MSCI World & MSCI Emerging Markets – was ist der optimale Mix?

MSCI World & MSCI Emerging Markets – was ist der optimale Mix?

Die Marktdurchdringung von ETFs nimmt fortlaufend zu. Immer mehr Anleger sind von den Vorteilen dieses Anlage-Vehikels überzeugt. Und das obwohl die Finanzindustrie jegliche Aufklärungsarbeit verweigert. Aus deren Sicht völlig verständlich, sind ETFs doch nur für den Anleger vorteilhaft, aber nicht für die Bank. Denn aufgrund der niedrigen Gebühren gibt es dort kaum etwas zu verdienen. Ein aktiver Vertrieb ist nicht lohnenswert. Trotzdem verbreitet sich das Wissen über ETFs immer weiter. Grund sind neben der freien Presse auch Finanzblogs wie dieser, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Finanzbildung in Deutschland zu steigern.

Genug der Vorrede. Die Mehrzahl der ETF Sparer investiert bevorzugt in eine Kombination aus dem MSCI World und dem MSCI Emerging Market. Doch welcher Mix ist hier der richtige? Es besteht oft Einigkeit darüber, dass der Großteil des Geldes besser in den MSCI World investiert werden soll. Aber was genau bedeutet Großteil? 70% 80% 90%? Und vielleicht ist diese Empfehlung ja sogar falsch, und es wäre besser den MSCI EM zu priorisieren?

Genau darum geht es heute. Niemand wird Dir sicher sagen können, welcher Mix in Zukunft der Beste sein wird. Aber wir können einen Blick in die Vergangenheit werfen und untersuchen was historisch am besten gewesen wäre. In Ermangelung besserer Alternativen liegt es nahe von der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen.

Doch zunächst der guten Ordnung halber ein genauerer Blick auf beide Indizes. Was ist drin, seit wann gibt es den Index, und wie war die Solo-Performance seit Auflage?

1) MSCI World

Schauen wir uns zunächst den Klassiker unter den ETFs an. In keinem anderen ETF-Typ der Welt steckt mehr Geld als im MSCI World. Der MSCI World Index vereint alle großen und mittleren Unternehmen der entwickelten Welt. Entwickelte Welt, das sind die führenden Industrienationen. Einen genauen Überblick welche Länder der Anbieter MSCI als entwickelte Welt einstuft liefert die folgende Tabelle:

Und von diesen wirtschaftlich starken Ländern werden im nächsten Schritt die jeweils größten Unternehmen ausgewählt. Derzeit befinden sich 1.650 verschiedene Unternehmen aus 23 Ländern in diesem Index. Die Gewichtung erfolgt in Abhängigkeit von der Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung entspricht dem Wert aller ausstehenden Aktien eines Unternehmens, weshalb man auch vereinfacht vom Börsenwert sprechen kann. Die größte Position per November 2019 stellt Apple Inc. mit einem Anteil von 2,78% dar. Der Anteil ist deshalb so überproportional hoch, weil Apple derzeit mit über 1 Billion Euro Marktwert (!) das wertvollste Unternehmen der Welt ist. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen dann direkt die Schwergewichte Microsoft und Amazon. Du siehst, mit einem Investment in den MSCI World bist Du in die Blue Chips der Welt, d.h. Aktien von höchster Qualität, investiert. Seit seiner Auflage im Jahr 1970 hat der MSCI World Index eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,49% gezeigt.

 

2) MSCI Emerging Market

Der MSCI Emerging Market Index ist gemessen am Wert der darin enthaltenen Aktien ca. 10 Mal kleiner als der MSCI World Index, und damit eher ein Leichtgewicht. Enthalten sind die 1.410 größten Unternehmen aus 26 Emerging Market Ländern. Welche dies genau sind, zeigt die nachstehende Tabelle:

Genau wie beim MSCI World erfolgt die Gewichtung der einzelnen Unternehmen im Index in Abhängigkeit von der Marktkapitalisierung. Der am stärksten vertretene Titel ist mit 5,84% die Alibaba Group, das chinesische Pendant zu Amazon. Wer meint, dass sich in diesem Index eher Unternehmen von zweifelhafter Qualität verbergen, der irrt. Es handelt sich eher um die Creme de la Creme der Entwicklungsländer. Seit Bildung des Index in 1988 liegt die durchschnittliche jährliche Rendite bei 10,97%.

