächst schön vor sich hin, sodass es später als Eigenkapital für ein Haus dient. Das andere Kind muss sich das Eigenkapital selbst erarbeiten mit einem hoffentlich gut bezahlten Job nach dem Studium. Ist das jetzt fairer? Wer hat sein Geld objektiv besser genutzt? Das kann man eben nicht objektiv bestimmen, komplette Fairness ist eine Illusion.

Viele Grüße
Jenni

Achim
Achim
8 Tage zuvor

Oh, wie anders ist der Gute!
Er erlegt mit frischem Mute
die gesetzlichen Gebühren,
läßt sich redlich kopulieren,
tut im stillen hocherfreut
das, was seine Schuldigkeit,
steht dann eines Morgens da
als ein Vater und Papa
und ist froh aus Herzensgrund,
daß er dies so gut gekunnt.

Alles Gute für Mutter und Kind, speziell für die Mutter, deren erhebliche Mitwirkung bei dem genannten Vorgang der oben zitierte Dichter zu Unrecht völlig unterschlagen hat.

> Aktienquote 96%

Ich bin ja auch immer hoch investiert, aber kurz vor Gehaltseingang nur dreistellig auf dem Giro? Das wäre mir zu knapp, aber ich werde einem Finanzer keine Vorgaben machen müssen, der sollte selber wissen, was er tut.

> Krankenversicherung

Neulich mal hat einer hier geschrieben, er sei privat versichert, wolle sich aber bemühen, noch so rechtzeitig in die GKV zurückzukommen, daß es in ferner Zukunft mit der KVdR klappt.

Klar: GKV <-> PKV ist auch eine finanzielle Entscheidung, aber da steckt natürlich auch noch mehr dahinter.

Als ich damals in die PKV gegangen bin, hat sie mich (bei besserem Versorgungsniveau) nur ein Drittel des GKV-Beitrags gekostet. Aktuell zahle ich etwa 60% des GKV-Beitrags (und bekomme noch Beiträge zurück). Mir ist es wichtig, selbst das Heft in der Hand zu haben und nicht darauf angewiesen zu sein, was der Krankenkassensachbearbeiter mir zubilligt. Ich kann bei Bedarf zu einem Facharzt meiner Wahl gehen und brauche dafür kein externes Ok.

Finanziell ziemlich günstig (wenngleich unsystematisch) war für mich Angestellten die Vereinbarung eines kleinen Selbstbehalts. Der Beitrag ist dadurch um mehr gefallen als den Betrag des Selbstbehalts. Ok, den Selbstbehalt trage ich komplett selbst, wohingegen ich die Beitragsersparnis mit dem Arbeitgeber teile. Dafür behalte ich (auch unsystematisch) die Beitragsrückerstattung selbst. Man kann das nicht bis ins letzte durchkalkulieren.

(PS: Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung sind finanziell gesehen das Gleiche, und neuerdings kommt als Verkomplizierung die Steuer dazu)

> Miete

Deine Mietsituation ist ungewöhnlich (und günstig für Dich). Ich möchte Dir wünschen, daß Dir der Vermieter möglichst lange erhalten bleibt, der Dir offensichtlich gewogen ist. Wenn eine Heuschrecke das Haus kauft, mag es anders aussehen.

Wohnen bleiben ist rein finanziell gesehen immer günstiger als umziehen und neu mieten. Als ich hier eingezogen bin, war die Miete ganz schön steil (aber tragbar). Über die Jahre ist das Mietniveau an uns vorbeigezogen, so daß das Quartier jetzt auf der eher preisgünstigen Seite ist – und wir wollen hier nicht weg. Aktuell „explodiert“ hier in Germanistan der Preis fürs Heizgas. Ich sehe das gelassen: Wenn ich in Zukunft 100 Euro im Monat mehr fürs Heizgas zahle, ist das noch nicht einmal das, was ein aufs Geld scharfer Vermieter über die Jahre an Miete mehr verlangt hätte.

> Gerechtigkeit den beiden Kindern gegenüber

Du solltest natürlich anstreben, beiden Kindern gleich viel zu geben. Die beiden Kinder sind aber nicht gleich, somit ist eine reine arithmetische Gleichheit nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß. Als Eltern sollte man seine Kinder nach ihren Bedürfnissen fördern, wobei man individuell bewerten muß, ob alle gleichmäßig und angemessen bedacht werden. Sei der eine hochmusikalisch und der andere haßt Musik, dann braucht der erste natürlich einen qualifizierten Instrumentalunterricht (der Geld kostet), für den zweiten hingegen wäre die Klavierstunde vermutlich die pure Folter.

Aber das bekommt Ihr schon hin – denn es fehlt nicht am Geld, was manches erleichtert.

> Teilzeit

70% Teilzeit ist schon eine ganze Menge: 1 Tag ganz weg, ein zweiter zur Hälfte. Abhängig von Deiner Tätigkeit (die ich im Detail nicht kenne) könnte man überlegen, ob man sich nur 1 Tag ausklinkt und den halben vielleicht im Home-Office erledigt (dann ggf. halt auch an den anderen Tagen abends). Ich war bei uns einer der ersten, die auf Teilzeit gegangen sind, meine daher, auch die Tücken zu kennen. In der letzten Zeit wird Teilzeit unter Männern populärer, allerdings halt bei älteren Semestern (zu denen Du noch nicht zählst).

> Fazit

Genieße die Zeit! Du wirst Dich hinterher wundern, wie kurz nur sie so klein waren.

Achim
Achim
Reply to  Georg
7 Tage zuvor

Hallo Georg,

ungewöhnlich an Deiner Mietsituation ist, daß Du Dir die zweite Wohnung gesichert hast und sie über längere Zeit untervermietest. Mancher Vermieter möchte die Vermietung eher in die eigenen Hände nehmen, wenngleich Dein Vermieter so natürlich kein Leerstandsrisiko trägt.

Ich hatte mal zwei Wohnungen direkt nebeneinander. Eine Verbindung der Wohnungen war baulich vorgesehen (und in der Vergangenheit auch schonmal existent). Mir hat der Vermieter die Genehmigung zur Öffnung der Verbindung dann aber nicht erteilt, damit war es das mit diesem Quartier. Dauerhaft über den Hausflur will man ja nicht gehen.

25% über Mietspiegel ist eine Menge, das wird sich über die Jahre aber aufzehren, denn der übliche Mechanismus zur Mieterhöhung greift dann ja nicht. Das ist hier (wie geschrieben) sinngemäß genauso.

Privatier
Privatier
1 Tag zuvor

Deine Situation ist meiner nicht unähnlich und mir deshalb sehr sympathisch:

  • auch ich habe kein Auto mehr (allerdings seit fast 30 Jahren)
  • früher in Frankfurt gewohnt
  • immer zur Miete
  • immer eine hohe Aktienquote
  • 2 Gutverdiener

Unterschiede:

  • seit 4 Jahren arbeite ich nicht mehr
  • „nur“ 1 Kind
  • und bin in der GKV

Weiterhin alles Gute!