Ab jetzt geht’s um die Wurst

Im Anschluss an die kurze Index-Vorstellung kommen wir nun zu dem direkten Vergleich. Für die gemeinsame Betrachtung ist es zwingend erforderlich identische Zeiträume zu analysieren. Da es den MSCI Emerging Market Index erst seit 1988 gibt, müssen wir leider die Zeitreihe des MSCI World um die ersten 18 Jahre kürzen. Es verbleibt uns also eine gemeinsame Zeitreihe von gut 30 Jahren. Das ist so gerade akzeptabel für unsere Zwecke hier. Die konkreten Performance-Facts für beide Indizes im 30-jährigen Analyse-Zeitraum sind wie folgt:

In der folgenden Abbildung habe ich die Performance der beiden Indizes noch einmal gemeinsam für den Zeitraum von 1988 bis 2019 grafisch dargestellt. Dabei habe ich eine logarithmische Skalierung gewählt, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen.

Der Emerging Market Index zeigt ganz klar die bessere Performance

Man sieht sehr schön, dass beide Indizes von der Tendenz her sehr ähnlich verlaufen. Dies bestätigt auch der Korrelationskoeffizient, der über diesen Zeitraum bei 91,5% liegt. Ein Wert von 100% würde bedeuten, dass sich die beiden Indizes hinsichtlich ihrer relativen Entwicklung völlig gleich verhalten. Im direkten Vergleich ist auch klar zu erkennen, dass der EM Index eine deutlich bessere Performance erreicht hat. Wer an dieser Stelle glaubt, die Ausgangsfrage Frage sei aufgrund der besseren Performance bereits beantwortet, liegt aber falsch. Denn auch wenn die Rendite höher ausfällt sieht man beim Betrachten des Charts sehr gut, dass der MSCI Emerging Market Index deutlich volatiler ist. Dies unterstreicht auch noch einmal die folgende Grafik, welche die Jahresrenditen beider Indizes der letzten 30 Jahre gegenüberstellt:

In fast allen Jahren sind beide Indizes gemeinsam gestiegen oder gefallen. Es gibt nur wenige Ausnahmen. In den Jahren 1997 – 1998 ist z.B. der EM Index gefallen, während der World Index gestiegen ist. Von 2013 bis 2014 war es umgekehrt der Fall. Ansonsten eher gleiche Tendenz. Die Betonung liegt dabei auf Tendenz. Denn man muss nicht lange auf diesen Chart schauen um sofort zu erkennen, dass die Ausschläge des MSCI EM deutlich stärker sind. Dies hat uns auch die Kennzahl „Volatilität“, also die Standardabweichung der jährlichen Rendite, weiter oben gezeigt. Mit der Standardabweichung wird das Risiko einer Anlage gemessen. Der MSCI EM ist also zwar von der Performance her deutlich attraktiver, aber gleichzeitig auch riskanter. Wie soll man sich also entscheiden? Ist Rendite oder Risiko die maßgebliche Kennzahl? Die korrekte Antwort lautet: beide!

Das Sharpe Ratio erzeugt Vergleichbarkeit

Das Sharpe Ratio ist die Kennzahl die Rendite und Volatilität, oder anders ausgedrückt Chance und Risiko, miteinander verbindet. Die Berechnung ist simpel: man dividiert einfach die jährliche Rendite durch die jährliche Volatilität. Das Ergebnis kann als Rendite pro Einheit Risiko interpretiert werden. Streng genommen müsste man von der Rendite noch den risikolosen Zins abziehen. Für den direkten Vergleich der beiden Aktien-Indizes ist es aber unerheblich ob wir dies tun. Es gilt einfach umso höher umso besser.

Und plötzlich liegt in dieser Betrachtung der MSCI World vor dem Emerging Market Index. Denn der MSCI World hat zwar eine schwächere Performance, aber dafür auch weniger Risiko. Das Sharpe Ratio beträgt hier 53,63%, beim MSCI Emerging Market dagegen nur 47,64%.

Also doch alles in den MSCI World?

Die Kennzahl Sharpe Ratio soll uns letztendlich auch dazu dienen unser Portfolio zu optimieren. Und zwar habe ich ermittelt, welche Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Market unser Sharpe Ratio maximiert. Die Ergebnisse siehst Du in der folgenden Tabelle:

Auch im Chart ist das Optimum sehr gut zu erkennen:

Unter Risiko-Rendite Gesichtspunkten ist historisch betrachtet also eine 72/28 Verteilung optimal. 72% MSCI World und 28% MSCI EM ergeben kombiniert ein Sharpe Ratio von 56,524%. Man sieht sehr schön wie der Diversifikationseffekt wirkt. Durch die Hinzunahme weiterer Assets können wir das Risiko reduzieren, und so das Verhältnis von Chance-Risiko steigern.

In der Vergangenheit kam es aber auch immer wieder zu kleinen Änderungen im Index. So etwas ist bei historischen Vergleichen störend. Auf der Seite des Indexanbieters sind die vorgenommenen Änderungen genau dokumentiert. Bisher gab es keine wesentlichen Änderungen, doch es droht folgendes Szenario.

Lass uns über das Indexrisiko sprechen

Indexrisiko bedeutet, dass sich durch eine Neuordnung des Index die Asset-Allokation erheblich verändert. Dies kann dazu führen, dass die ursprünglich angepeilte Ziel-Allokation gestört wird. Viele Sparer kaufen z.B. den MSCI Emerging Market, weil China enthalten ist. Der Anteil des Landes China am gesamten Index beträgt derzeit stolze 34%. Doch was passiert wenn MSCI plötzlich der Ansicht ist, dass China kein Entwicklungsland mehr ist, sondern ein entwickeltes Land? Dann werden alle chinesischen Aktien aus dem MSCI Emerging entfernt und in den MSCI World übertragen. Die dadurch entstehende Lücke wird durch die im Index verbleibenden Länder geschlossen. Und manch einer findet den Emerging Market Index, welcher sich durch die Herausnahme des größten Landes plötzlich stark verändert hat, dann weniger attraktiv. Ich persönliche halte China für eine stark wachsende, aufstrebende Volkswirtschaft. Von daher erwarte ich, dass in der Zukunft auch der Anbieter MSCI China als Developed Market klassifizieren wird. Solche Umklassifizierungen sind übrigens keine Seltenheit, und zwar in beide Richtungen. Griechenland wurde beispielsweise in 2013 von ursprünglich Developed Markets zu Emerging Markets umklassifiziert. In 2010 wurde Israel von Emerging Market auf Developed Market hochgestuft.

Wie knapp die Index-Zuordnung bei China ausgefallen ist wird auch deutlich, wenn man auf die Konkurrenz schaut. Der Indexanbieter FTSE, welcher von den bekannten Vanguard Fonds genutzt wird, sieht China z.B. bereits als Developed Market an. D.h. ein FTSE World Index enthält China, während bei MSCI China noch ein Entwicklungsland ist.

Dieses Index-Risiko lässt sich reduzieren wenn man direkt in einen All Country Index investiert, der die kompletten Developed und Emerging Markets Titel enthält. Nur kann man dann die Aufteilung nicht mehr selbst bestimmen. Und genau das wollen wir ja hier konkret tun. In dem MSCI All Country Index sind die Emerging Markets z.B. nur mit knapp 10% vertreten. Und oben haben wir ja gesehen, dass 30% unter Chance-Rendite Gesichtspunkten besser wären.

Ich hoffe mein Artikel hat Dir bei Deiner persönlichen Asset Allokation geholfen. Was denkst du über dieses Thema? Wie sieht Deine Asset Allokation aktuell aus?

„Diversification is the only free lunch in investing“ (Harry Markowitz, Nobelpreisträger und Erfinder der Portfoliotheorie in 1952)

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suchenwi

Wie ja oft empfohlen wird, habe ich ETFs auf MSCI World (LYX0AG und ETF110) und EM (A0HGWC) erworben. Breite Streuung, gewiss…
Aber als Rentner mit begrenztem Zeithorizont enttäuschen die Brutto-Ausschüttungsrenditen (laut extraetf.com) doch eher. LYX0AG: 2.1%, ETF110: 1.9%, A0HGWC: 1.9%…

Ich halte sie weiter, aber meine Sparpläne gehen jetzt in Dividenden-ETFs:
A0F5UH iShares Stoxx Global Select Div 100 – 4.1%
263528 iShares Eurostoxx Select Dividend 30 – 4.3%
A0H074 iShares DowJones Asia-Pacific Select Dividend 30 – 5.5%

Hintergedanke: ich investiere gerne, kann aber aus meiner Rente kaum mehr „Frischgeld“ nachschießen. Also müssen die Erträge herhalten 🙂

suchenwi
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suchenwi

Hallo Georg,
thesaurierende ETFs scheinen aus der Mode zu geraten, seitdem ab Jan. 2019 deren Kursgewinne per Vorabpauschale-Besteuerung auch bezahlt werden müssen, obwohl die eben nicht ausgeschüttet werden…
Für mich rein theoretisch, ich habe nur ausschüttende ETFs. Bonus bei Aktien-ETFs: 30% Teilfreistellungsquote (also steuerfrei), insgesamt Steuersatz ca.20% statt den üblichen ca.28%.

Tobias Brach
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Tobias Brach

Hallo Georg,

erst einmal ein super Artikel. In fast allen Ländern fühlen sich viele private Investoren unwohl außerhalb ihres bekannten Regionenraums zu investoren – der allseits bekannt „Home Bias“.

Besonders die Amerikaner tun sich schwer, außerhalb ihres Landes zu investieren – dies liegt sicherlich auch an dem Run, den die US Märkte im letzten Jahrzehnt hingelegt haben. Man kann zum Spaß mal im Boglehead-Forum vorbeischauen, dann sieht man live was ich meine ;-). => https://www.bogleheads.org/forum/index.php

Ich habe noch einen sehr langen Investitionshorizont und habe den Luxus mich dementsprechend risikofreudig aufstellen zu können. Mein Anteil an EM im Portfolio liegt bei 40%.
Aktuell überlege ich sogar noch höher zu gehen, da die Wachstumschancen für Entwicklungsländer höher sind als die in den entwickelten Ländern. Dazu kommt noch eine deutlich bessere (also günstigere) Bewertung – US CAPE lässt grüßen.

Wirst du auch mal dein Portfolio vorstellen?

VG
Tobias

Tobias Brach
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Tobias Brach

Die Kür wäre dann eine Betrachtung der Kerntheorien von „Behavioral Finance“ vs. „Efficient Markets“.
Aber hierfür bedarf es wohl eher dem Umfang einer Doktorarbeit 😉 …

Joerg
Gast
Joerg

Ganz gut, dein Blog, Georg.
Bei den Vergleichen oben koennte man anstatt den Gross-Return, den Net-Return (gibt’s auch bei MSCI.com) nehmen. Der ist naeher an der Anlegerwirklichkeit (den Gross-Return kann man nicht bekommen, wegen der Quellensteuer).
Ausserdem koennte man die Indices in EUR vergleichen (dann halt nur mit kuerzerer Historie, so ab 1999/2001).
Es kann naemlich schon sein, dass zB der EUR auf oder abwertet gegenueber USD aber mehr oder weniger auf/abwertet gegenueber EM-Waehrungen und schon sieht das Bild fuer den EUR-Anleger etwas anders aus (OK, macht viell. nicht viel aus, aber Prinzip)
LG Joerg

Joerg
Gast
Joerg

Danke Georg, einverstanden.

Ich habe nie einen besonders guten Zugang zur Sharpe Ratio bekommen bezueglich unserer persoenl. Finanzen.
Klar, nicht zu gehebelt und nicht zu risikoreich (nur Biotech und CyberSec), aber ob eine Optimierung der Asset Allokation an Hand von vergangenen Daten in der Zukunft besser oder schlechter war, wissen wir erst in der Zukunft.

Ich finde viel wichtiger, dass die Asset-Allokation zu den pers. Umstaenden passt (Beamter/Oeff.Dienst/Selbststaendiger, Eigenheimer/Mieter, erbschaftsqualifiziert/oder nicht, berufl.Branche sicher/nicht, etc).
Mein Eindruck ist, dass die wenigsten, genug in Aktien-ETFs stecken, weil sie nur das verfuegbare liquide Vermoegen im Blick haben, aber nicht zB Altersvorsorge-Instrumente oder potent. Erbschaften. Dazu kommt mangelnde Erfahrung mit Crashs. Da bietet es sich dann an, vorsichtiger zu sein …
Wir sind in der gluecklichen Lage nicht auf die Schwankungsfreude von Aktien-ETFs achten zu muessen, also nahe 100% Aktien im liq. Verm.

Pers. mache ich zwar grob 1/4 EM, 1/4 SmC 1/2 World mit etw mehr Europa, aber das ist auch eine kleine Wette. Je aelter ich werde, je mehr denke ich, die aktuelle MarketCap-Allokation (1/8, 1/8, 6/8) ist das Ehrlichste?
LG & schoenes Wochenende Joerg

Joerg
Gast
Joerg

Tut mir leid, ich kann dir nix raten, Georg.
Du bist finanziell sehr gut gebildet und machst bestimmt „keine schlimmen Fehler“.
Das reicht voellig aus um ein Leben in Freude, Glueck und Wohlstand – bezogen auf Dinge/Finanzen – zu fuehren!
Ich glaube, Beziehungen zu Menschen & Gott ist mittel-/langfristig das Wichtigste!
Frohe Weihnachten, Joerg

Björn
Gast
Björn

Hallo Georg,

erst mal Glückwunsch zu diesem Blog. Deine Beiträge sind dabei sehr analytisch und nachvollziehbar und bringen so manche Themen auf den Punkt. Für mich der Blog mit dem meisten Mehrwert in der jüngsten Vergangenheit.
Eine Frage hätte ich noch zum Thema Asset Allokation, dabei meine ich natürlich jetzt nicht die Aufteilung innerhalb des Aktienanteils sondern die Aufteilung des Aktienanteils am Gesamtvermögen. Mit wie viel Prozent rechnest Du da und was nimmst Du als Rendite für den, ich nenne es jetzt mal Nicht-Aktienanteil an ? Und gibt es (sollte es) da einen Unterschied zwischen Anspar- und Entnahmephase geben ?
Grüße
Björn

Jo
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Jo

Diese Formulierung in dem Artikel erweckt einen falschen Eindruck: „Der Indexanbieter FTSE, welcher von den bekannten Vanguard Fonds genutzt wird, sieht China z.B. bereits als Developed Market an. D.h. ein FTSE World Index enthält China, während bei MSCI China noch ein Entwicklungsland ist.“

MSCI und FTSE behandeln China identisch.

D.h. in MSCI All Countries UND auch in FTSE All-World ist China enthalten, weil das die beiden *globalen* Indizes sind.

In MSCI World UND auch in FTSE Developed Markets ist China NICHT enthalten, weil das die beiden Indizes für *Industrieländer* sind.

In MSCI Emerging Markets UND in FTSE Emerging Markets ist China enthalten, weil das die beiden Indizes für Schwellenländer sind.

Vielleicht wolltest Du „Südkorea“ schreiben. Denn MSCI sieht Südkorea als Schwellenland, während es bei FTSE ein Industrieland ist.

Wenn also jemand einen Industrieländer ETF basierend auf FTSE und einen Schwellenländer ETF basierend auf MSCI kauft, dann ist die Samsung Aktie und einige andere südkoreanische Aktien im Depot doppelt drin.

Und wenn man MSCI World mit einem FTSE Emerging Markets kombiniert, dann fehlt Südkorea im Depot.

Beides (?) ist aber vermutlich (?) auch nicht dramatisch aus Diversifkationssicht.

=> Mich würde auch interessieren, was ganz konkret passiert, wenn MSCI oder FTSE China von Schwellenland auf Industrieland umstellen. Wenn ein Schwellenland ETF 30% seiner Aktien (nämlich alle chinesischen) verkaufen muss und mit dem Geld Aktien aus anderen Schwellenländern kaufen muss, dann ist das schon eine große Sache und was ganz anderes als ein Wechsel von Griechenland. Sowas müsste eigentlich schrittweise erfolgen, damit keine Turbulenzen entstehen, oder?

Felix
Gast
Felix

Hey, bin mehr zufällig über deinen Blog gestolpert! Mir gefällt es ziemlich gut, wie mathematisch du an das ganze Thema ran gehst!

Ich hätte eine Anregung zu diesem Thema: der Datensatz ist mit 30 Jahren zwar schon etwas kleiner, aber: ich fände es interessant, die in diesen 30 Jahren enthaltenen 20 Jahres Zeiträume mal zu vergleichen! (also 1988- 1997, 1989-1998 etc)
Ändert sich die „optimale“ Zusammensetzung? Wenn ja, tut sie das zufällig oder systematisch?
Insbesondere unter dem Aspekt, dass de Emerging Markets ja gerne mal nachgesagt wird, ihren Zenit überschritten zu haben!

Viele Grüße
Felix

RoMario
Gast
RoMario

Hallo Georg,
vielen Dank für die vielen tollen Artikel. Man erkennt sehr fundiertes Wissen und Deine gute finanzielle Ausbildung.
Falls Du zufällig auf der Suche nach weiteren Themen bist, hätte ich ein Wunsch-Thema, das ich mir sehr gut bei Dir vorstellen könnte: ein Depot mit variabler Asset-Allocation (unterschiedliche Gewichtungen risikobehaftet/risikoarm, mit und ohne Gold usw.) und unterschiedlichen Rebalancing-Methoden. Also eine genaue Untersuchung, welche Allocation historisch betrachtet die beste Entwicklung hatte.
Bei den aktuell (vermeintlich) hohen Aktien-Bewertungen könnte das für viele interessant sein. Meine finanz-mathematischen Fähigkeiten würde eine solche Analyse leider nicht hergeben.

Liebe Grüße
RoMario

Georg
Gast
Georg

Hallo RoMario,

vielen Dank für die Anregung. Das Thema Asset Allokation scheint allgemein sehr nachgefragt zu sein. Man darf dieses aber auch nicht überbewerten denke ich. Global diversifiziert ist auf jeden Fall schon mal 90% der Miete. Früher war es sinnvoll Aktien mit Anleihen zu mixen. Aber hier sehe ich derzeit nur begrenztes Potenzial, da die Zinsen bereits so niedrig sind. Zuvor konnte man sich darauf verlassen, dass im Krisenfall die Zinsen gesenkt werden, und dadurch die Anleihe-Preise dann steigen. Aber wie tief können die Zinsen im Euro-Raum noch sinken? Ich glaube da ist nicht mehr viel Spielraum vorhanden.

Gruß
Georg

RoMario
Gast
RoMario

Hallo Georg,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Dass das Thema viele interessiert, ist meiner Meinung nach logisch. Jeder will für sich das beste rausholen. In der aktuellen Phase sind neue Anleger natürlich unsicher, wie stark sie in Aktien investieren sollen. Ich bin beispielsweise seit gut zwei Jahren dabei und habe meine Aktien-Zielgewichtung noch nicht ganz erreicht. Ich habe zwecks Diversifikation/Sicherheit auch Staatsanleihen von Schwellenländern (findet Kommer im risikobehafteten Teil eine sinnvolle Ergänzung, Zahlen Zinsen, haben noch Zins-Puffer) und etwas Gold (hält Kommer bekanntermaßen für schlecht. Ich sehe es als kurz- bis mittelfristige Versicherung vor einem großen Crash in den ersten Jahren und will es nicht dauerhaft halten oder ausbauen).

Viele Grüße
RoMario